- Präsentiert von
- WordPress
-
„The Spear Cuts Through Water“ von Simon Jimenez
Es ist schwer, über „The Spear Cuts Through Water“ eine kurze Rezension zu schreiben. Es gibt zu viele Ebenen, auf denen man über den Roman Interessantes sagen könnte: die spannende Fantasy-Geschichte in einer faszinierenden und gleichzeitig irgendwie unwirklich erscheinenden Welt, das Verschwimmen unterschiedlicher Erzählebenen zwischen zeitgenössischem Roman, magischem Realismus und klassischerer Fantasy, die verschiedenen thematischen…
-
Handys befriedigen unser Bedürfnis, etwas mit den Händen zu machen
Sehr spannende Idee in einem Video von Hazel Thayer: Unsere Hände sind eng mit unserem Gehirn verbunden und unser Gehirn neigt in unterschiedlichem Maße dazu, zu „wandern“. Dieses „mind wandering“ könnte eng mit dem Bedürfnis verbunden sein, etwas mit unseren Händen zu machen, was kaum konkrete Aufmerksamkeit erfordert – wie zum Beispiel zur Routine gewordene…
-
Form zählt in unserem Diskurs mehr als Inhalt
An den Reaktionen auf die Neugründung der AfD-Jugendorganisation in #Giessen vor einiger Zeit konnte man schön das Grundproblem des deutschen Umgangs mit dem politischen Rechtsextremismus erkennen: Die extremen Aussagen in der Halle und allgemein aus dem Umfeld der Partei bleiben unkommentiert und Teilnehmende werden sogar mit Polizei-Eskorte zur Veranstaltung gefahren. Gleichzeitig wird der zivile Protest…
-
Wir müssen lernen, um die Welt zu trauern
Die Klimakatastrophe schreitet voran und auch der Vormarsch des Faschismus scheint immer weniger aufzuhalten zu sein. Das ist eine Kränkung unseres modernen Ichs, das davon ausgeht, die Welt werde von Tag zu Tag besser und alles ließe sich kontrollieren. Das war schon immer eine Illusion, diese zerbricht nun aber immer häufiger, ohne dass wir individuell…
-
Das Ende der Terra Ignota: „Perhaps the Stars“ von Ada Palmer
Nach rund 85 Stunden Hörbuch auf mehreren Hundert Jogging-Kilometern quer durch Dortmund habe ich meinen Re-„Read“ der Terra Ignota-Reihe abgeschlossen – logischerweise als Hörbuch und nicht mit dem Kindle vor der Nase. Ich bin üblicherweise nicht so der ganz große Freund von englischsprachigen Hörbüchern, da sie mir für „nebenbei“ zu viel aktives Zuhören erfordern. Doch…
-
Fremde auf einer fremden Welt: „Shroud“ von Adrian Tchaikovsky
In Sachen Adrian Tchaikovsky bin ich ja ein wenig ein Spätzünder, aber es heißt ja nicht zu Unrecht: „Besser spät als nie“. Und von den drei Büchern, die ich von ihm bisher gelesen habe, war jedes auf seine eigene Art besonders und irgendwo zwischen sehr gut und hervorragend. Jetzt also eines seiner neueren Werke – Shroud.…
-
2026 – Mein Jahr der Geschichte
Mit den klassischen Neujahrsvorsätzen habe ich es nicht so. Dieses Jahr wollte ich mir aber mal wieder ein etwas größeres Projekt suchen, in das ich Teile meiner sehr variabel verfügbaren Freizeit investieren kann und das mich durch das Jahr begleitet. Irgendwie kristallisierte sich das dann im Laufe der letzten Wochen zu dem „Vorsatz“, mir in…
-
Wir moderieren uns zu Tode
An anderer Stelle hatte ich hier schon mal vom Konservatismus als „Status Quo“-Extremismus gesprochen. Nasrin Amirsedghi fasst dieses Gefühl in einem sehr lesenswerten Text treffend zusammen: Ich habe die Farblosigkeit eurer Demokratie satt, die so korrekt geworden ist, dass sie jeden Funken Leidenschaft misstrauisch beäugt.Ich bin es müde, in einem Land zu leben, das sich…
-
KI weist auf problematische gesellschaftliche Strukturen hin
