Vergangenheit, Zukunft und die verrückte Zeit dazwischen

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  • Das monopolistische Gebaren begründet Peter Thiel theologisch

    Mit sein­er the­o­retis­chen Recht­fer­ti­gung der aktuellen Ide­olo­gie der Tech-Oli­garchen knüpft Peter Thiel an die The­olo­gie Rene Girards an, der men­schliche Triebe auf die Nachah­mung ander­er aus­gerichtet sieht und damit ständi­gen Wet­tbe­werb pro­duziert. Thiel zieht daraus den Schluss, dass Gewalt­frei­heit und Frei­heit all­ge­mein nur dann möglich sind, wenn man sich dem Wet­tbe­werb entzieht. Monopol­bil­dung ist die…

  • Immer schnellere Veränderung von Software Teil des Systems

    Bei der Lek­türe von Team Topolo­gies ist mir aufge­fall­en, dass es mit­tler­weile Teil des Sys­tems ist, dass Soft­ware sich kon­tinuier­lich und in immer engeren Zyklen verän­dert. Ger­ade das hier vorgeschla­gene Sys­tem set­zt darauf, dass viele klein­teilige Teams möglichst wenig miteinan­der inter­agieren, um eine schnelle Iter­a­tion zu ermöglichen. Durch diese schnelle Iter­a­tion wird es auf Nutzer­seite…

  • Moderne Schreibprogramme behindern kreativen Ausdruck

    Ein Beispiel dafür, wie Com­put­er­pro­gramme immer schlechter wer­den, sind mod­erne Pro­gramme zur Textver­ar­beitung. Der reine Akt des Schreibens wird hier ständig unter­brochen und durch kon­tinuier­liche Irri­ta­tion erschw­ert: What start­ed as sim­ple dig­i­tal writ­ing tools have evolved into com­plex ecosys­tems of noti­fi­ca­tions, sug­ges­tions, and “help­ful” fea­tures that often inter­rupt rather than enhance the writ­ing flow. Quellen…

  • Glaube an die Intelligenz von KI ähnelt Glauben an Hellseher

    Dass viele Men­schen glauben, LLMs wären intel­li­gent, lässt sich mit dem­sel­ben Mech­a­nis­mus erk­lären, der manche Men­schen an Hellse­her glauben lässt – u.a. dem soge­nan­nten For­er-Effekt: As a con­se­quence, many peo­ple will inter­pret even the most gener­ic state­ment as being specif­i­cal­ly about them if they can relate to what was said. Quellen Artikel: The LLMen­tal­ist Effect:…

  • Automatisiertes Wissen ist entfremdet und wirkt als Machtinstrument

    Sobald das Wis­sen der Arbeit­er­schaft in Maschi­nen man­i­festiert ist und durch den Kap­i­tal­is­mus nahezu beliebig skaliert und bewegt wer­den kann, kön­nen Arbeit­er von diesem Wis­sen ent­fremdet wer­den, das ihnen nun extern gegenüber­tritt. Verän­derun­gen und Verbesserun­gen am Pro­duk­tion­sprozess sind nun nicht mehr direkt mit ihrer Prax­is ver­bun­den, son­dern bleiben ihnen sog­ar voren­thal­ten. Spätere Gen­er­a­tio­nen müssen das…

  • KI ist ein politisches Projekt der Machtverlagerung

    Wenn wir Tech­nolo­gien in erster Lin­ie nach ihrer gesellschaftlichen Bedeu­tung klas­si­fizieren, wird deut­lich, dass KI in ein­er Tra­di­tion­slin­ie mit der Automa­tisierung physis­ch­er Pro­duk­tion ste­ht und auf die Zen­tral­isierung von Wis­sen und dessen Ver­mark­tlichung abzielt: I think we should shed the idea that AI is a tech­no­log­i­cal arti­fact with polit­i­cal fea­tures and rec­og­nize it as a…

  • Spiele: Clair Obscur – Expedition 33 von Sandfall Interactive

  • KI schließt an Wandel der Menschen an

    Bei der ganzen Diskus­sion darum, ob die KI men­schlich wird, soll­ten wir uns lieber fra­gen, ob nicht wir Men­schen der KI immer ähn­lich­er wer­den, bzw. uns nicht schon länger in eine Rich­tung bewe­gen, die uns durch KI erset­zbar macht. Dazu for­muliert Joan West­en­berg auf Mastodon: We‘re wor­ried about AI doing human things. We should be…

