Vergangenheit, Zukunft und die verrückte Zeit dazwischen

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  • „The Spear Cuts Through Water“ von Simon Jimenez

    Es ist schw­er, über „The Spear Cuts Through Water“ eine kurze Rezen­sion zu schreiben. Es gibt zu viele Ebe­nen, auf denen man über den Roman Inter­es­santes sagen kön­nte: die span­nende Fan­ta­sy-Geschichte in ein­er faszinieren­den und gle­ichzeit­ig irgend­wie unwirk­lich erscheinen­den Welt, das Ver­schwim­men unter­schiedlich­er Erzäh­lebe­nen zwis­chen zeit­genös­sis­chem Roman, magis­chem Real­is­mus und klas­sis­cher­er Fan­ta­sy, die ver­schiede­nen the­ma­tis­chen…

  • Handys befriedigen unser Bedürfnis, etwas mit den Händen zu machen

    Sehr span­nende Idee in einem Video von Hazel Thay­er: Unsere Hände sind eng mit unserem Gehirn ver­bun­den und unser Gehirn neigt in unter­schiedlichem Maße dazu, zu „wan­dern“. Dieses „mind wan­der­ing“ kön­nte eng mit dem Bedürf­nis ver­bun­den sein, etwas mit unseren Hän­den zu machen, was kaum konkrete Aufmerk­samkeit erfordert – wie zum Beispiel zur Rou­tine gewor­dene…

  • Form zählt in unserem Diskurs mehr als Inhalt

    An den Reak­tio­nen auf die Neu­grün­dung der AfD-Jugen­dor­gan­i­sa­tion in #Giessen vor einiger Zeit kon­nte man schön das Grund­prob­lem des deutschen Umgangs mit dem poli­tis­chen Recht­sex­trem­is­mus erken­nen: Die extremen Aus­sagen in der Halle und all­ge­mein aus dem Umfeld der Partei bleiben unkom­men­tiert und Teil­nehmende wer­den sog­ar mit Polizei-Esko­rte zur Ver­anstal­tung gefahren. Gle­ichzeit­ig wird der zivile Protest…

  • Wir müssen lernen, um die Welt zu trauern

    Die Kli­makatas­tro­phe schre­it­et voran und auch der Vor­marsch des Faschis­mus scheint immer weniger aufzuhal­ten zu sein. Das ist eine Kränkung unseres mod­er­nen Ichs, das davon aus­ge­ht, die Welt werde von Tag zu Tag bess­er und alles ließe sich kon­trol­lieren. Das war schon immer eine Illu­sion, diese zer­bricht nun aber immer häu­figer, ohne dass wir indi­vidu­ell…

  • Das Ende der Terra Ignota: „Perhaps the Stars“ von Ada Palmer

    Nach rund 85 Stun­den Hör­buch auf mehreren Hun­dert Jog­ging-Kilo­me­tern quer durch Dort­mund habe ich meinen Re-„Read“ der Ter­ra Igno­ta-Rei­he abgeschlossen – logis­cher­weise als Hör­buch und nicht mit dem Kin­dle vor der Nase. Ich bin üblicher­weise nicht so der ganz große Fre­und von englis­chsprachi­gen Hör­büch­ern, da sie mir für „neben­bei“ zu viel aktives Zuhören erfordern. Doch…

  • Fremde auf einer fremden Welt: „Shroud“ von Adrian Tchaikovsky

    In Sachen Adri­an Tchaikovsky bin ich ja ein wenig ein Spätzün­der, aber es heißt ja nicht zu Unrecht: „Bess­er spät als nie“. Und von den drei Büch­ern, die ich von ihm bish­er gele­sen habe, war jedes auf seine eigene Art beson­ders und irgend­wo zwis­chen sehr gut und her­vor­ra­gend. Jet­zt also eines sein­er neueren Werke – Shroud.…

  • 2026 – Mein Jahr der Geschichte

    Mit den klas­sis­chen Neu­jahrsvorsätzen habe ich es nicht so. Dieses Jahr wollte ich mir aber mal wieder ein etwas größeres Pro­jekt suchen, in das ich Teile mein­er sehr vari­abel ver­füg­baren Freizeit investieren kann und das mich durch das Jahr begleit­et. Irgend­wie kristallisierte sich das dann im Laufe der let­zten Wochen zu dem „Vor­satz“, mir in…