Ich habe schon länger den Verdacht, dass jede Diskussion über den sinnvollen Einsatz von KI letztlich eine Diskussion über die Schwächen unserer neoliberal-kapitalistischen Gesellschaftsordnung ist. Im Kern verschärft KI in meinen Augen da in erster Linie die Widersprüche, die wir im Kapitalismus ohnehin haben. In eine ähnliche Richtung zielt Lorenz Matzat, der in der Auseinandersetzung…
-
Informationen im Netz bleiben fragmentiert
Egal ob bei journalistischen Angeboten, bei anderen kommerziellen Webseiten, ehrenamtlichen oder privaten Initiativen: Oft steht jedes der Angebote für sich und ist nur selten mit Bedacht und für Besucher*innen nachvollziehbar mit anderen Stellen verbunden. So weist Robin Good auf Folgendes hin: We live in a time where we are flooded with disconnected advice: strategies, perspectives,…
-
Es ist nur konsequent, dass sich Unis mit KI selbst zerstören
Aus den USA kommen die ersten Berichte von Universitäten, die viel Geld in „Künstliche Intelligenz“ investieren und gleichzeitig menschliche Dozent*innen kündigen und ganze Studienprogramme abschaffen. Dabei macht Ronald Purser eine beunruhigende Beobachtung: the very programs best equipped to study the social and ethical implications of AI were being defunded, even as the university promoted the…
-
KI treibt eine riesige Blase
In ihrem Buch The Boom and Bust of Technological Innovation beschrieben die Ökonomen Brent Goldfarb und David A. Kirsch vier Faktoren, die dazu beitragen, eine Investitionsblase entstehen zu lassen: Alle vier Faktoren sind in der aktuellen Blase um „Künstliche Intelligenz“ in in hohem Maße vorhanden: Die Versprechungen sind gigantisch, es ist aber sehr unsicher, ob…
-
Die eigene Stimme entsteht im Zwischenraum zwischen Autoritäten
Egal zu welchem Thema, es wird immer unterschiedliche Meinungen von Personen geben, die zu diesem Thema als Experten gelten. In diesen widersprüchlichen Meinungen öffnet sich ein Raum, in dem eine eigene Stimme, eine tatsächlich eigene Position entstehen kann. Nothing prepared me better for adult intellectual life than getting two sets of contradictory feedback on every…
-
Auch die moderne Küche war ein Projekt der Kontrolle
Im Zentrum unseres gesamten westlichen Weltbilds steht die Kontrolle des Menschen über die Natur und auch über sich selbst. Das zeigt z. B. Philip Blom in seinem lesenswerten Buch „Die Unterwerfung“ (hier im Podcast vorgestellt: Zwischen zwei Deckeln, Episode 81). Bisher war mir allerdings noch nicht klar, dass auch die moderne europäische Küche in genau…
-
„A Tainted Cup“ von Robert Jackson Bennett
Detektivgeschichten bieten immer eine besonders gute Möglichkeit, einen Einblick in eine fremde Welt zu gewinnen. Für historische Romane ist dieses Subgenre fest etabliert, in der Fantasy sieht man es nicht ganz so häufig. „A Tainted Cup“ von Robert Jackson Bennett ist ein wunderbares Beispiel, wie wir als Leser*innen uns eine Welt durch die Augen und…
-
Warum KI nicht dabei hilft, besonders gute Bewerbungen zu schreiben und was man dagegen tun kann
Ok, das bedarf einer ausführlicheren Antwort auf mehreren Ebenen – aber dann kann ich auch gleich mal die „Förderierten Antworten“ auf meinem Blog testen. 😉 Was du beschreibst, ist ein schönes Beispiel dafür, wie und KI mit der Nase in die Widersprüche drückt, die wir uns in den letzten Jahrzehnten so eingebrockt haben – meist…
-
Realistischer Blick in eine dunkle Zukunft: „I Want a Better Catastrophe“ von Andrew Boyd
