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Was Murmel-Rennen über die mediale Inszenierung von Sport verraten
Am Anfang jeder Woche warten wir voller Vorfreude auf das neue Segment aus Last Week Tonight, einer amerikanischen Show irgendwo zwischen Frontal 21, Böhmermann und heute Show. Letzte Woche ging es um den Sport in Zeiten von Corona, ein Thema, in dem Deutschland mit dem Re-Start der Fußball-Bundesliga und jetzt wohl auch mit dem Finalturnier…
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Magic the Gathering und Mathematik
Mit Mathematik kann man einfach alles analysieren, wie ein sehr spannender Artikel von Manon Bischoff auf spektrum.de zeigt: Magic: The Gathering: Das komplexeste Spiel von allen. Ausgangspunkt war dabei die Frage, ob die Komplexität des Sammelkartenspiels Magic the Gathering mit der Komplexität anderer Spiele vergleichbar ist, oder ob es besonders komplex ist. Komplexität bedeutet in…
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Schleichende Radikalisierung
Der Terroranschlag in Christchurch war wahrscheinlich das erste große Attentat, das vollständig in die Logik „des Internets“ und der sozialen Medien eingebettet war. Es richtete sich nicht unmittelbar gegen die Opfer, sondern war eine Performance vor dem globalen Publikum. Es sollte Gräben vertiefen und Menschen aufstacheln. Diese Logik der Gewalt und des Terrorismus im „Internet“…
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Der Klimawandel bringt mehr als nur steigende Meeresspiegel
Dass wir uns Schritt für Schritt auf eine Kilmakatastrophe zubewegen, ist in den letzten Monaten in erster Linie dank der engagierten FridayForFuture-Demostrationen mal wieder stärker in das öffentliche Bewusstsein gerückt. In einem gleichermaßen beeindruckenden wie bedrückenden Essay zeigte der Journalist David Wallace-Wells schon 2017 auf, was der weltweite Anstieg der Durchschnittstemperaturen tatsächlich bedeutet, denn „Ich…
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Bildung und die Illusion der Meritokratie
Vor ein paar Wochen sorgte in den USA ein Skandal um gekaufte Studienplätze für Wirbel. Dabei wurde deutlich, wie tief die Mechanismen, die ökonomische Ungleichheit reproduzieren, mittlerweile in unserer modernen „westlichen“ Gesellschaft verankert sind, und wie ungerecht unser System Lebenschancen und ökonomische Ressourcen verteilt. Jennine Capó Crucet, die als erste in ihrer Familie ein Studium…
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Wie war das mit der Aufklärung und der Freiheit?
etzte Woche habe ich mich ausführlich mit der Diskussion um das neue Buch von Steven Pinker beschäftigt. Jetzt bin ich auf eine weitere sehr interessante Besprechung von John Gray gestoßen, der das ideenhistorische Fundament von Pinkers Argumentation in Zweifel zieht. Kurz gesagt, argumentiert Pinker, dass der zunehmende Fokus auf die Wissenschaft, die Freiheit des Einzelnen…
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Von Statistiken und der Erzählung des globalen Fortschritts
Zahlen sind verführerisch. Wenn sie einmal erhoben und geschrieben sind, erscheinen sie objektiv und unverrückbar. Damit werden sie zu einem Anker in gesellschaftlichen Diskussionen. Sie helfen uns, die Welt zu verstehen. Doch selbst gut gemachte Statistiken müssen immer noch interpretiert werden, damit sie eine Bedeutung bekommen. Wie das schief gehen kann, zeigt ein aktuelles Beispiel…
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Das Individuum ist „Gott“
Im ersten Artikel dieser Reihe habe ich mich damit auseinandergesetzt, wie der britische Evolutionstheoretiker Richard Dawkins versucht, die Nicht-Existenz Gottes zu beweisen. Jetzt stellt sich aber die Frage: Was nun? Was bedeutet es, wenn Gott nicht existiert und welche Konsequenzen sollten wir daraus ziehen? Einfach alle Referenzen aus dem öffentlichen Leben tilgen, Religion zur Privatsache…
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Das Leben als Frau und das Leben als Mann