  • Wir moderieren uns zu Tode

    An ander­er Stelle hat­te ich hier schon mal vom Kon­ser­vatismus als „Sta­tus Quo“-Extremismus gesprochen. Nas­rin Amirsedghi fasst dieses Gefühl in einem sehr lesenswerten Text tre­f­fend zusam­men: Ich habe die Far­blosigkeit eur­er Demokratie satt, die so kor­rekt gewor­den ist, dass sie jeden Funken Lei­den­schaft mis­strauisch beäugt.Ich bin es müde, in einem Land zu leben, das sich…

  • KI weist auf problematische gesellschaftliche Strukturen hin

    Ich habe schon länger den Ver­dacht, dass jede Diskus­sion über den sin­nvollen Ein­satz von KI let­ztlich eine Diskus­sion über die Schwächen unser­er neolib­er­al-kap­i­tal­is­tis­chen Gesellschaft­sor­d­nung ist. Im Kern ver­schärft KI in meinen Augen da in erster Lin­ie die Wider­sprüche, die wir im Kap­i­tal­is­mus ohne­hin haben. In eine ähn­liche Rich­tung zielt Lorenz Matzat, der in der Auseinan­der­set­zung…

  • Informationen im Netz bleiben fragmentiert

    Egal ob bei jour­nal­is­tis­chen Ange­boten, bei anderen kom­merziellen Web­seit­en, ehre­namtlichen oder pri­vat­en Ini­tia­tiv­en: Oft ste­ht jedes der Ange­bote für sich und ist nur sel­ten mit Bedacht und für Besucher*innen nachvol­lziehbar mit anderen Stellen ver­bun­den. So weist Robin Good auf Fol­gen­des hin: We live in a time where we are flood­ed with dis­con­nect­ed advice: strate­gies, per­spec­tives,…

  • Es ist nur konsequent, dass sich Unis mit KI selbst zerstören

    Aus den USA kom­men die ersten Berichte von Uni­ver­sitäten, die viel Geld in „Kün­stliche Intel­li­genz“ investieren und gle­ichzeit­ig men­schliche Dozent*innen kündi­gen und ganze Stu­di­en­pro­gramme abschaf­fen. Dabei macht Ronald Purs­er eine beun­ruhi­gende Beobach­tung: the very pro­grams best equipped to study the social and eth­i­cal impli­ca­tions of AI were being defund­ed, even as the uni­ver­si­ty pro­mot­ed the…

  • KI treibt eine riesige Blase

    In ihrem Buch The Boom and Bust of Tech­no­log­i­cal Inno­va­tion beschrieben die Ökonomen Brent Gold­farb und David A. Kirsch vier Fak­toren, die dazu beitra­gen, eine Investi­tions­blase entste­hen zu lassen: Alle vier Fak­toren sind in der aktuellen Blase um „Kün­stliche Intel­li­genz“ in in hohem Maße vorhan­den: Die Ver­sprechun­gen sind gigan­tisch, es ist aber sehr unsich­er, ob…

  • Die eigene Stimme entsteht im Zwischenraum zwischen Autoritäten

    Egal zu welchem The­ma, es wird immer unter­schiedliche Mei­n­un­gen von Per­so­n­en geben, die zu diesem The­ma als Experten gel­ten. In diesen wider­sprüch­lichen Mei­n­un­gen öffnet sich ein Raum, in dem eine eigene Stimme, eine tat­säch­lich eigene Posi­tion entste­hen kann. Noth­ing pre­pared me bet­ter for adult intel­lec­tu­al life than get­ting two sets of con­tra­dic­to­ry feed­back on every…

  • Auch die moderne Küche war ein Projekt der Kontrolle

    Im Zen­trum unseres gesamten west­lichen Welt­bilds ste­ht die Kon­trolle des Men­schen über die Natur und auch über sich selb­st. Das zeigt z. B. Philip Blom in seinem lesenswerten Buch „Die Unter­w­er­fung“ (hier im Pod­cast vorgestellt: Zwis­chen zwei Deck­eln, Episode 81). Bish­er war mir allerd­ings noch nicht klar, dass auch die mod­erne europäis­che Küche in genau…