  • Automatisierung als ursprüngliche Akkumulation von Wissen

    Wenn wir akzep­tieren, dass auch das, was wir heute „physis­che Arbeit“ nen­nen, einen sig­nifikan­ten Anteil an Wis­sen voraus­set­zt, wird die Indus­tri­al­isierung nicht nur zu ein­er Akku­mu­la­tion von physis­chem Kap­i­tal, son­dern auch von Wis­sen, über das die Arbeit­er ver­fü­gen und das sich nun in der Form von Maschi­nen man­i­festiert und damit in ein­er nahezu unbeschränk­ten Weise…

  • Intellektuelles Wissen folgt der Arbeit, es geht ihr nicht voraus

    Heutzu­tage tren­nen wir rel­a­tiv klar zwis­chen „Wis­sensar­beit“ und „physis­ch­er“ Arbeit. Spätestens mit den Man­age­men­tideen Fred­er­ick Tay­lors ist diese Unter­schei­dung fest etabliert. Bei genauem Hin­se­hen lässt sie sich jedoch kaum aufrechter­hal­ten: Jede physis­che Arbeit enthält immer auch einen gewis­sen Anteil an Wis­sen – nicht nur ein verk­lärtes „ursprünglich­es“ Kun­sthandw­erk, son­dern auch Land­wirtschaft oder die Pro­duk­tion von…

  • Schwierige Zugänglichkeit Teil der Identität von Subkulturen

    Er Assoziation Alte Hasen begeg­nen Neulin­gen in ein­er Sub­kul­tur mit Ablehnung Wie sich das Selb­st in der Mod­erne selb­st erfind­en muss Quellen Artikel: Chi­na Miéville says we shouldn’t blame sci­ence fic­tion for its bad read­ers von Chi­na Miéville

  • Alte Hasen begegnen Neulingen in einer Subkultur mit Ablehnung

    Der Auf­bau ein­er neuen Sub­kul­tur ist auf vie­len Ebe­nen anstren­gend. Wenn die Sub­kul­tur dann erfol­gre­ich wird, immer zugänglich­er und sich mehr Men­schen in ihr bewe­gen, kann dies zu Ablehnung durch die alten Hasen führen: And I also feel some­thing, because I’m awful: Now peo­ple are read­ing those authors, and they don’t deserve them. They don’t…

  • Private Equity überträgt Firmeneigentum auf Investoren

    Das zen­trale Ziel von Pri­vate-Equi­ty-Fir­men beste­ht darin, die Assets ein­er über­nomme­nen Fir­ma zu übernehmen und die Kosten mit aller Gewalt zu drück­en. Dabei ist es auch egal, wenn das Unternehmen pleit­ege­ht. Con­trary to the industry’s claims about being experts in turn­ing com­pa­nies from losers to win­ners, pri­vate equi­ty typ­i­cal­ly tar­gets healthy com­pa­nies rather than under­per­form­ing…

  • Rezension: Schiksalsjahre von Jan Guillou

    Im vierten Band der Rei­he set­zt Jan Guil­lou die Geschichte der Fam­i­lie Lau­ritzen fort und erzählt von ihrem Leben zwis­chen Schwe­den, Deutsch­land und Nor­we­gen während des zweit­en Weltkriegs. Das Buch bleibt clever und unter­halt­sam, erscheint mir jedoch mehr und mehr for­mu­laisch und lässt mich nicht mehr so mit den Fig­uren mit­fiebern, wie noch die ersten…

  • Notizen: Gekränkte Freiheit von Carolin Amlinger, Oliver Nachtwey

  • Notizen: Team Topologies von Matthew Skelton, Manuel Pais

  • Schon Ricardo sah in Automatisierung Gefahr für Arbeiterschaft

    Mit sein­er The­o­rie des „kom­par­a­tiv­en Kosten­vorteils“ legte David Ricar­do die Grund­la­gen für den klas­sis­chen ökonomis­chen Blick auf inter­na­tionalen Han­del. Mit sein­er Arbeit­s­the­o­rie des Wertes legt er zudem die Grund­lage für den marx­is­tis­chen Blick auf Arbeit und Kap­i­tal­is­mus. Mir zumin­d­est bis­lang nicht bekan­nt war, dass Ricar­do sich auch aus­führliche Gedanken darüber gemacht hat, wie sich die…

  • Geschaut: Heartstopper von Alice Oseman

  • Kapitalisierung von Wissen als Gefahr für den Kapitalismus schon im 19. Jhdt. erkannt

