Vergangenheit, Zukunft und die verrückte Zeit dazwischen

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  • Gute Software kostet mehr

    „Bil­liges“ Geld und die Möglichkeit, Dat­en und Wer­be­plätze zu ver­mark­ten, verz­er­ren den Markt für Soft­ware. Sie ermöglichen es, Pro­gramme anzu­bi­eten, die für die Benutzer*innen auf den ersten Blick kosten­los erscheinen, deren Nachteile sich aber erst im Laufe der Zeit zeigen. Und dies meist nicht direkt, son­dern – wie Cory Doc­torow es so schön beschreibt –…

  • Bewusstseinsforschung hat kein verlässliches Messverfahren

    Die Prob­leme der neu­rowis­senschaftlichen Erforschung des Bewusst­seins, ein par­a­dig­ma­tis­ches Fun­da­ment zu find­en, ergeben sich auch aus ein­er grund­sät­zlichen Schwierigkeit, Bewusst­seinsin­halte zuver­läs­sig und jen­seits sub­jek­tiv gefärbter Wahrnehmung zu messen. Damit fehlt ein grundle­gen­der Schritt in der etablierten wis­senschaftlichen Erken­nt­niskette. Diese set­zt darauf, eine The­o­rie zu nutzen, um konkrete Vorher­sagen zu machen, die im Anschluss durch eine…

  • Neurowissenschaft noch prä-paradigmatisch

    Die Erforschung des Bewusst­seins rück­te erst wieder in den Rah­men akzep­tiert­er wis­senschaftlich­er Arbeit, als sich zwei Wis­senschaftler, die zuvor in anderen Diszi­plinen einen Nobel­preis gewon­nen hat­ten, ihrer annah­men: Fran­cis Crick und Ger­ald Edel­man. Während Crick in erster Lin­ie auf die Kor­re­la­tion zwis­chen neu­ronaler Bildge­bung und Bewusst­seinsin­hal­ten schaut(e), ging es Edel­man in erster Lin­ie um eine…

  • Intelligenz und Bewusstsein sind getrennte Phänomene

    An ander­er Stelle hat­te ich schon mal über die unter­schiedliche Aus­prä­gung des Denkens bei Men­schen, nicht-men­schlichen Tieren und Maschi­nen nachgedacht. In eine ähn­liche Rich­tung denkt auch Erik Hoel in seinem Artikel The risk of anoth­er con­scious­ness win­ter. Er macht dies an der Tren­nung zwis­chen Bewusst­sein und Intel­li­genz fest, wobei er den Grad der Intel­li­genz von…

  • (Neuro-)Wissenschaft hat Probleme mit der Erforschung von Bewusstsein

    Über weite Streck­en des 20. Jahrhun­derts galt die Erforschung des Bewusst­seins als unwis­senschaftlich. Auf­grund sein­er Eigen­heit­en war es der dominieren­den exter­nen Per­spek­tive nicht zugänglich. Ger­ade Anfang und Mitte des 20. Jahrhun­derts führten diese Schwierigkeit­en dazu, dass fak­tisch kaum Forschung zu diesem The­ma stat­tfand und vor­sichtige Ver­suche gle­ichzeit­ig als unwis­senschaftlich abgew­ertet wur­den. So schreibt Erik Hoel…

  • KI wird den Fachkräftemangel nicht beheben

    Den Tag gestern (07.12.2023) durfte ich wegen mein­er Arbeit in dem Pro­jekt Zukun­ft­szen­trum pulsnetz.de Men­sch und Tech­nik im Gemein­we­sen auf der inter­es­san­ten arbeit­spoli­tis­chen Tagung der Zukun­ft­szen­tren in Berlin ver­brin­gen. Dabei sprach u.a. Bun­de­sar­beitsmin­is­ter Huber­tus Heil darüber, „kün­stliche Intel­li­genz“ sein ein Baustein dabei, den Fachkräfte­man­gel in eini­gen Branchen zu bekämpfen. Dabei sind mir einige inter­es­sante Dinge…