  • „A Tainted Cup“ von Robert Jackson Bennett

    Detek­tivgeschicht­en bieten immer eine beson­ders gute Möglichkeit, einen Ein­blick in eine fremde Welt zu gewin­nen. Für his­torische Romane ist dieses Sub­genre fest etabliert, in der Fan­ta­sy sieht man es nicht ganz so häu­fig. „A Taint­ed Cup“ von Robert Jack­son Ben­nett ist ein wun­der­bares Beispiel, wie wir als Leser*innen uns eine Welt durch die Augen und…

  • Warum KI nicht dabei hilft, besonders gute Bewerbungen zu schreiben und was man dagegen tun kann

    Ok, das bedarf ein­er aus­führlicheren Antwort auf mehreren Ebe­nen – aber dann kann ich auch gle­ich mal die „Förderierten Antworten“ auf meinem Blog testen. 😉 Was du beschreib­st, ist ein schönes Beispiel dafür, wie und KI mit der Nase in die Wider­sprüche drückt, die wir uns in den let­zten Jahrzehn­ten so einge­brockt haben – meist…

  • Realistischer Blick in eine dunkle Zukunft: „I Want a Better Catastrophe“ von Andrew Boyd

    Eine Gute-Laune-Lek­türe ist „I Want a Bet­ter Cat­a­stro­phe“ von Andrew Boyd mit Sicher­heit nicht. Es ist nicht ein­mal ein „Wir schaf­fen das, wenn wir uns anstren­gen!“. Es ist ein „Es wird dunkel wer­den, sehr dunkel. Wenn wir uns anstren­gen, haben wir aber zumin­d­est Kerzen­licht.“ Am Anfang des Buchs stellt sich Boyd der unver­mei­dlichen Real­ität, die…

  • Adios Spotify, hallo Qobuz (Raus aus den Monopolen)

    Neben #Spo­ti­fy gab es schon immer andere Stream­ing-Dien­ste, mit einem ähn­lichen Musik-Ange­bot, die aber in Sachen App-Kom­fort, Inte­gra­tio­nen und auch Empfehlungsal­go­rith­men nicht mithal­ten kon­nten. Vor mehr als einem Jahr bin ich aber über den franzö­sis­chen Anbi­eter Qobuz gestolpert, der in erster Lin­ie mit hoher Audio­qual­ität wirbt. Die ist für mich aber gar nicht so entschei­dend…

  • Raus aus den Monopolen

    In den let­zten Jahren ist immer deut­lich­er gewor­den, dass die Dom­i­nanz (meist) amerikanis­ch­er Monop­o­lis­ten diversen Märk­ten nicht gut­tut: von der Suche (Google) über die Büroar­beit (Microsoft) bis hin zu Musik (Spo­ti­fy), Hör­büch­ern (Audi­ble), eBooks (Kin­dle) und Sozialen Medi­en (Twit­ter, Facebook/Instagram, YouTube und Tik­Tok). Alle haben sie mit­tler­weile das durch­laufen, was Cory Doc­torow Enshit­ti­fi­ca­tion nen­nt: Dieser…

  • Kritik als Strategie

    In der Öffentlichkeit­sar­beit gibt es das alte Cre­do „Es gibt keine schlechte Aufmerk­samkeit“. In der let­zten Zeit sind mir im Zusam­men­hang mit dem The­ma „KI“ sog­ar zwei Mech­a­nis­men aufge­fall­en, bei denen ehrliche Kri­tik einen pos­i­tiv­en Effekt für das Kri­tisierte haben kön­nen: Critihype Ger­ade am Anfang der „neuen Gen­er­a­tion“ öffentlich ver­füg­bar­er KI-Tools gab es eine große…

  • Analoges Schreiben statt digitalem Wischen

    Auch oder ger­ade weil ich im All­t­ag mit­tler­weile fast nur noch dig­i­tal unter­wegs bin – Home­of­fice, eBooks, dig­i­tale Comics und Man­gas, Serien und Musik-Stream­ing, dig­i­tale Noti­zen – suche ich immer wieder nach Wegen, meinen All­t­ag ein wenig analoger zu gestal­ten. Ger­ade das reflek­tive Schreiben à la Tage­buch schien mir da immer ein guter Kan­di­dat, aber…