    Die zen­trale Rolle von Wis­sen für die Wirtschaft – auch die Pro­duk­tion­swirtschaft – war schon Charles Bab­bage am Anfang des 19. Jahrhun­derts bewusst. Ins­beson­dere sah er in der zunehmenden Kap­i­tal­isierung des Wis­sens der Arbeit­er­schaft in Maschi­nen ein langfristiges Risiko für das langfristige Funk­tion­ieren eines arbeit­szen­tri­erten Kap­i­tal­is­mus – ähn­lich übri­gens wie das unlike­ly cou­ple aus David…

  • Moderner Blick auf Entstehung des Computers versteckt kollektive Leistung hinter Genie-Kult

    Wenn wir heute auf die frühe Entwick­lung des Com­put­ers zurück­blick­en, ste­hen da in erster Lin­ie zwei Namen: Charles Bab­bage und Ada Lovelace. Sie gel­ten als Erfinder*innen des Com­put­ers bzw. der heute so zen­tralen Unter­schei­dung von Hard­ware und Soft­ware. Doch gegen­teilig zu der dominieren­den Erzählweise indi­vidu­eller Genies waren bei­de in erster Lin­ie Kinder ihrer Zeit und…

  • Spinozas Philosophie konnte kollektive Selbsttäuschung nicht überwinden

    Ein weit­eres Beispiel für einen Philosophen, der schon im 17. Jahrhun­dert einen sehr mod­er­nen Blick auf die Welt hat­te, ist Brauch de Spin­oza. Doch da er die unbe­que­men Fra­gen stellte und nicht bere­it war, seine neuen Ideen für die „alte Garde“ ver­daulich zu ver­pack­en, ist er bis heute nicht Teil des großen west­lichen Kanons, son­dern…

  • Gig-Economy auch in der Pflege

    In den USA gibt es mit­tler­weile Apps, die das Geschäftsmod­ell der Gig-Econ­o­my, wie beispiel­sweise beim klas­sis­chen Uber oder Plat­tfor­men wie Mechan­i­cal Turk, auf den Bere­ich der Pflege über­tra­gen: Hier reg­istri­eren sich beru­flich Pfle­gende auf ein­er Plat­tform, über die sie dann von Pflegeein­rich­tun­gen und Kranken­häuser für einzelne Schicht­en gebucht wer­den kön­nen. Dabei find­en sich all die…

  • Vom Lesen, Denken und Bloggen

    Es ist mal wieder so weit. Ein neuer Wel­tenkreuzer geht online, wieder in einem neuen For­mat. Der Wel­tenkreuzer ist jet­zt nicht mehr „nur“ Blog, er ist auch kein „Mag­a­zin“, er ist auch nicht meine beru­fliche Web­seite in diesem Netz. Er ist Teil meines Denkraums, mein­er Noti­zen­welt, meines „Zettelka­s­tens“. Wenn dir das als Info schon reicht,…

  • Zahlen können anderes bedeuten als Wert

    Ein ganz zen­traler Schritt in der Entwick­lung des Com­put­ers und damit unser­er mod­er­nen durchtech­nisierten Welt war die Erken­nt­nis, dass Zahlen mehr kön­nen, als „nur“ Werte widerzus­piegeln. Die zen­trale Fig­ur war hier Ada Lovelace, die immer mal wieder als „erste Pro­gram­miererin“ beze­ich­net wird. Während die ursprüngliche Dif­fer­ence Engine von Charles Bab­bage den Ablauf der Berech­nung noch…

  • Gespielt: Yakuza – Like A Dragon von Xbox

  • Arbeitsteilung macht Arbeit berechenbar

    Die Arbeit­steilung geht aber nicht nur der Automa­tisierung von Arbeit voraus. Sie ist auch eine zen­trale Grund­lage dafür, den notwendi­gen Arbeit­saufwand berechen­bar zu machen und Arbeit­szeit als eine beliebig kalkulier­bare Große zu ver­ste­hen. So schreibt Mat­teo Pasquinel­li in seinem Buch The Eye of the Mas­ter: The Bab­bage prin­ci­ple states that the organ­i­sa­tion of a pro­duc­tion process…

  • Rezension: Thinking in Systems von Donella H. Meadows

    Das Buch, das zum ersten Mal Anfang der 1990er Jahre als Entwurf Beach­tung fand und erst nach dem Tod der Autorin 2008 erst­ma­lig offiziell veröf­fentlicht wurde, beschreibt die Grund­la­gen eines sys­temis­chen Denkens aus kom­plex­en Zusam­men­hän­gen und Wech­sel­wirkun­gen. Dabei fokussiert sich die Autorin in erster Lin­ie auf die absoluten Grund­la­gen und beschreibt ins­beson­dere die Funk­tion­sweise von…