  • Kollektives Denken braucht Sprache

    Während mir die Darstel­lun­gen von Erik Hoel zur intrin­sis­chen Per­spek­tive dur­chaus plau­si­bel erscheinen, klin­gen sie doch auch sehr nach der mit­tler­weile wider­legten Sapir-Whorf-Hypothese, dass wir nur die Dinge denken und fühlen kön­nen, für die wir auch eine Sprache haben. Eine Lösung für diesen Wider­spruch kön­nte darin zu find­en sein, zwis­chen einem indi­vidu­ellen Denken und einem…

  • Die intrinsische Perspektive entwickelte sich mit dem Roman

    Die Geschichte des men­schlichen Denkens lässt sich ent­lang der Entwick­lung ein­er exter­nen und ein­er inter­nen Per­spek­tive nachze­ich­nen. Mit Blick auf die interne Per­spek­tive stellt Erik Hoel in seinem Buch The World Behind the World: Con­scious­ness, Free Will, and the Lim­its of Sci­ence eine steile These vor, für die es in meinen Augen mehr Belege braucht,…

  • Der menschliche Blick hat zwei spezifische Perspektiven

    Auch wenn wir die grundle­gende Fähigkeit zu Intel­li­genz und Kog­ni­tion nicht men­schen­zen­tri­ert betra­cht­en soll­ten, ist doch auch unstre­it­ig, dass wir Men­schen beson­dere Arten und Wege entwick­elt haben, über die Welt, aber auch uns selb­st nachzu­denken. Erik Hoel beschreibt im ersten Kapi­tel seines Buchs The World Behind the World: Con­scious­ness, Free Will, and the Lim­its of…

  • Bürgerräte als Boost für politische Beteiligung

    Bürg­er­räte wer­den immer mal wieder disku­tiert, wenn es darum geht, die Bürger*innen stärk­er in die Poli­tik einzu­binden und Poli­tik in Bere­ichen zu machen, die im klas­sis­chen poli­tis­chen Geschäft nur schw­er zu bear­beit­en sind – etwa der Kli­maschutz. Dawn Nak­a­gawa und Mar­jan Ehsas­si zeigen in ihrem Essay Putting The Pub­lic Back In Pub­lic Pol­i­cy am Beispiel…

  • Ehemals als absurd verschmähte Ideen kehren leicht verändert zurück

    Wis­senschaft liefert keineswegs dauer­hafte und gesicherte Erken­nt­nisse. Sie muss stattdessen als dauer­hafter sozialer Aushand­lung­sprozess darüber ver­standen wer­den, welch­es Wis­sen wir für gut genug abgesichert hal­ten, um es zur Grund­lage weit­er­er Forschung oder gar unseres Han­delns zu machen. Diese Aushand­lung unter­liegt dabei densel­ben Verz­er­run­gen und Fehlschlüssen wie andere soziale Prozesse auch – wenn auch im Ver­gle­ich…

  • Bewusstsein ensteht am Übergang zwischen konzeptionellem und belebtem Denken

    Let­zte Woche habe ich über die unter­schiedlichen Maßstäbe geschrieben, die ich an tierisches und maschinelles Denken anlege. Statt hier kat­e­go­ri­ale Unter­schiede zu sehen, kön­nte eine Lösung darin beste­hen, Denken als dif­feren­ziertes Phänomen mit unter­schiedlichen Dimen­sio­nen zu begreifen. Auf der Grund­lage ein­er weit­eren Lek­türe von John Sear­le bin ich jet­zt bei der Dif­feren­zierung für mich noch…

  • Man kann Geld anders denken

    Geld ist ver­mut­lich die Illu­sion mit dem stärk­sten Ein­fluss auf das Wohl und Wehe unser­er Gesellschaften. Es ist ein selb­stver­ständlich­er Bestandteil unser­er Welt und wird im All­t­ag nur sel­ten sys­tem­a­tisch hin­ter­fragt. Zinssätze wer­den disku­tiert oder Steuern, aber das Konzept des Geldes selb­st scheint in Stein gemeißelt. Jacob Bayn­ham stellt in seinem Artikel What If Mon­ey…

  • Lassen sich Wälder als emergent-intelligente Systeme verstehen?