  • Das Klima und das Ende

    Ich lese ger­ade gle­ichzeit­ig I Want A Bet­ter Cat­a­stro­phe von Andrew Boyd und den Roman Parts Per Mil­lion von There­sa Han­nig (@t_matam_t). Bei­de Büch­er gehen der Frage nach, was es mit uns Men­schen macht, wenn wir wirk­lich ver­standen und akzep­tiert haben, dass unsere mod­erne Zivil­i­sa­tion in dieser Form nicht mehr lange wird fortbeste­hen kön­nen. Boyd…

  • Ein Blog, ist ein Blog, ist ein Blog

    In den let­zten Jahren hat­te ich es mir irgend­wie in den Kopf geset­zt, aus dem Wel­tenkreuzer etwas anderes zu machen als einen ein­fachen Blog – einen struk­turi­erten Denkraum voller Ideen und Noti­zen. Doch wie das bei mir öfter ist: Wenn ich eine Struk­tur ein­mal aufge­baut habe, ver­liere ich das Inter­esse daran, sie auch kon­se­quent zu…

  • Freiheit im Kapitalismus existiert für viele nur auf dem Papier

    Die Rhetorik der Frei­heit des Kap­i­tal­is­mus ist für viele Men­schen let­ztlich nicht real erleb­bar, auch wenn sie als rechtlich gesichert kom­mu­niziert wird. Hier haben wir mal wieder den Kon­flikt zwis­chen der juris­tis­chen Real­ität und der Welt: Aus der rein for­malen Frei­heit in arbeit­steilig organ­isierten Mark­t­ge­sellschaften resul­tiert so der Wider­spruch, de jure frei zu sein, aber…

  • Kapitalismus verspricht Selbstwirksamkeit, begrenzt sie aber

    Ein zen­trales Ver­sprechen demokratisch-kap­i­tal­is­tis­ch­er Sys­teme ist die (for­male) Möglichkeit für einzelne Per­so­n­en, ihrer Stimme Gehör zu ver­schaf­fen und bei der Gestal­tung der Gesellschaft mitzus­prechen. Dabei stellt sich von vorn­here­in die Frage, inwieweit dieses Ver­sprechen über­haupt ein­lös­bar ist, fak­tisch wird es auf jeden Fall nicht real­isiert. Indi­viduen sind in spät­mod­er­nen Gesellschaften in diesem Sinne einem Dilem­ma…

  • Abgebrochen: The Devils von Joe Abercrombie

    Während ich ein großer Fan von Abercrombie’s Trilo­gie Age of Mad­ness war, hat mich The Dev­ils lei­der so über­haupt nicht abge­holt, sodass ich es nach rund einem Vier­tel abge­brochen habe: Das Set­ting in einem alter­na­tiv­en Europa, in dem Mythen­we­sen real sind und in dem die katholis­che Kirche mit allen Mit­teln danach strebt, ihre Vorherrschaft zu…

  • Rezension: Assassin’s Quest von Robin Hobb

    Der dritte Band der ersten Farseer-Rei­he set­zt die Geschichte der ersten bei­den Bände kon­se­quent fort. Nun geht es jedoch weniger um die Poli­tik und die Intri­gen in der Haupt­stadt der Six Duchies, Buck­keep, son­dern um eine lange Reise, auf der Fitz nach seinem König sucht und auf die Hil­fe der leg­endären Elder­lings hofft. Gefühlt entwick­elt…

  • Aktuelle Zeit kann keine großen Fortschrittsprojekte mehr umsetzen

    In ein­er telel­o­gis­chen Welt ist die Men­schheit zum Fortschritt ver­dammt. In der The­olo­gie Peter Thiels sind dazu große Pro­jek­te nötig, zu denen wir aktuell aber nicht in der Lage sind, weil wir uns in gesellschaft­spoli­tis­chem Klein-Klein ver­hed­dern: Um nicht zurück­z­u­fall­en, sind große Ziele unverzicht­bar, wie es sie einst in den USA gab: das Man­hat­tan-Pro­jekt zur…