Dass Männer und Frauen in unserer Gesellschaft unterschiedlich behandelt werden, ist mittlerweile glücklicherweise unumstritten. Einen ganz besonderen Blick auf diese Unterschiede haben transsexuelle Menschen, die in ihrem Leben beide Seiten am eigenen Leibe erfahren. Tara Bahrampour hat für einen Artikel in der Washington Post – Crossing the Divide – mit vier sehr unterschiedlichen (Trans-)Männern darüber…
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Professor*innen sollten mehr denken können und weniger managen müssen
Cal Newport selbst wendet die Ideen aus seinem Buch Digital Minimalism auch auf den Bereich der Universitäten und Hochschulen an. Die wichtigen Aspekte in seinem Artikel Is Email Making Professors Stupid? lassen sich aber auch auf andere Bereiche der Wissensarbeit anwenden. So sieht Newport Professor*innen, die eigentlich viel Zeit damit verbringen sollten, über Ihre eigenen…
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Was Studierende über das Wissen denken [Vortragsnotizen]
Auch wenn es selten explizit gemacht wird, steht ein Begriff im Zentrum des Lebens an der Hochschule: „Wissen“. Deswegen widmeten sich Brigitte Römmer-Nossek, Frano P. Rismondo und Erika Unterpertinger von der Universität Wien der Frage, was Studierende eigentlich über das „Wissen“ denken und wie diese persönlichen Epistemologien in die Vermittlung wissenschaftlichen Denkens und Schreibens eingebunden…
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Ist Fortnite das neue soziale Netzwerk?
Das Gaming-Phänomen des letzten Jahres ist mit Sicherheit Fortnite. Der Team-Third-Person-Crafting-Battle-Royal-Shooter bindet die Massen auf Twitch und ist eines DER Themen auf dem Schulhof. Doch was macht eigentlich die Faszination dieses Spiels aus, das Massen an Kindern und Jugendlichen so begeistert? Einen äußerst spannenden Aspekt bringt Owen Williams in einem Charged-Artikel auf den Punkt: „Fortnite…
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Gott hat nie existiert. Aber was heißt das?
Mit dem Aufkommen der wissenschaftlich-empirischen Methodik entstand die Erwartung, Behauptungen über die Welt nicht dem „Glauben“ zu überlassen. Es reichte also nicht länger, an die Existenz eines Gottes zu glauben, diese muss vielmehr „nachgewiesen“ werden und sich wissenschaftlicher Skepsis erwehren, die nur einen Geltungsanspruch zulässt: den empirischen Nachweis. Der „Gotteswahn“ von Richard Dawkins Diese Argumentation…
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Gott ist tot. Und jetzt?
Wenn das Programm der Aufklärung die Verdrängung der Religion aus dem öffentlichen Leben war, ist ihr das am Anfang des 21. Jahrhunderts hervorragend gelungen. In Europa finden wir nur Reste des ehemaligen gesellschaftlichen und moralischen Zentrums unserer Welt. Aber niemand weiß, wie wir es schaffen, dass unsere Gesellschaft ohne den religiösen Kitt nicht in tausend…
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Podcasts zur Selbstoptimierung als säkulare Religion?
In den Vereinigten Staaten hat sich rund um einige Podcasts zum Thema der Produktivität und der Selbstoptimierung eine große Community gebildet. Jede Episode von Tim Ferriss, Joe Rogan oder Aubrey Marcus wird millionenfach angehört. Auf diese Weise werden Smoothies, Selbstfindungstrips, Nahrungsergänzungsmittel und vieles mehr zum alltäglichen Bestandteil eines großen Teils der Gesellschaft. In einem Artikel…
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Was bleibt, wenn alles „lustig“ und „ironisch“ ist?
Wenn die Welt ernst ist, hilft es, mit ein wenig Humor dagegen zu halten. Doch was, wenn plötzlich alles nur noch „ironisch“ kommentiert wird und es uns immer schwerer fällt, ernsthafte Themen auch ernsthaft zu diskutieren? Diese Frage diskutiert Brett McKay in seinem Podcast The Art of Manliness mit dem Jeopardy-Seriengewinner Ken Jennings, der kürzlich…
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Fußball in der Krise?