    Wenn wir Intel­li­genz als emer­gentes Phänomen ver­ste­hen, müssen wir immer zwei Ebe­nen bedenken: eine „Mikro“-Ebene, auf der viele unter­schiedliche Ele­mente miteinan­der ver­bun­den sind und inter­agieren und eine „Makro“-Ebene, auf der wir das Phänomen beobacht­en kön­nen, das wir dann als „intel­li­gent“ beze­ich­nen. Dabei ist die „Intel­li­genz“ nicht scharf definiert, ste­ht aber sicher­lich eng ver­bun­den mit der…

  • Historische Wissenschaftler werden kulturell überformt

    Nicht nur wis­senschaftliche Ideen, auch die his­torischen Forschen­den selb­st ver­lieren im Rück­blick ihre Real­ität und entwick­eln sich zu Pro­jek­tions­flächen und zur Grund­lage von Erzäh­lun­gen und Mythen, die nicht mehr viel mit ihnen selb­st zu tun haben müssen. Das führt zuerst dazu, dass wir his­torische Forschende, aber auch andere Per­so­n­en nicht mehr als Men­schen sehen, son­dern…

  • Die „wissenschaftliche Methode“ ist eine moderne Erfindung

    Nicht nur his­torische Fig­uren, über die es kaum schriftliche Aufze­ich­nun­gen gibt, wer­den im Laufe der Geschichte zu Pro­jek­tions­flächen für poli­tis­che Inter­essen und Inter­pre­ta­tio­nen, die mehr über die Jet­ztzeit ver­rat­en, als über die Ver­gan­gen­heit. Dies gilt genau­so für andere Ideen und Per­so­n­en, auch in der Wis­senschaft. Ger­ade in unser­er mod­er­nen Welt, die vorge­blich viel auf die…

  • Intelligenz bei Tieren und Maschinen

    Was die vorge­bliche „Intel­li­genz“ von Maschi­nen ange­ht, bin ich bish­er sehr skep­tisch gewe­sen, was man auch in diesem Blog mehrfach nach­le­sen kann. Im Hin­blick auf die Intel­li­genz bei Tieren hinge­gen finde ich die Argu­mente von Frans de Waal sehr überzeu­gend. Je mehr ich mich mit grundle­gen­deren The­o­rien von Intel­li­genz und Bewusst­sein beschäftige, desto mehr schle­icht…

  • Geschichte steht im politischen Interesse

    In der Geschichtwissenschaft ist es fast schon eine Bin­sen­weisheit, in der all­ge­meinen Wahrnehmung der Geschichte wird es aber nicht immer angemessen berück­sichtigt: Es gibt nicht die eine wahre Geschichte, son­dern immer nur den Blick zurück von einem gewis­sen Stand­punkt aus und auf der Grund­lage vorhan­den­er Quellen. Ein schönes Beispiel hier­für liefert J. Drap­er auf ihrem…

  • Monopole der Aufmerksamkeit brauchen eigene Regulierung

    Wenn Online-Plat­tfor­men zwis­chen Nach­frage und Ange­bot ver­mit­teln, übernehmen sie eine Funk­tion, die son­st oft ein Markt erfüllt. Mit aus­re­ichen­der Zen­tral­isierung kön­nen sie ein regel­recht­es Monopol auf die Aufmerk­samkeit ihrer Nutzer*innen erricht­en, das sie dann in ihrem Inter­esse aus­nutzen. Auch gerecht­fer­tigten Gewin­nen aus ein­er mark­t­för­mi­gen Tätigkeit wer­den dann Monopol­ren­diten aus der Kon­trolle über einen knap­pen Pro­duk­tions­fak­tor.…

  • Online-Plattformen erzielen Renditen, nicht Gewinne

    Beim Blick auf die dys­funk­tionale Rolle, die die großen Online-Plat­tfor­men spie­len, geht es ger­ade in Deutsch­land meist um das The­ma Daten­schutz und Daten­miss­brauch. Der Kerngedanke dahin­ter ist, dass die Plat­tfor­men unangemessen viele Dat­en über ihre Nutzer*innen sam­meln und daraus einen unfairen Mark­tvorteil gewin­nen. In ihrem Paper Algo­rith­mic Atten­tion Rents: A the­o­ry of dig­i­tal plat­form mar­ket…