Eine Gute-Laune-Lektüre ist „I Want a Better Catastrophe“ von Andrew Boyd mit Sicherheit nicht. Es ist nicht einmal ein „Wir schaffen das, wenn wir uns anstrengen!“. Es ist ein „Es wird dunkel werden, sehr dunkel. Wenn wir uns anstrengen, haben wir aber zumindest Kerzenlicht.“ Am Anfang des Buchs stellt sich Boyd der unvermeidlichen Realität, die…
-
Adios Spotify, hallo Qobuz (Raus aus den Monopolen)
Neben #Spotify gab es schon immer andere Streaming-Dienste, mit einem ähnlichen Musik-Angebot, die aber in Sachen App-Komfort, Integrationen und auch Empfehlungsalgorithmen nicht mithalten konnten. Vor mehr als einem Jahr bin ich aber über den französischen Anbieter Qobuz gestolpert, der in erster Linie mit hoher Audioqualität wirbt. Die ist für mich aber gar nicht so entscheidend…
-
Raus aus den Monopolen
In den letzten Jahren ist immer deutlicher geworden, dass die Dominanz (meist) amerikanischer Monopolisten diversen Märkten nicht guttut: von der Suche (Google) über die Büroarbeit (Microsoft) bis hin zu Musik (Spotify), Hörbüchern (Audible), eBooks (Kindle) und Sozialen Medien (Twitter, Facebook/Instagram, YouTube und TikTok). Alle haben sie mittlerweile das durchlaufen, was Cory Doctorow Enshittification nennt: Dieser…
-
Kritik als Strategie
In der Öffentlichkeitsarbeit gibt es das alte Credo „Es gibt keine schlechte Aufmerksamkeit“. In der letzten Zeit sind mir im Zusammenhang mit dem Thema „KI“ sogar zwei Mechanismen aufgefallen, bei denen ehrliche Kritik einen positiven Effekt für das Kritisierte haben können: Critihype Gerade am Anfang der „neuen Generation“ öffentlich verfügbarer KI-Tools gab es eine große…
-
Analoges Schreiben statt digitalem Wischen
Auch oder gerade weil ich im Alltag mittlerweile fast nur noch digital unterwegs bin – Homeoffice, eBooks, digitale Comics und Mangas, Serien und Musik-Streaming, digitale Notizen – suche ich immer wieder nach Wegen, meinen Alltag ein wenig analoger zu gestalten. Gerade das reflektive Schreiben à la Tagebuch schien mir da immer ein guter Kandidat, aber…
-
Das Klima und das Ende
Ich lese gerade gleichzeitig I Want A Better Catastrophe von Andrew Boyd und den Roman Parts Per Million von Theresa Hannig (@t_matam_t). Beide Bücher gehen der Frage nach, was es mit uns Menschen macht, wenn wir wirklich verstanden und akzeptiert haben, dass unsere moderne Zivilisation in dieser Form nicht mehr lange wird fortbestehen können. Boyd…
-
Ein Blog, ist ein Blog, ist ein Blog
In den letzten Jahren hatte ich es mir irgendwie in den Kopf gesetzt, aus dem Weltenkreuzer etwas anderes zu machen als einen einfachen Blog – einen strukturierten Denkraum voller Ideen und Notizen. Doch wie das bei mir öfter ist: Wenn ich eine Struktur einmal aufgebaut habe, verliere ich das Interesse daran, sie auch konsequent zu…
-
Freiheit im Kapitalismus existiert für viele nur auf dem Papier
Die Rhetorik der Freiheit des Kapitalismus ist für viele Menschen letztlich nicht real erlebbar, auch wenn sie als rechtlich gesichert kommuniziert wird. Hier haben wir mal wieder den Konflikt zwischen der juristischen Realität und der Welt: Aus der rein formalen Freiheit in arbeitsteilig organisierten Marktgesellschaften resultiert so der Widerspruch, de jure frei zu sein, aber…
-
Kapitalismus verspricht Selbstwirksamkeit, begrenzt sie aber
Ein zentrales Versprechen demokratisch-kapitalistischer Systeme ist die (formale) Möglichkeit für einzelne Personen, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen und bei der Gestaltung der Gesellschaft mitzusprechen. Dabei stellt sich von vornherein die Frage, inwieweit dieses Versprechen überhaupt einlösbar ist, faktisch wird es auf jeden Fall nicht realisiert. Individuen sind in spätmodernen Gesellschaften in diesem Sinne einem Dilemma…