  • Arbeitsteilung geht der Automatisierung voraus

    Am Beispiel der ersten mech­a­nis­chen Com­put­er lässt sich sehr gut erken­nen, dass die Automa­tisierung von Arbeit nicht in erster Lin­ie auf ein­er tech­nis­chen Inno­va­tion auf­baut, son­dern auf der konkreten Organ­i­sa­tion von Arbeit. So weist Mat­teo Pasquinel­li in seinem Buch The Eye of the Mas­ter darauf hin: In ear­ly nine­teenth- cen­tu­ry Eng­land, ‘com­put­er’ was not the…

  • Rezension: Godwin von Joseph O’Neill

    Dem Klap­pen­text nach ist “God­win” von Joseph O’Neill ein Roman über das schmutzige Geschäft des Fußballs; vielle­icht auch noch über Afri­ka, Europa und die Aus­beu­tung, die bei­de Kon­ti­nente seit Jahrhun­derten verbindet. So war ich doch ein wenig über­rascht, als die ersten 20 so abso­lut gar nichts mit Fußball zu tun haben und sich in erster…

  • Rezension: Elder Race von Adrian Tchaikovsky

    Elder Race ist tat­säch­lich mein erstes Buch von Adri­an Tchaikovsky – und warum zum Teufel habe ich so lange damit gewartet, mal etwas von ihm zu lesen? In dem eher kurzen Roman erzählt der Autor eine dop­pelte Geschichte: Da ist eine in Ung­nade gefal­l­ene Prinzessin, die ver­sucht, mit der Hil­fe eines mys­ter­iösen Magiers der “Elder…

  • Rezension: Die Abschaffung des Todes von Andreas Eschbach

    Mit „Die Abschaf­fung des Todes“ schreibt Andreas Eschbach mal wieder einen sein­er Tech­no-Thriller, in denen er eine span­nende und reißerische Hand­lung nutzt, um tech­nol­o­gis­che und philosophis­che Ideen vorzustellen. Dabei hat man in diesen Büch­ern von ihm immer das Gefühl, dass die Hand­lung zwar sehr gut kon­stru­iert ist, aber im Kern nur dazu dient, die Haupt­fig­ur…

  • Abstraktionen haben eine materielle Grundlage

    For­male und erst recht automa­tisierte Algo­rith­men im Sinne Pasquinel­lis weck­en die Illu­sion ein­er uni­versellen Wahrheit, die los­gelöst ist von materiellen Beschränkun­gen. Doch wie eben Pasquinel­li in seinem Buch The Eye of the Mas­ter beschreibt, haben alle diese Algo­rith­men eine konkrete materielle Grund­lage: First, process­es of quan­tifi­ca­tion and com­par­i­son that were based on equiv­a­lence with­out involv­ing…

  • KI am Arbeitsplatz erzeugt Belastung und Stress

    Kaum gab es ein ein­fach ver­füg­bares und umfan­gre­ich trainiertes „Large Lan­guage Mod­el“, über­schlu­gen sich die Mel­dun­gen und Ver­sprechun­gen über Kün­stliche Intel­li­genz – wie sie uns Arbeit abnehmen würde und die Wirtschaft rev­o­lu­tion­ieren. Doch nach zwei Jahren ist von diesen Ver­sprechun­gen nicht mehr allzu viel übrig. So zeigt eine Umfrage in den USA: Although 96% of…

  • Rezension: Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland von Sarah Brooks

    Ich bin ja eigentlich nicht so der Fre­und von Büch­ern, die ihren Fokus darauf leg­en, eine „weirde“ Ver­frem­dung unser­er Welt vorzustellen. Jeff Van­der­meers „The South­ern Reach“-Reihe war mir zum Beispiel ein­fach zu fremd, ähn­lich wie manche Romane Chi­na Mievilles. Gle­ichzeit­ig mag ich das leicht lakonisch-entrück­te von Autoren wie Haru­ki Muraka­mi. Wie gut, dass „Hand­buch für…