  • Notizen: Are We Smart Enough To Know How Smart Animals Are? von Frans de Waal

  • Tiere lernen im hohen Maße sozial

    Das wis­senschaftliche Vorge­hen bei der Mes­sung von Intel­li­genz und Lern­fähigkeit bei nicht-men­schlichen Tieren hat ein grundle­gen­des Prob­lem: Es set­zt darauf, dass Tiere von Men­schen ler­nen, während diese in ihrem eigentlichen Leben­sraum im Nor­mal­fall von Artgenossen ler­nen. Dabei geht es nicht nur darum, dass der Lern­prozess an sich bess­er funk­tion­iert, son­dern auch darum, dass das Ler­nen…

  • Wir wissen wenig über die Intelligenz von Elefanten

    Bei Okto­pussen haben wir mit­tler­weile erkan­nt, dass sie über ein gehöriges Maß an Intel­li­genz ver­fü­gen, auch wenn uns die Funk­tion­sweise dieser Intel­li­genz grundle­gend fremd erscheint. Gle­ichzeit­ig gibt es jedoch auch einige Tier­arten, bei denen wir das wahre Maß ihrer Intel­li­genz bis­lang besten­falls erah­nen. Ein Beispiel hier­für sind Ele­fan­ten, über die Frans de Waal in seinem…

  • Tiere müssen sich selbst bewusst sein, egal was der Spiegeltest sagt

    Bei der Frage nach dem Bewusst­sein von nicht-men­schlichen Tieren ist der soge­nan­nte Spiegel­test sehr bekan­nt gewor­den: Hier wird einem Tier eine Markierung im Gesicht platziert, die es nur im Spiegel erken­nen kann. Dann wird dem Tier sein eigenes Spiegel­bild gezeigt. Die Frage ist nun, ob das Tier die Markierung im Spiegel auf seinen eige­nen Kör­p­er…

  • Tiere leben in der Vergangenheit, dem Jetzt und der Zukunft

    Ein weit­er­er Punkt, der oft ins Feld geführt wird, um die Intel­li­genz von Men­schen von der nicht-men­schlich­er Tiere abzu­gren­zen, ist die zeitliche Ori­en­tierung und Pla­nung ihres Denkens. Das Argu­ment geht dabei so, dass nur Men­schen in der Lage seien, Pläne zu tre­f­fen, die weit in die Zukun­ft wirken und dafür auch unmit­tel­bare Beloh­nun­gen aufzuschieben. Dieses…

  • Affen verfügen über komplexe soziale Fähigkeiten

    Mach wir mal weit­er mit all den Punk­ten, in denen wir den Men­sch gerne für beson­ders kom­pe­tent hal­ten, die sich bei genauerem Hin­se­hen aber auch bei anderen Tieren wie zum Beispiel – aber bei weit­em nicht nur – Men­schenaf­fen zeigen. Dies­mal geht es in Frans de Waals Buch Are We Smart Enough To Know How…

  • KI lindert Symptome, löst aber keine Probleme

    Der Ein­satz von „kün­stlich­er Intel­li­genz“ in zahlre­ichen Bere­ichen dient oft in erster Lin­ie dazu, Symp­tome abzuschwächen, um nicht die eigentlichen Prob­leme lösen zu müssen. KI in der Kommunikation Ein solch­es Beispiel sind gen­er­a­tive KI-Mod­elle, die aus Stich­punk­ten län­gere Texte machen –beispiel­sweise bei der Erstel­lung von Pro­jek­tbeschrei­bun­gen oder in E‑Mails. Das Prob­lem dabei ist: Wenn es…

  • Symbolische Sprache ist nicht notwendig für „Intelligenz“

    Neben der „The­o­ry of Mind“ gibt es einen weit­eren Aspekt, der bei der Bew­er­tung nicht-men­schlich­er Intel­li­genz oft herange­zo­gen wird, der beim näheren Hin­se­hen aber in erster Lin­ie auf eine über­mäßige Men­schzen­trierung hin­weist – und möglicher­weise sog­ar auf eine schon beim Men­schen unangemessene: die Sprache. Frans de Waal for­muliert in seinem Buch Are We Smart Enough…