Fußball als beliebteste Sportart der Welt und Ersatzreligion für hunderttausende Menschen zu bezeichnen ist eine Binsenweisheit. Auch ich war Fußballfan, bin es wahrscheinlich immer noch. Aber das Unbehagen mit dieser diffusen Mischung aus Sport und Unterhaltungsmaschine wächst. Und nicht nur bei mir, der ich als Kind des Ruhrgebiets mit der mythischen Verklärung des Fußballs aufgewachsen…
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Objektivität moderner Wissenschaft ist eine soziale Konstruktion der westlichen Philosophie
Die Idee, dass die Welt sich aus einem losgelöst-objektiven „wissenschaftlichen“ Blick betrachten und letztlich auch kontrollieren lassen könnte ist Ausdruck einer spezifisch westlichen Philosophie, wie Juilan Baggini in seinem Buch How the World Thinks sehr eindrücklich herausarbeitet: So unterscheidet er zwischen wegsuchenden Philosophien und wahrheitssuchenden. Während klassischerweise als „östlich“ bezeichnete Philosophien die Suche nach einem…
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Podcast: Resonanz von Hartmut Rosa
Spannende Überlegungen zu der Art und Weise, wie wir Menschen heutzutage “in die Welt gestellt sind”. Mit dem Begriff der “Resonanz” als Gegenbegriff zur “Entfremdung” hat Hartmut Rosa einen vielversprechenden Ausgangspunkt geliefert. Aber ja, es ist ein philosophisch-theoretisches Fachbuch und damit ohne Vorwissen vermutlich recht schwer verdaulich… Podcast-Episode zu dem Buch
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: Religion for Atheists von Alain de Botton
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Zweimal Fußball, zwei Songs und zwei Visionen der globalisierten Welt
Zwischen der Fußballweltmeisterschaft in Frankreich 1998 und der Europameisterschaft 2016 im selben Land lagen nur 18 Jahre. Wie sehr sich die Idee einer grenzenlosen Welt seitdem verändert hat, lässt sich am Vergleich der beiden offiziellen WM-/EM-Songs erkennen: Der Song der WM 1998 kommt von den britischen Musikern Dario G und ist unter dem Titel „Carnaval…
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Die Plagiatsdebatte hat der Vermittlung wissenschaftlichen Arbeitens einen Bärendienst erwiesen
Vor ein paar Jahren waren Techniken wissenschaftlichen Arbeitens in aller Munde: Prominente Politiker wie Karl-Theodor zu Guttenberg und Annette Schavan waren erwischt worden, wie sie in ihren Doktorarbeiten nicht ausreichend sauber gearbeitet hatten. Mit gravierenden Konsequenzen: sie verloren nicht nur öffentliches Ansehen sondern auch Titel und Ämter. Die Debatte fiel in die Zeit, in der…
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Wissenschaftliches Schreiben als Handwerk
Nachdem ich mich jetzt nicht „nur“ im Netz, sondern auch hauptberuflich mit dem wissenschaftlichen Arbeiten und Schreiben in all seinen Facetten auseinandersetze, nutze ich die äußerst spannende Blogparade von Natascha Miljkovic dazu, mal ein paar Gedanken zur Rolle wissenschaftlichen Arbeitens und seiner Vermittlung festzuhalten. Wissenschaftliches Schreiben ist mehr als theoretische Überlegung und empirische Untersuchung: Wissenschaftliches…
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Eine Anleitung für das Leben? Vier Ideen aus „Wie wir sind“ von Vincent Deary [mit Video]
Eine Anleitung für das Leben, wäre das nicht praktisch? Ein kleines Handbuch mit „richtigen“ Verhaltensweisen für jede Lebenssituation? Mit seinem Buch Wie wir sind startet der britische Psychoanalytiker Vincent Deary seinen Versuch, eine solche Anleitung zu verfassen. Dabei rückt er in diesem ersten Band unseren Wunsch nach Sicherheit und einem vorhersehbaren Alltag in den Mittelpunkt…
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Drei Ideen aus „Selbst im Spiegel“ von Wolfgang Prinz [mit Video]
Wir alle glauben, ihn zu haben: einen eigenen, weitestgehend freien Willen. Wir alle denken von uns als Person und als Ich. Doch woher kommt dieses Ich eigentlich, dass gleichzeitig neben sich stehen kann und gerne Schokolade essen würde? Dieser Frage geht der Kognitionswissenschaftler Wolfgang Prinz in seinem Buch Selbst im Spiegel nach und kommt dabei…