  • Drei Typen von Algorithmen

    „Algo­rith­mus“ ist mit­tler­weile ein­er der wichtig­sten Begriffe gewor­den, wenn wir über den Ein­fluss von Tech­nolo­gie auf unsere Gesellschaft nach­denken. Dabei wird der Begriff selb­st jedoch sel­ten direkt the­ma­tisiert und bleibt auch in sein­er Ver­wen­dung unklar und nicht wirk­lich definiert. Dadurch geht ver­loren, dass es nicht nur die fast schon mythisch verk­lärten Algo­rith­men der Sozialen Medi­en…

  • Wir müssen gegen Software und das Internet kämpfen

    Cory Doc­torow hat mit der Idee der Enshit­ti­fi­ca­tion ein schönes Bild geschaf­fen, um zu analysieren, warum Plat­tfor­men wie Ama­zon oder Spo­ti­fy für Kund*innen wie Anbi­eter immer schlechter wer­den. In seinem Newslet­ter geht Ed Zitron jet­zt noch etwas weit­er und beschreibt den kon­tinuier­lichen Kampf, in dem wir uns mit „dem Inter­net“ und den Pro­gram­men, die viele…

  • Bildung gilt als weiblich und stößt damit Männer ab

    Nach­dem Frauen lange Zeit an US-amerikanis­chen Hochschulen mas­siv unter­repräsen­tiert waren, machen sie mit­tler­weile gut 60 Prozent der eingeschriebe­nen Studieren­den aus. (In Deutsch­land lässt sich diese Entwick­lung aktuell nicht beobacht­en, hier machen Frauen rund 51 Prozent der eingeschriebe­nen Studieren­den aus.) Die Gründe hier­für sind vielfältig, wie Celeste Davis in ihrem Newslet­ter beschreibt: von dem höheren Anteil…

  • Rezension: Extinction of Experience von Christine Rosen

    Auch wenn die Autorin sich ein hehres Ziel set­zt, die Rolle echter physis­ch­er Erfahrun­gen her­auszuar­beit­en, gelingt ihr das in diesem Buch lei­der nur sehr begren­zt. Das liegt in erster Lin­ie daran, dass sie – wie so viele andere Arbeit­en zu diesem The­ma – einen harten Gegen­satz zwis­chen der dig­i­tal­en und der analo­gen Welt auf­macht. Wech­sel­wirkun­gen…

  • Wir müssen lernen, ohne Arbeit zu leben

    Die Lohnar­beit ste­ht seit Jahrzehn­ten im Mit­telpunkt unser­er Gesellschaft. Sie dient uns nicht nur dazu, unseren Leben­sun­ter­halt zu bestre­it­en, sie ist auch eines der weni­gen Ele­mente, das unsere Gesellschaft aus Indi­viduen über­haupt noch zusam­men­hält. So schreibt There­sa Bück­er in ihrem Buch Alle_Zeit: In unser­er Gesellschaft ist es derzeit am ein­fach­sten, über eine Beruf­stätigkeit länger­fristig gesund…

  • Arbeitsteilung macht intellektuelle Arbeit zu physischer

    Ein zen­traler Aspekt bei der Automa­tisierung intellek­tueller Arbeit und der Ein­führung der frühen Rechen­maschi­nen war die Umwand­lung von intellek­tuell anspruchsvoller Arbeit in physisch anspruchsvolle. Diese brauchte jedoch eben nicht so sehr eine Aus­bil­dung als „nur“ physis­che Kraft und Aus­dauer. So schreibt Lor­raine Das­ton in ihrem Buch Rules über den Ein­satz der Hol­lerith-Maschi­nen Ende des 19.…

  • Erste moderne Arbeitsteilung gab es bei intellektueller Arbeit

    Arbeit­steilung und Automa­tisierung von Arbeit verbinden wir im Nor­mal­fall mit physis­ch­er Arbeit und der Pro­duk­tion von Gütern. Nach­dem sie the­o­retisch bere­its im 18. Jahrhun­dert beschrieben wurde – z. B. bei Ques­nay und Adam Smith wird der Beginn ihres Siegeszugs üblicher­weise auf die Arbeit­en Fred­er­ick Tay­lors am Anfang des 20. Jahrhun­derts datiert. Hier wird die Pla­nung…

  • Vernetztes Denken braucht Auswendiglernen

    In Zeit­en dün­ner Regeln und abstrak­ter Kom­pe­ten­zen hat das Auswendigler­nen einen schw­eren Stand: Es gilt als ver­al­tet, da man doch alles ohne­hin nach­schla­gen kann und diverse Werkzeuge uns in unserem alltäglichen Leben und Arbeit­en unter­stützen. Während das Ler­nen man­i­fester Fak­ten wie dem Ein­maleins oder den sechzehn Bun­deslän­dern noch halb­wegs akzep­tiert ist, ger­at­en konkrete Jahreszahlen oder…