  • Ideal der Bildung war schon vor ChatGPT kaputt

    Auch wenn wir jet­zt Chat­G­PT dafür ver­ant­wortlich machen, dass Studierende nicht mehr in erster Lin­ie ler­nen, son­dern jede mögliche Abkürzung nehmen, um Prü­fun­gen gut zu beste­hen, war das Ide­al der Bil­dung um der per­sön­lichen Entwick­lung willen schon vorher zer­stört. The ide­al of col­lege as a place of intel­lec­tu­al growth, where stu­dents engage with deep, pro­found…

  • Im Abgeordnetenhaus gibt es eine Treppe die Kommunikation möglich macht

    Architek­tur bes­timmt unter anderem darüber, welche Kom­mu­nika­tion unauf­fäl­lig möglich ist und wer durch öffentliche Räume gehen muss, um zu seinem Gesprächspart­ner zu gelan­gen. Ger­ade in kri­tis­chen Phasen kann Unauf­fäl­ligkeit sehr rel­e­vant sein: Die Hin­tertreppe zwis­chen SPD und CDU kommt in kein­er Architek­turzeitschrift vor. Sie ist ziem­lich pro­fan, eine Beton­treppe hin­ter ein­er Glas­front. Von der Spree…

  • Rezension: Der Morgen einer neuen Zeit von Ken Follett

    Nach­dem „Die Säulen der Erde“ zu meinen frühen erwach­se­nen Leseer­fahrun­gen gehört, wollte ich mir jet­zt endlich mal die mit­tler­weile erschiene­nen Pre- und Sequels vornehmen. Ken Fol­lett Büch­er sind ein­fach meist her­vor­ra­gende intel­li­gente Unter­hal­tung ohne zu großen Anspruch und damit bestens als Hör­buch-Begleitung zum Laufen, Haushal­ten und Pen­delfahren geeignet. Und genau so ist auch „Der Mor­gen…

  • KI reduziert komplexe Welt auf Kategorien, die Computer verstehen

    Damit Com­put­er ihre Arbeit tun kön­nen, sind sie darauf angewiesen, klar definierte Dat­en zu bekom­men. Die echte Welt ist allerd­ings kom­plex und Abstrak­tion aufwendig. Klas­si­fizierende KI erscheint hier als wirk­samer Adapter. Dis­crim­i­na­tive AI turns the com­plex and con­tra­dic­to­ry, the wild and weird world of physics and chem­istry and peo­ple into sim­ple data. It is the…

  • „Give Me Something to Believe …“

    „… in this hell you call a dream“ ist die Textzeile der Band The Warn­ing, die mir ein­fach nicht aus dem Kopf geht. Eben genau, weil sie den offen­sichtlichen Wider­spruch zwis­chen der kap­i­tal­is­tisch-demokratis­chen Rhetorik der Frei­heit und dem täglichen Erleben der Men­schen auf den Punkt bringt. The Warn­ing: Hell you call a dream vom Album…

  • Kapitalismus liefert bei seinem zentralen Versprechen nicht

    Der Kap­i­tal­is­mus ist weitver­bre­it­et als die Gesellschafts­form anerkan­nt, die den Men­schen Glück und Frei­heit liefert. Gle­ichzeit­ig merken die Men­schen aber auch, dass sie diese Frei­heit und das Glück in ihrem Leben nicht erken­nen kön­nen und kon­stant an sys­temis­che Gren­zen in dem stoßen, was sie tun kön­nen und was nicht. Das spät­mod­erne Indi­vidu­um ist heute in…

  • Versagen als Abwehr der Auflehnung gegen gesellschaftliche Erwartungen

    Wenn wir jeman­den als Ver­sager beze­ich­nen, beto­nen wir damit in erster Lin­ie, dass diese Per­son nach den herrschen­den Ansprüchen nicht den üblichen Erwartun­gen entsprechen kann. Warum dies der Fall ist oder ob diese Per­son das über­haupt möchte, ste­ht dabei nicht zur Debat­te. Auf diese Weise wer­den oft solche Per­so­n­en als Ver­sager tit­uliert, die sich gegen…