-
Abgebrochen: The Devils von Joe Abercrombie
Während ich ein großer Fan von Abercrombie’s Trilogie Age of Madness war, hat mich The Devils leider so überhaupt nicht abgeholt, sodass ich es nach rund einem Viertel abgebrochen habe: Das Setting in einem alternativen Europa, in dem Mythenwesen real sind und in dem die katholische Kirche mit allen Mitteln danach strebt, ihre Vorherrschaft zu…
-
Rezension: Assassin’s Quest von Robin Hobb
Der dritte Band der ersten Farseer-Reihe setzt die Geschichte der ersten beiden Bände konsequent fort. Nun geht es jedoch weniger um die Politik und die Intrigen in der Hauptstadt der Six Duchies, Buckkeep, sondern um eine lange Reise, auf der Fitz nach seinem König sucht und auf die Hilfe der legendären Elderlings hofft. Gefühlt entwickelt…
-
Aktuelle Zeit kann keine großen Fortschrittsprojekte mehr umsetzen
In einer telelogischen Welt ist die Menschheit zum Fortschritt verdammt. In der Theologie Peter Thiels sind dazu große Projekte nötig, zu denen wir aktuell aber nicht in der Lage sind, weil wir uns in gesellschaftspolitischem Klein-Klein verheddern: Um nicht zurückzufallen, sind große Ziele unverzichtbar, wie es sie einst in den USA gab: das Manhattan-Projekt zur…
-
Ideal der Bildung war schon vor ChatGPT kaputt
Auch wenn wir jetzt ChatGPT dafür verantwortlich machen, dass Studierende nicht mehr in erster Linie lernen, sondern jede mögliche Abkürzung nehmen, um Prüfungen gut zu bestehen, war das Ideal der Bildung um der persönlichen Entwicklung willen schon vorher zerstört. The ideal of college as a place of intellectual growth, where students engage with deep, profound…
-
Im Abgeordnetenhaus gibt es eine Treppe die Kommunikation möglich macht
Architektur bestimmt unter anderem darüber, welche Kommunikation unauffällig möglich ist und wer durch öffentliche Räume gehen muss, um zu seinem Gesprächspartner zu gelangen. Gerade in kritischen Phasen kann Unauffälligkeit sehr relevant sein: Die Hintertreppe zwischen SPD und CDU kommt in keiner Architekturzeitschrift vor. Sie ist ziemlich profan, eine Betontreppe hinter einer Glasfront. Von der Spree…
-
Rezension: Der Morgen einer neuen Zeit von Ken Follett
Nachdem „Die Säulen der Erde“ zu meinen frühen erwachsenen Leseerfahrungen gehört, wollte ich mir jetzt endlich mal die mittlerweile erschienenen Pre- und Sequels vornehmen. Ken Follett Bücher sind einfach meist hervorragende intelligente Unterhaltung ohne zu großen Anspruch und damit bestens als Hörbuch-Begleitung zum Laufen, Haushalten und Pendelfahren geeignet. Und genau so ist auch „Der Morgen…
-
KI reduziert komplexe Welt auf Kategorien, die Computer verstehen
Damit Computer ihre Arbeit tun können, sind sie darauf angewiesen, klar definierte Daten zu bekommen. Die echte Welt ist allerdings komplex und Abstraktion aufwendig. Klassifizierende KI erscheint hier als wirksamer Adapter. Discriminative AI turns the complex and contradictory, the wild and weird world of physics and chemistry and people into simple data. It is the…
-
„Give Me Something to Believe …“
„… in this hell you call a dream“ ist die Textzeile der Band The Warning, die mir einfach nicht aus dem Kopf geht. Eben genau, weil sie den offensichtlichen Widerspruch zwischen der kapitalistisch-demokratischen Rhetorik der Freiheit und dem täglichen Erleben der Menschen auf den Punkt bringt. The Warning: Hell you call a dream vom Album…
-
Kapitalismus liefert bei seinem zentralen Versprechen nicht