  • Empathie ist relevanter als eine „Theory of Mind“

    Ein zen­traler Maßstab darin, die Intel­li­genz nicht-men­schlich­er Tiere zu messen und zu bew­erten, ist die soge­nan­nte The­o­ry of Mind, also die Fähigkeit zu wis­sen, dass andere Wesen andere Dinge wis­sen, als man selb­st. Bei kleinen Kindern kann man das Fehlen ein­er solchen The­o­ry schön beobacht­en, wenn sie sich beim Ver­steck­en-Spie­len ein­fach die Hände vor die…

  • Kognition sollte als universelles Phänomen untersucht werden

    Als Kon­se­quenz aus unser­er men­sch-zen­tri­erten Herange­hensweise an die The­men Intel­li­genz und Kog­ni­tion fordert Frans de Waal ein Mora­to­ri­um auf sämtliche Behaup­tun­gen men­schlich­er Über­legen­heit. Statt das Denken vom Men­sch her zu denken, soll­ten wir es wie jedes andere biol­o­gis­che Phänomen als genau solch­es ver­ste­hen: Als eigen­ständi­ges Ele­ment, das eine bes­timmte Funk­tion erfüllt und sich auf die…

  • Kognition darf nicht menschzentriert definiert werden

    Selb­st bei Schim­pansen, die immer noch als Spitze der nicht-men­schlichen Intel­li­genz gel­ten – egal ob berechtigt oder nicht – tut sich die Wis­senschaft schw­er damit, ihre Intel­li­genz angemessen zu erheben. Das grundle­gende Prob­lem dabei ist, dass wir Kog­ni­tion und Intel­li­genz gle­ich dop­pelt men­sch-zen­tri­ert denken und damit nicht in der Lage sind, ein für nicht-men­schliche Tiere…

  • Schimpansen gelten als Spitze der nicht-menschlichen Intelligenz

    In der Welt der nicht-men­schlichen Tiere gel­ten Schim­pansen als die Spitze der Evo­lu­tion im Hin­blick auf ihre Intel­li­genz. Par­al­lel zu der Abgren­zung zwis­chen Men­schen und nicht-men­schlichen Tieren führt dies auch zu ein­er beson­deren Posi­tion der Schim­pansen in der Erforschung nicht-men­schlich­er Intel­li­genz. Dabei gibt es neben den Schim­pansen min­destens drei weit­ere Arten von Pri­mat­en, die in…

  • Tiere haben politische Interessen

    Wenn wir davon aus­ge­hen, dass Tiere über ein beträchtlich­es Maß an Intel­li­genz ver­fü­gen, stellt sich auch bald die Frage nach der Kom­mu­nika­tion zwis­chen Men­schen und anderen Tieren. An Ver­suchen in eine Rich­tung hat es dabei bis­lang nicht geman­gelt. So schreibt Michelle Nijhuis in ihrem Artikel Buzz Buzz Buzz (€): Humans have spent decades try­ing to…

  • Forschung tierischer Kognition als Reaktion auf Behaviorismus

    Das Ver­hal­ten und die Intel­li­genz von Tieren wer­den seit dem 19. Jahrhun­dert sys­tem­a­tisch unter­sucht – insb. im Anschluss an die Forschun­gen Charles Dar­wins. Dessen wis­senschaftlich­er Blick auf die Tiere und den Men­schen erlaubte ihm eine dif­feren­zierte und fundierte Auseinan­der­set­zung mit deren Ähn­lichkeit­en und Unter­schieden. Sein Pro­tegé und auch Nach­fol­ger George Romanes nahm es mit der…

  • Belebte Intelligenz braucht Lücken in formalen Regelungen

    Heute habe ich für meinen Pod­cast Zwis­chen zwei Deck­eln die Folge zu dem Buch The Web of Mean­ing von Jere­my Lent aufgenom­men, das ja auch hier im Blog schon das eine oder andere Mal eine Rolle gespielt hat. In dem Gespräch mit mein­er Mit-Pod­cas­t­erin Aman­da sind wir danach auf die Frage gekom­men, warum das, was…