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Drei Ideen aus „Perfektionismus“ von Raphael M. Bonelli
Bis vor ein paar Wochen habe ich an dieser Stelle Sachbücher ausführlich zusammengefasst. Jetzt versuche ich mich mal an einem etwas knapperen Format, das ich mir ganz dreist von Konrad Lischka leihe: die zwei, drei oder vier zentralen Punkte eines Buchs knapp und großes Drumherum. Den Anfang macht das Buch Perfektionismus des Wiener Psychiaters Raphael…
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Die Arbeitsteilung zwischen bewusstem und unbewusstem Denken
Optische Täuschungen oder der auf Autopilot gefahrene tägliche Weg zur Arbeit sind nur zwei der zahlreichen Phänomene, die uns zeigen, dass wir selbst komplexe Handlungen oft durchführen, ohne uns ihrer bewusst zu sein. Es muss also unterhalb unseres aktiven Bewusstseins Prozesse geben, die dafür sorgen, dass wir die richtige Abzweigung nehmen, eine Geschwindigkeitsbegrenzung erkennen oder…
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Über die Lebenskunst und die Freundschaft mit sich selbst
Wir fühlen uns gerne frei. Wir lieben das Gefühl, ungebunden zu sein und den eigenen Interessen und Neigungen nachgehen zu können, ohne dabei von gesellschaftlichen Erwartungen und religiösen Konventionen eingeschränkt zu werden. Doch gleichzeitig müssen wir lernen, mit dieser Freiheit umzugehen. Mit seinem Konzept der Lebenskunst gibt uns der Philosoph Wilhelm Schmid einen Leitfaden an…
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Von neuronalen Lawinen und mentalen Symphonien
Die Musik, die mich begleitet während ich schreibe – das neue Muse-Album Drone -, löst in meinem Kopf eine Vielzahl an Assoziationen aus: Ich könnte sie mit einem großartigen Konzert verbinden, mich von ihrer Atmosphäre mitreißen oder von den Texten inspirieren lassen. Ich wäre überzeugt davon, dass meine Reaktion auf diese Musik meine eigene ist…
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Wie sich das Selbst in der Moderne selbst erfinden muss
Die Ablösung religiöser Glaubenssysteme, die ohne hinterfragt werden zu können unsere Weltsicht bestimmen, gilt als eine der wichtigsten Errungenschaften der letzten Jahrhunderte. Die Idee der Freiheit durchdringt das aufgeklärte westliche Denken dermaßen, dass die vollkommene Hingabe an eine Religion oder eine Sache vielfach undenkbar erscheint. Doch mit dem Recht, sein Leben frei gestalten zu können,…
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Wenn Mythen Identität stiften: Fußball im Ruhrgebiet
Es gibt keine Region in Deutschland, die so sehr mit Fußball verbunden wird, wie das Ruhrgebiet. Mit Borussia Dortmund und Schalke 04 finden sich hier erfolgreiche Spitzenvereine ebenso wie mit dem MSV Duisburg und Rot-Weiss Essen Traditionsvereine, die aktuell eine schwere Zeit durchmachen. Fußball ist so sehr im Ruhrgebiet verankert, dass der Puls mancher Städte…
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Menschliche Intelligenz und moderne Wissenschaft als Irrweg der Evolution?
Der britische Biologe Richard Dawkins ist in der letzten Zeit in erster Linie durch fast schon fanatische Äußerungen zum Übel der Religion aufgefallen. Darüber darf man jedoch nicht vergessen, dass er einer der wichtigsten Evolutionsbiologen des 20. Jahrhunderts sein dürfte: In seinem Buch Das egoistische Gen (Original: The Selfish Gene) schlug er eine Interpretation von…
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Yuval Noah Harari über die Überwindung des Todes und den Wert des Menschen
Der medizinische Fortschritt im 19. und 20. Jahrhundert ist sicherlich eine der größten Errungenschaften der Menschheit. Für die Webseite Edge hat sich der Psychologe und Nobelpreisträger Daniel Kahnemann mit dem israelischen Historiker Yuval Noah Harari über die Zukunft der Medizin, die Überwindung des Todes und den zukünftigen Wert des Menschen unterhalten: Der Tod als technisches…
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Nudges – verdeckte Manipulation oder Zurückgewinnung der Freiheit?