Der Kapitalismus ist weitverbreitet als die Gesellschaftsform anerkannt, die den Menschen Glück und Freiheit liefert. Gleichzeitig merken die Menschen aber auch, dass sie diese Freiheit und das Glück in ihrem Leben nicht erkennen können und konstant an systemische Grenzen in dem stoßen, was sie tun können und was nicht. Das spätmoderne Individuum ist heute in…
-
Versagen als Abwehr der Auflehnung gegen gesellschaftliche Erwartungen
Wenn wir jemanden als Versager bezeichnen, betonen wir damit in erster Linie, dass diese Person nach den herrschenden Ansprüchen nicht den üblichen Erwartungen entsprechen kann. Warum dies der Fall ist oder ob diese Person das überhaupt möchte, steht dabei nicht zur Debatte. Auf diese Weise werden oft solche Personen als Versager tituliert, die sich gegen…
-
Gesellschaftlicher Fortschritt trägt Rückschritt in sich
Jeder gesellschaftliche Fortschritt bringt seine eigenen Widersprüche und Konflikte, die gesellschaftlich verarbeitet werden müssen. Er führt auch zu Veränderungen im sozialen Gefüge, die dazu führen, dass sich einzelne Gruppen gegen ihn wenden. Aus der reflexiven wird eine regressive Modernisierung. Gesellschaften fallen in einzelnen Feldern hinter einmal erreichte Standards zurück. Im Fortschritt wird ein Rückschritt erkennbar.…
-
Versagen setzt Ideal des maschinellen Funktionierens voraus
Der Begriff des Versagens kommt eigentlich aus der Waffentechnologie und beschreibt solche Momente, in denen das mechanische System nicht so funktioniert, wie es funktionieren sollte. Wenn man diesen Begriff nun auf menschliches Handeln überträgt, setzt man implizit voraus, dass Menschen eigentlich wie ein mechanisches System funktionieren sollten. Versagen beschreibt also das unerwartete und unerklärliche Nichteintreten…
-
OpenAI verdient kein Geld bei horrenden Kosten
Mit Blick auf die nächsten Monate und Jahre ist vollkommen unklar, wie OpenAI seinen Betrieb finanzieren will. Die Nutzer der freien Lizenzen verursachen horrende Kosten und selbst die zahlenden Kunden sind nicht profitabel. Gleichzeitig steigen die Kosten weiter an und es scheint auch, als stoße das Unternehmen an die Grenzen seiner Kapazität in Sachen Rechenzentren…
-
OpenAI ist zentral für die Tech-Industrie
Open AI und mit ihm die generative KI sind für die Zukunft der Tech-Industrie absolut zentral: auf der einen Seite, weil es Unmengen an Kapital bindet und verbrennt; auf der anderen Seite aber auch, weil es aktuell das einzige große Versprechen der Industrie in Sachen echter Innovation ist. Ein Scheitern von OpenAI würde in der…
-
Menschen entwickeln parasoziale Beziehungen mit Chatbots
Chatbots wie ChatGPT sind bei vielen Menschen mittlerweile fester Bestandteil des Lebens. Da ist es nicht überraschend, dass insbesondere einsame Menschen schnell parasoziale Beziehungen zu ihnen entwickeln: In other words, the neediest people are developing the deepest parasocial relationship with AI — and where that leads could end up being sad, scary, or somewhere entirely…
-
Wir klassifizieren Technologie nach sozialen Kriterien
In gesellschaftlichen Debatten diskutieren wir immer häufiger über Gruppen und Typen von Technologien. Wenn man genau hinschaut, wird jedoch deutlich, dass diese Abgrenzung nicht auf technologischen Kriterien basiert, sondern sich aus einem spezifischen politisch-kulturellen Blick ergibt: I don’t think it takes a particularly sharp mind to understand that the coalitions against FRT, against predictive policing,…
-
Thiel sieht Geschichte teleologisch mit ständigem Fortschritt