  • Podcast: The Web of Meaning von Jeremy Lent

    Podcast-Episode zu dem Buch

  • Wissenschaft war lange schlecht darin, Intelligenz von Tieren zu messen

    Kaum ein­er der Texte, die ich aktuell über Intel­li­genz bei Tieren lese, kommt ohne ein spez­i­fis­ches Zitat von Wern­er Heisen­berg aus: What we observe is not nature in itself, but nature exposed to our method of ques­tion­ing. So auf Frans de Waals Buch Are We Smart Enough to Know How Smart Ani­mals Are, der dieses…

  • Westen hermetisiert im 18. Jhdt. Denken gegenüber Kritik der First Nations

    Der West­en sichert das Gefühl der eige­nen Über­legen­heit nicht nur gegenüber der vorge­blich nicht-beseel­ten und nicht-intel­li­gen­ten Natur. Auch in den absoluten Grund­la­gen unser­er mod­er­nen Philoso­phie steckt ein Akt der Arzneimit­tel m Abgren­zung und Täuschung – dies­mal gegenüber den Denkern der amerikanis­chen First Nations. Ideen wie Frei­heit und Gle­ich­heit sind näm­lich keine gen­uin europäis­chen Ideen und…

  • Kapitalismus ist auf Abgrenzung zur Natur angewiesen

    Wir Westler*innen haben ein ziem­lich kom­plex­es Denksys­tem aufge­baut, das es uns ermöglicht, uns von der Natur abzu­gren­zen und uns über sie zu erhöhen. Auch eine Verän­derung dieses Denksys­tems fällt uns trotz aller wider­sprüch­lichen Fak­ten über­raschend(?) schw­er. Ein­er der Gründe dafür kön­nte auch sein, dass unser aktuelles Gesellschaftssys­tem und ins­beson­dere unser Wirtschaftssys­tem in einem hohen Maße…

  • Die Intelligenz von Oktopussen ist uns grundlegend fremd

    Während wir Men­schen fast schon träumerisch-verk­lärend die Frage nach außerirdis­ch­er Intel­li­genz stellen, tun wir uns prak­tisch schon schw­er damit, irdis­che Intel­li­gen­zen zu erken­nen, anzuerken­nen oder gar zu ver­ste­hen, wenn sie anders funk­tion­ieren als unsere. Ein beson­ders deut­lich­es Beispiel schildert Sy Mont­gomery in ihrem Buch The Soul of an Octo­pus – wie der Titel schon ver­muten…

  • Attraktoren als Ordnungsprinzip emergenter Systeme

    Um über emer­gente Sys­teme sprechen zu kön­nen, brauchen wir neue Begrif­flichkeit­en. Diese helfen uns, Phänomene zu beschreiben, die daraus entste­hen, dass zahllose kleine Kom­po­nen­ten miteinan­der inter­agieren und damit etwas „Neues“ auf der über­ge­ord­neten Ebene entste­ht. Diese Begriffe beschrieben dabei nicht die Kom­po­nen­ten an sich (im Tao­is­mus qi), son­dern deren Beziehung und Inter­ak­tion miteinan­der (li). Wenn…

  • Menschliches und nicht-menschliches Denken sind stark emergent

    In den let­zten Wochen habe ich immer wieder über die men­schliche Intel­li­genz geschrieben und darüber, wie sie sich von tierisch­er und auch kün­stlich­er unter­schei­det – oder eben nicht. Dieses The­ma lässt mich ger­ade nicht los, sodass ich mich in den näch­sten Monat­en etwas tiefer darein versenken werde. Das wird sich natür­lich auch auf die The­men…

  • Secessionen brachten den Alltag in die deutsche Kunst

    Die Ausstel­lung in der drit­ten Etage der Alten Nation­al­ga­lerie macht deut­lich, wovon die deutsche Kun­st im 19. Jahrhun­dert geprägt war: auf der einen Seite die Ide­al­isierung von Macht und Adel sowie auf der anderen imposante und roman­tisch geprägte Naturgemälde à la Cas­par David Friedrich oder Karl Friedrich Schinkel. Hier eine kleine Auswahl entsprechen­der Gemälde aus…