Das Idealbild der individualistischen Gesellschaft sieht den Einzelnen als informierten und reflektierten Schmied seines eigenen Glücks. Wir handeln immer in unserem Interesse, kennen unsere Optionen und sind in der Lage, die notwendigen Informationen zu beschaffen und abzuwägen. Doch die verhaltenspsychologische Forschung hat in den letzten Jahrzehnten immer wieder aufgezeigt, wie vorhersehbar irrational wir uns verhalten.…
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Zeit oder nicht Zeit, das ist hier die Frage
Für unsere alltägliche Wahrnehmung sind die Kategorien “Raum” und “Zeit” unverzichtbare Voraussetzungen. Automatisch verorten wir Gegenstände und Personen innerhalb des Raums um uns herum und strukturieren unser Erleben entlang eines Zeitpfeils von der Vergangenheit über das Jetzt in die Zukunft. So selbstverständlich uns diese Dimensionen jedoch im Alltag erscheinen, so umstritten sind sie in ihrer…
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Das Handwerk – der ungeliebte Bruder der Wissenschaft
Wissenschaftliche Erkenntnisse beanspruchen gerne eine universelle Geltung. Sie scheinen, einmal etabliert, unabhängig von ihren Entdeckern zu existieren und “objektiv” unsere Welt zu beschreiben – nicht umsonst habe ich gerade “entdecken” im Gegensatz zu “erfinden” geschrieben. “Naturgesetze” werden meist in mathematischen Formeln augedrückt, die dann als angemessene Abbildung der verborgenen Struktur unserer Welt gesehen werden. Insbesondere…
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Mario Vargas Llosa über eine orientierungslose Moderne
Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht ein Feuilletonist oder selbsternannter bzw. zugeschriebener Intellektueller seinem Unbehagen über “das Internet”, “die Jugend” oder gleich “die Welt” Ausdruck verleiht. Ein weiterer Versuch stammt von dem peruanischen Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa. In seinem Buch-Essay Alles Boulevard setzt sich Mario Vargas Llosa mit dem Ende der “Kultur” auseinander.…
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Licht im dunklen Mittelalter
Das europäische Mittelalter gilt allgemein als eine dunkle Zeit für die Wissenschaft, in der Armut und religiöses Dogma sämtlichen wissenschaftlichen Fortschritt verhindert haben. Mit der Zerstörung der Großen Bibliothek von Alexandria (bis zum 5. Jahrhundert) und der Eroberung der Stadt durch die Araber (im Jahr 642) endete dieser Ansicht nach die Ära des wissenschaftlichen Denkens…
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Gebt der Wissenschaft ihre Magie zurück!
Von außen betrachtet wirken die Naturwissenschaften wie ein Geheimbund, der sich in seiner eigenen Sprache mit Fragen befasst, die kaum ein Außenstehender nachvollziehen kann. Doch was, wenn wir Wissenschaft als eine menschliche Aktivität begreifen, die der Kunst nicht unähnlich ist: eine Annäherung an eine geheimnisvolle Welt, die der Mensch sich erfahrbar machen will? Es ist…
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Die Vermessung der Welt und das Ende des gesunden Menschenverstandes?