  • Plattformen schwächen den Link als zentrales Element des Internet

    Links sind ein zen­trales Ele­ment des klas­sis­chen Inter­nets und unab­d­ing­bar für sein Funk­tion­ieren. Sie ermöglichen es, nahezu beliebige Inhalte im Netz miteinan­der in Verbindung zu brin­gen und so ein dicht geknüpftes Netz von Gedanken und Ideen zu spin­nen. Sie bergen damit intellek­tuelle Sprengkraft, wie sie Steven Hall in seinem Buch Maxwells Demon beschreibt: He’d called…

  • Rezension: Maker’s Curse von Trudi Canavan

    Auch das vierte und let­zte Buch der Rei­he Millennium’s Rule von Tru­di Cana­van ist eine flotte und action­re­iche Fan­ta­sy-Geschichte mit bekan­nten Fig­uren und The­men: Es geht um den ver­ant­wortlichen Umgang mit Macht, Krieg und seine Kon­se­quen­zen und dies­mal auch eine sehr deut­liche Kri­tik an der rück­sicht­slosen Aus­beu­tung glob­aler Ressourcen. Die Kap­i­tal­is­muskri­tik ist ohne­hin ein The­ma,…

  • Abgebrochen: Piraten von David Graeber

  • Dicke Regeln funktionieren über Analogien und Übertragung

    Ein wichtiges Ele­ment für den Ein­satz dick­er Regeln ist ein umfan­gre­ich­es Reper­toire an Anek­doten, Beispie­len und Mod­ellen, aus denen man sich in ein­er kom­plex­en und unüber­sichtlichen Sit­u­a­tion bedi­enen kann, um zu ein­er fundierten Entschei­dung zu kom­men. So schreibt Lor­raine Das­ton in ihrem Buch Rules: Over­ar­ch­ing rules sub­sum­ing many spe­cif­ic prob­lems were scarce, but a rich…

  • Dicke Regeln verbinden Abstraktion und Konkretes

    Während dünne Regeln eine sta­bile Welt benöti­gen, boten „dicke“ Regeln auch in insta­bilen Wel­ten Ver­lässlichkeit und erlaubten ein gewiss­es Maß an Kon­trolle. Sie reduzierten kom­plexe Sit­u­a­tio­nen nicht auf eine einzelne Formel oder einen monokausalen Zusam­men­hang, son­dern umfassten ein bre­ites Spek­trum an Inter­pre­ta­tion­shil­fen und Entschei­dung­sun­ter­stützung. So schreibt Lor­raine Das­ton in ihrem Buch Rules: The world of…

  • Dünne Regeln brauchen eine stabile Welt

    Damit sich Algo­rith­men als dom­i­nante Form von Regeln etablieren kon­nten, musste die Welt erst in eine Form gebracht wer­den, in der das, was Lor­raine Das­ton in ihrem Buch Rules „dünne Regeln“ nen­nt, aus­re­ichend ist, um kom­plexe Zusam­men­hänge zu erfassen und zu kon­trol­lieren. Vor- und früh­mod­erne Zeit­en waren von einem Regelmod­ell geprägt, das Das­ton „dick“ nen­nt…

  • Rezension: Successor’s Promise von Trudi Canavan

    Im drit­ten Band der Rei­he stellen sich Rielle und Tyen ein­er weit­eren Her­aus­forderung. Dafür müssen sie neue Kräfte erlan­gen und mit diesen umge­hen ler­nen. Sie erken­nen aber auch, welche Ver­ant­wor­tung und welche Risiken mit großer Macht ein­herge­hen. Wieder schafft es Cana­van sehr gut, eine span­nende und flotte Geschichte zu erzählen und gle­ichzeit­ig Fig­uren wie The­men…

  • KI-Trainingsdaten verändern englische Sprache und wirken dadurch rassistisch

    Die Sprache der „kün­stlichen Intel­li­genz“ ist (aktuell?) Englisch. Doch nicht irgen­dein Englisch. Vielmehr sind die Pro­duk­te der KI geprägt von dem Englisch, das im Train­ing­sprozess genutzt wird. Der Guardian berichtet nun, dass hier ein spezieller Mech­a­nis­mus am Werk ist, der let­ztlich mal wieder auf ras­sis­tis­ch­er Aus­beu­tung basiert und ras­sis­tis­che Struk­turen repro­duziert. In der let­zten Zeit…