  • Westlicher Reduktionismus übersieht das Wesentliche

    Neben dem kon­flik­t­be­hafteten Ver­hält­nis zwis­chen Ich und Selb­st ist unser west­lich­es Welt­bild von ein­er zweit­en Grun­dan­nahme geprägt, die bei genauerem Hin­se­hen unzuläs­sig vere­in­facht und uns nur einen beschränk­ten Auss­chnitt der Welt zugänglich macht: dem wis­senschaftlichen Reduk­tion­is­mus. Dieser geht im Kern davon aus, dass ich das Ver­hal­ten eines Sys­tems dadurch ver­ste­hen bzw. erk­lären kann, dass ich…

  • Ich und Selbst im Zusammenspiel

    Den Kon­flikt zwis­chen Ich und Selb­st kön­nen wir nur dann bei­le­gen, wenn wir ein neues Ver­ständ­nis für die Inter­ak­tion dieser bei­den Aspek­te entwick­eln. Einen spez­i­fis­chen Ansatz ver­fol­gt hier Anto­nio Dama­sio, der dem ratio­nalen Teil unseres Denkens Emo­tio­nen an die Seite stellt, die in seinen Augen eng mit dem Selb­st ver­bun­den sind. Neben die Fak­ten und…

  • Der Konflikt zwischen Ich und Selbst

    Das west­liche Denken ist in hohem Maße geprägt von einem klaren Dual­is­mus zwis­chen der „natür­lichen“ Dimen­sion unseres Denkens und ein­er spez­i­fisch men­schlichen „ratio­nalen“ Dimen­sion. Pla­ton unter­schied zwis­chen einem sterblichen Kör­p­er und ein­er unsterblichen Seele, was dann durch das Chris­ten­tum aufge­grif­f­en und moralisch aufge­laden wer­den kon­nte: Die göt­tliche Seele strebt nach dem Guten, muss dafür aber…

  • Belebte Intelligenz ist gleichwertige Intelligenz

    Es ist nicht ganz ein­fach, sich auf den Gedanken einzu­lassen, dass der Men­sch sich nicht in erster Lin­ie durch das Aus­maß sein­er Intel­li­genz aus der „Natur“ her­aushebt, son­dern nur durch deren spez­i­fis­che Form und unsere Spezial­isierung auf konzep­tionelles Denken und sym­bol­is­che Kom­mu­nika­tion. Ein Grund dafür kön­nte die (im Kern berechtigte) War­nung sein, anderen Tieren oder…

  • Intelligenz ist eine tautologische Abgrenzung zwischen Mensch und Natur

    Wir Men­schen haben uns zu großen Teilen halb­wegs damit abge­fun­den, dass wir gemein­same Vor­fahren mit den heute leben­den Affen haben und im Kern dann auch doch nur eine spez­i­fis­che Art Tier in einem kom­plex­en Stamm­baum. Trotz­dem ziehen wir eine sehr scharfe Gren­ze zwis­chen „uns“ und der „Natur“. Ger­ade in der Abgren­zung gegenüber anderen Tieren ist…

  • Der Kampf gegen den Klimawandel ist gegendert

    Auf den ersten Blick mag es absurd klin­gen, aber selb­st der Kampf gegen die Kli­makatas­tro­phe wird maßge­blich von Erwartun­gen an geschlechtliche Iden­tität geprägt. Und durch klas­sis­che Bilder von „Männlichkeit“ erschw­ert. Aufmerk­sam gewor­den bin ich darauf in dem sehr sehenswerten Video von Git­temary Johansen: how envi­ron­men­tal­ism became „women’s work“ // tox­ic mas­culin­i­ty and the eco gen­der…

  • Kapitalismus im Journalismus verzerrt die öffentliche Debatte

    Jour­nal­is­tis­che Medi­en ver­ste­hen sich gerne als „Kor­rek­tiv“ gegenüber den Mächti­gen in ein­er Gesellschaft. Gle­ichzeit­ig geben sie sich als objek­tive „Chro­nis­ten“ ein­er exter­nen „öffentlichen Debat­te“. Sie verken­nen dabei oft jedoch nicht nur ihre eigene Rolle, son­dern stützen auch struk­turell die ohne­hin schon Mächti­gen: diejeni­gen mit genug Kap­i­tal, um die öffentliche Debat­te in ihrem Sinne zu bee­in­flussen.…