Die Liste der Bücher, die sich mit dem digitalen Wandel auseinandersetzen, wird von Jahr zu Jahr länger. Mit Chistoph Kucklick hat sich nun auch der Chefredakteur der Zeitschrift GEO dieses Themas angenommen und einen sehr inspirierenderen Zugang gefunden: Er beschränkt sich nicht darauf, die Revolution der Wirtschaft oder der Medien zu propagieren, sondern nimmt den…
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Ich denke nicht, ich tue – wie Gewohnheiten unser Leben bestimmen
Wir gehen gerne davon aus, dass wir jederzeit bestimmen können, was wir als nächstes tun. Und trotzdem ertappt man sich immer wieder dabei, auf einmal zum Kühlschrank gelaufen zu sein oder schon wieder auf das Handy geschaut zu haben. Mindestens ebenso wichtig wie unsere bewussten Entscheidungen sind nämlich etablierte Gewohnheiten, die wir immer und immer…
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Bestie oder Virus? Wie die Sprache unser Denken prägt
Die alljährliche Diskussion um das „Unwort des Jahres“ macht deutlich, dass Sprache mehr ist als ein neutrales Werkzeug, mit dem wir Informationen von einer Person zur nächsten übertragen. Vielmehr ist die Sprache ganz eng mit unserem Denken und unserem Handeln verknüpft. Ob jedoch die Sprache Voraussetzung für das Denken und wie stark sie unsere Sicht…
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Der Rückzug aus der Gemeinschaft aus Angst vor dem Fremden
Klimawandel, Terroranschläge und die immer wieder aufwallende Wirtschaftskrise sind nur drei der aktuellen Entwicklungen, die den Eindruck erwecken, unsere Welt sei immer weniger kontrollierbar. Als Konsequenz wird der Rückzug in das Private und der Aufbau einer eigenen, überschaubaren Welt zu einem immer größeren gesellschaftlichen Phänomen. Auch der us-amerikanische Soziologe Richard Sennett beschäftigt sich in seinem…
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Wie Leonardo da Vinci die moderne Wissenschaft vorweg nahm
Leonardo da Vinci (1452 – 1519) gilt als das Universalgenie der menschlichen Ideengeschichte. Besonders bekannt ist er für seine Kunst – allen voran natürlich das Abendmahl und die Mona Lisa. Auch als Ingenieur hat da Vinci bis heute einen Namen. Dass er auch als Wissenschaftler seiner Zeit teilweise um Jahrhunderte voraus war, ist jedoch erst…
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Das Land, das an seinen Tugenden zweifelt
Ein ungläubiges Raunen geht durch das Land, wenn mal wieder eine Umfrage zeigt, dass Deutschland und seine Einwohner in der Welt durchaus beliebt sind. Erst kürzlich kürte eine BBC-Umfrage Deutschland sogar zum beliebtesten Land der Erde – noch vor Kanada. Abgesehen von angemessener Bescheidenheit und der generellen Fragwürdigkeit entsprechender Umfragen, warum fällt es “den Deutschen”…
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Amanda Palmer über die Kunst des Fragens und den Sinn der Kunst
Eigentlich solltes es eines der einfachsten Dinge der Welt sein, andere Menschen um Hilfe zu bitten: die Nachbarn, wenn uns Mehl zum Backen fehlt, den Chef, wenn wir die spontane Hochzeit unseres besten Freundes besuchen wollen, oder die gute Freundin, wenn wir gerade ein wenig klamm sind, aber eine Autoreparatur ansteht. Der Frage, warum uns…
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Der tiefe Graben zwischen Wissenschaft und Gesellschaft
Warum wird Homöopathie von den Krankenkassen bezahlt? Sollen wir gentechnisch veränderte Lebensmittel erlauben? Was können wir gegen den Klimawandel tun? All dies sind Fragen, in denen naturwissenschaftliche Erkenntnisse auf soziale Prozesse treffen. Der französische Philosoph und Soziologe Bruno Latour setzt sich mit solchen Diskussionen auseinander und stellt dabei weder den Natur- noch den Sozialwissenschaftlern ein…
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Der Milchkarton auf dem Beifahrersitz: dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen
Natürlich weiß ich noch, welche Farbe das Hemd hatte, das ich vor fast 15 Jahren zu meinem Abiball getragen habe, aber wo habe ich vorhin nochmal mein Handy hingelegt? So geht es sicherlich jedem von uns. Immer und immer wieder. Während wir uns jederzeit an abstruse Dinge erinnern können, vergessen wir im Supermarkt Milch mitzunehmen…
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Warum Wissenschaft alten Wein in neue Schläuche packen muss
Gerade macht mal wieder eine Studie die Runde, welche sich mit dem Einfluss von Bildschirmen auf das Einschlafen und die Qualität des folgenden Schlafs beschäftigt. Die Resultate sind dabei wenig überraschend: Wer vor dem Schlafen vier Stunden auf ein beleuchtetes Tablet schaut und dort ein Buch liest, braucht im Anschluss länger um einzuschlafen, schläft schlechter…
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So, so. Wir sparen also nicht genug?
Spiegel Online hat heute erste Ergebnisse einer Umfrage des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes zum Sparverhalten der Deutschen veröffentlicht. Demnach sorgen 30 Prozent der Befragten nicht aktiv für ihre Zukunft vor – unter den 14 bis 29 jährigen sogar 50 Prozent. Darüber hinaus gaben 16 Prozent der Befragten an, sich eine entsprechende Vorsorge nicht leisten zu…