  • Gesellschaftlicher Fortschritt trägt Rückschritt in sich

    Jed­er gesellschaftliche Fortschritt bringt seine eige­nen Wider­sprüche und Kon­flik­te, die gesellschaftlich ver­ar­beit­et wer­den müssen. Er führt auch zu Verän­derun­gen im sozialen Gefüge, die dazu führen, dass sich einzelne Grup­pen gegen ihn wen­den. Aus der reflex­iv­en wird eine regres­sive Mod­ernisierung. Gesellschaften fall­en in einzel­nen Feldern hin­ter ein­mal erre­ichte Stan­dards zurück. Im Fortschritt wird ein Rückschritt erkennbar.…

  • Versagen setzt Ideal des maschinellen Funktionierens voraus

    Der Begriff des Ver­sagens kommt eigentlich aus der Waf­fen­tech­nolo­gie und beschreibt solche Momente, in denen das mech­a­nis­che Sys­tem nicht so funk­tion­iert, wie es funk­tion­ieren sollte. Wenn man diesen Begriff nun auf men­schlich­es Han­deln überträgt, set­zt man impliz­it voraus, dass Men­schen eigentlich wie ein mech­a­nis­ches Sys­tem funk­tion­ieren soll­ten. Ver­sagen beschreibt also das uner­war­tete und uner­klär­liche Nicht­ein­treten…

  • OpenAI verdient kein Geld bei horrenden Kosten

    Mit Blick auf die näch­sten Monate und Jahre ist vol­lkom­men unklar, wie Ope­nAI seinen Betrieb finanzieren will. Die Nutzer der freien Lizen­zen verur­sachen hor­rende Kosten und selb­st die zahlen­den Kun­den sind nicht prof­ita­bel. Gle­ichzeit­ig steigen die Kosten weit­er an und es scheint auch, als stoße das Unternehmen an die Gren­zen sein­er Kapaz­ität in Sachen Rechen­zen­tren…

  • OpenAI ist zentral für die Tech-Industrie

    Open AI und mit ihm die gen­er­a­tive KI sind für die Zukun­ft der Tech-Indus­trie abso­lut zen­tral: auf der einen Seite, weil es Unmen­gen an Kap­i­tal bindet und ver­bren­nt; auf der anderen Seite aber auch, weil es aktuell das einzige große Ver­sprechen der Indus­trie in Sachen echter Inno­va­tion ist. Ein Scheit­ern von Ope­nAI würde in der…

  • Menschen entwickeln parasoziale Beziehungen mit Chatbots

    Chat­bots wie Chat­G­PT sind bei vie­len Men­schen mit­tler­weile fes­ter Bestandteil des Lebens. Da ist es nicht über­raschend, dass ins­beson­dere ein­same Men­schen schnell para­soziale Beziehun­gen zu ihnen entwick­eln: In oth­er words, the need­i­est peo­ple are devel­op­ing the deep­est paraso­cial rela­tion­ship with AI — and where that leads could end up being sad, scary, or some­where entire­ly…

  • Wir klassifizieren Technologie nach sozialen Kriterien

    In gesellschaftlichen Debat­ten disku­tieren wir immer häu­figer über Grup­pen und Typen von Tech­nolo­gien. Wenn man genau hin­schaut, wird jedoch deut­lich, dass diese Abgren­zung nicht auf tech­nol­o­gis­chen Kri­te­rien basiert, son­dern sich aus einem spez­i­fis­chen poli­tisch-kul­turellen Blick ergibt: I don’t think it takes a par­tic­u­lar­ly sharp mind to under­stand that the coali­tions against FRT, against pre­dic­tive polic­ing,…

  • Thiel sieht Geschichte teleologisch mit ständigem Fortschritt

    In der The­olo­gie Peter Thiels ist die Geschichte auf einen Fortschritt aus­gerichtet, den wir kon­tinuier­lich ver­fol­gen müssen, um uns aus der Bar­barei mimetis­ch­er Gewalt zu befreien. Die gesamte Weltzeit ver­läuft nicht zyk­lisch, wie die alten Völk­er mein­ten, son­dern auf ein Ziel hin­gerichtet hin­aus, nach vorne. Ste­hen bleiben bedeutet also Rück­fall. Quellen Artikel: Der Oli­garch als…