In der Theologie Peter Thiels ist die Geschichte auf einen Fortschritt ausgerichtet, den wir kontinuierlich verfolgen müssen, um uns aus der Barbarei mimetischer Gewalt zu befreien. Die gesamte Weltzeit verläuft nicht zyklisch, wie die alten Völker meinten, sondern auf ein Ziel hingerichtet hinaus, nach vorne. Stehen bleiben bedeutet also Rückfall. Quellen Artikel: Der Oligarch als…
-
Das monopolistische Gebaren begründet Peter Thiel theologisch
Mit seiner theoretischen Rechtfertigung der aktuellen Ideologie der Tech-Oligarchen knüpft Peter Thiel an die Theologie Rene Girards an, der menschliche Triebe auf die Nachahmung anderer ausgerichtet sieht und damit ständigen Wettbewerb produziert. Thiel zieht daraus den Schluss, dass Gewaltfreiheit und Freiheit allgemein nur dann möglich sind, wenn man sich dem Wettbewerb entzieht. Monopolbildung ist die…
-
Immer schnellere Veränderung von Software Teil des Systems
Bei der Lektüre von Team Topologies ist mir aufgefallen, dass es mittlerweile Teil des Systems ist, dass Software sich kontinuierlich und in immer engeren Zyklen verändert. Gerade das hier vorgeschlagene System setzt darauf, dass viele kleinteilige Teams möglichst wenig miteinander interagieren, um eine schnelle Iteration zu ermöglichen. Durch diese schnelle Iteration wird es auf Nutzerseite…
-
Moderne Schreibprogramme behindern kreativen Ausdruck
Ein Beispiel dafür, wie Computerprogramme immer schlechter werden, sind moderne Programme zur Textverarbeitung. Der reine Akt des Schreibens wird hier ständig unterbrochen und durch kontinuierliche Irritation erschwert: What started as simple digital writing tools have evolved into complex ecosystems of notifications, suggestions, and “helpful” features that often interrupt rather than enhance the writing flow. Quellen…
-
Glaube an die Intelligenz von KI ähnelt Glauben an Hellseher
Dass viele Menschen glauben, LLMs wären intelligent, lässt sich mit demselben Mechanismus erklären, der manche Menschen an Hellseher glauben lässt – u.a. dem sogenannten Forer-Effekt: As a consequence, many people will interpret even the most generic statement as being specifically about them if they can relate to what was said. Quellen Artikel: The LLMentalist Effect:…
-
Automatisiertes Wissen ist entfremdet und wirkt als Machtinstrument
Sobald das Wissen der Arbeiterschaft in Maschinen manifestiert ist und durch den Kapitalismus nahezu beliebig skaliert und bewegt werden kann, können Arbeiter von diesem Wissen entfremdet werden, das ihnen nun extern gegenübertritt. Veränderungen und Verbesserungen am Produktionsprozess sind nun nicht mehr direkt mit ihrer Praxis verbunden, sondern bleiben ihnen sogar vorenthalten. Spätere Generationen müssen das…
-
KI ist ein politisches Projekt der Machtverlagerung
Wenn wir Technologien in erster Linie nach ihrer gesellschaftlichen Bedeutung klassifizieren, wird deutlich, dass KI in einer Traditionslinie mit der Automatisierung physischer Produktion steht und auf die Zentralisierung von Wissen und dessen Vermarktlichung abzielt: I think we should shed the idea that AI is a technological artifact with political features and recognize it as a…
-
Spiele: Clair Obscur – Expedition 33 von Sandfall Interactive
-
KI schließt an Wandel der Menschen an
Bei der ganzen Diskussion darum, ob die KI menschlich wird, sollten wir uns lieber fragen, ob nicht wir Menschen der KI immer ähnlicher werden, bzw. uns nicht schon länger in eine Richtung bewegen, die uns durch KI ersetzbar macht. Dazu formuliert Joan Westenberg auf Mastodon: We‘re worried about AI doing human things. We should be…