  • Das monopolistische Gebaren begründet Peter Thiel theologisch

    Mit sein­er the­o­retis­chen Recht­fer­ti­gung der aktuellen Ide­olo­gie der Tech-Oli­garchen knüpft Peter Thiel an die The­olo­gie Rene Girards an, der men­schliche Triebe auf die Nachah­mung ander­er aus­gerichtet sieht und damit ständi­gen Wet­tbe­werb pro­duziert. Thiel zieht daraus den Schluss, dass Gewalt­frei­heit und Frei­heit all­ge­mein nur dann möglich sind, wenn man sich dem Wet­tbe­werb entzieht. Monopol­bil­dung ist die…

  • Immer schnellere Veränderung von Software Teil des Systems

    Bei der Lek­türe von Team Topolo­gies ist mir aufge­fall­en, dass es mit­tler­weile Teil des Sys­tems ist, dass Soft­ware sich kon­tinuier­lich und in immer engeren Zyklen verän­dert. Ger­ade das hier vorgeschla­gene Sys­tem set­zt darauf, dass viele klein­teilige Teams möglichst wenig miteinan­der inter­agieren, um eine schnelle Iter­a­tion zu ermöglichen. Durch diese schnelle Iter­a­tion wird es auf Nutzer­seite…

  • Moderne Schreibprogramme behindern kreativen Ausdruck

    Ein Beispiel dafür, wie Com­put­er­pro­gramme immer schlechter wer­den, sind mod­erne Pro­gramme zur Textver­ar­beitung. Der reine Akt des Schreibens wird hier ständig unter­brochen und durch kon­tinuier­liche Irri­ta­tion erschw­ert: What start­ed as sim­ple dig­i­tal writ­ing tools have evolved into com­plex ecosys­tems of noti­fi­ca­tions, sug­ges­tions, and “help­ful” fea­tures that often inter­rupt rather than enhance the writ­ing flow. Quellen…

  • Glaube an die Intelligenz von KI ähnelt Glauben an Hellseher

    Dass viele Men­schen glauben, LLMs wären intel­li­gent, lässt sich mit dem­sel­ben Mech­a­nis­mus erk­lären, der manche Men­schen an Hellse­her glauben lässt – u.a. dem soge­nan­nten For­er-Effekt: As a con­se­quence, many peo­ple will inter­pret even the most gener­ic state­ment as being specif­i­cal­ly about them if they can relate to what was said. Quellen Artikel: The LLMen­tal­ist Effect:…

  • Automatisiertes Wissen ist entfremdet und wirkt als Machtinstrument

    Sobald das Wis­sen der Arbeit­er­schaft in Maschi­nen man­i­festiert ist und durch den Kap­i­tal­is­mus nahezu beliebig skaliert und bewegt wer­den kann, kön­nen Arbeit­er von diesem Wis­sen ent­fremdet wer­den, das ihnen nun extern gegenüber­tritt. Verän­derun­gen und Verbesserun­gen am Pro­duk­tion­sprozess sind nun nicht mehr direkt mit ihrer Prax­is ver­bun­den, son­dern bleiben ihnen sog­ar voren­thal­ten. Spätere Gen­er­a­tio­nen müssen das…

  • KI ist ein politisches Projekt der Machtverlagerung

    Wenn wir Tech­nolo­gien in erster Lin­ie nach ihrer gesellschaftlichen Bedeu­tung klas­si­fizieren, wird deut­lich, dass KI in ein­er Tra­di­tion­slin­ie mit der Automa­tisierung physis­ch­er Pro­duk­tion ste­ht und auf die Zen­tral­isierung von Wis­sen und dessen Ver­mark­tlichung abzielt: I think we should shed the idea that AI is a tech­no­log­i­cal arti­fact with polit­i­cal fea­tures and rec­og­nize it as a…

  • Spiele: Clair Obscur – Expedition 33 von Sandfall Interactive

  • KI schließt an Wandel der Menschen an

    Bei der ganzen Diskus­sion darum, ob die KI men­schlich wird, soll­ten wir uns lieber fra­gen, ob nicht wir Men­schen der KI immer ähn­lich­er wer­den, bzw. uns nicht schon länger in eine Rich­tung bewe­gen, die uns durch KI erset­zbar macht. Dazu for­muliert Joan West­en­berg auf Mastodon: We‘re wor­ried about AI doing human things. We should be…