Schlagwort: Intelligenz

  • Glaube an die Intelligenz von KI ähnelt Glauben an Hellseher

    Dass viele Men­schen glauben, LLMs wären intel­li­gent, lässt sich mit dem­sel­ben Mech­a­nis­mus erk­lären, der manche Men­schen an Hellse­her glauben lässt – u.a. dem soge­nan­nten For­er-Effekt: As a con­se­quence, many peo­ple will inter­pret even the most gener­ic state­ment as being specif­i­cal­ly about them if they can relate to what was said. Quellen Artikel: The LLMen­tal­ist Effect: how chat-based Large Lan­guage Mod­els…

  • Das Hirn reagiert nicht, es denkt voraus

    Es gibt ein klas­sis­ches Bild von unser­er Wahrnehmung: Danach lösen Impulse von Außen in unseren Sin­nesor­ga­nen – also z. B. Augen oder Ohren – bes­timmte Sig­nale aus, die dann an das Gehirn weit­ergeleit­et und dort ver­ar­beit­et wer­den. Ein bes­timmtes Muster wird dann dort inter­pretiert und zum Beispiel als Hund oder als Musik inter­pretiert. In ihrem Buch „Wie Gefüh­le entste­hen“ beschreibt…

  • Es gibt keine Fingerabdrücke von Emotionen

    Die Idee, dass Emo­tio­nen men­schlich-uni­versell sind und möglicher­weise sog­ar biol­o­gisch deter­miniert, war eng mit einem bes­timmten Ansatz der Erforschung von Emo­tio­nen ver­bun­den: der Suche nach ihrem „Fin­ger­ab­druck“. Das Ziel war es, einen kör­per­lichen Aus­druck zu find­en, der ein­deutig mit ein­er Emo­tion in Verbindung gebracht wer­den kann: Ist er vorhan­den, liegt immer die Emo­tion vor, und liegt die Emo­tion vor, ist…

  • Emotionen sind nicht global-universell

    Im Gegen­satz zu der Unter­suchung des men­schlichen Bewusst­seins war sich die Forschung beim The­ma Emo­tio­nen lange Zeit ihres Unter­suchung­sob­jek­tes sehr sich­er: Emo­tio­nen gal­ten als klar definierte Reak­tio­nen auf die Dinge, die um uns herum geschehen. Unter­suchun­gen mith­il­fe von Fotos und Lis­ten von Emo­tio­nen legten dabei sog­ar nahe, dass Emo­tio­nen men­schlich uni­versell sind und unab­hängig von kul­turellem Hin­ter­grund oder Sozial­i­sa­tion. Ja,…

  • Intelligenz und Bewusstsein sind getrennte Phänomene

    An ander­er Stelle hat­te ich schon mal über die unter­schiedliche Aus­prä­gung des Denkens bei Men­schen, nicht-men­schlichen Tieren und Maschi­nen nachgedacht. In eine ähn­liche Rich­tung denkt auch Erik Hoel in seinem Artikel The risk of anoth­er con­scious­ness win­ter. Er macht dies an der Tren­nung zwis­chen Bewusst­sein und Intel­li­genz fest, wobei er den Grad der Intel­li­genz von „KI“-Systemen wie GPT‑4 deut­lich höher…

  • Ehemals als absurd verschmähte Ideen kehren leicht verändert zurück

    Wis­senschaft liefert keineswegs dauer­hafte und gesicherte Erken­nt­nisse. Sie muss stattdessen als dauer­hafter sozialer Aushand­lung­sprozess darüber ver­standen wer­den, welch­es Wis­sen wir für gut genug abgesichert hal­ten, um es zur Grund­lage weit­er­er Forschung oder gar unseres Han­delns zu machen. Diese Aushand­lung unter­liegt dabei densel­ben Verz­er­run­gen und Fehlschlüssen wie andere soziale Prozesse auch – wenn auch im Ver­gle­ich meist deut­lich trans­par­enter, dafür wiederum…

  • Lassen sich Wälder als emergent-intelligente Systeme verstehen?

    Wenn wir Intel­li­genz als emer­gentes Phänomen ver­ste­hen, müssen wir immer zwei Ebe­nen bedenken: eine „Mikro“-Ebene, auf der viele unter­schiedliche Ele­mente miteinan­der ver­bun­den sind und inter­agieren und eine „Makro“-Ebene, auf der wir das Phänomen beobacht­en kön­nen, das wir dann als „intel­li­gent“ beze­ich­nen. Dabei ist die „Intel­li­genz“ nicht scharf definiert, ste­ht aber sicher­lich eng ver­bun­den mit der Fähigkeit, kom­plexe Prob­leme zu lösen.…

  • Intelligenz bei Tieren und Maschinen

    Was die vorge­bliche „Intel­li­genz“ von Maschi­nen ange­ht, bin ich bish­er sehr skep­tisch gewe­sen, was man auch in diesem Blog mehrfach nach­le­sen kann. Im Hin­blick auf die Intel­li­genz bei Tieren hinge­gen finde ich die Argu­mente von Frans de Waal sehr überzeu­gend. Je mehr ich mich mit grundle­gen­deren The­o­rien von Intel­li­genz und Bewusst­sein beschäftige, desto mehr schle­icht sich mir allerd­ings der Ein­druck…

  • Wir wissen wenig über die Intelligenz von Elefanten

    Bei Okto­pussen haben wir mit­tler­weile erkan­nt, dass sie über ein gehöriges Maß an Intel­li­genz ver­fü­gen, auch wenn uns die Funk­tion­sweise dieser Intel­li­genz grundle­gend fremd erscheint. Gle­ichzeit­ig gibt es jedoch auch einige Tier­arten, bei denen wir das wahre Maß ihrer Intel­li­genz bis­lang besten­falls erah­nen. Ein Beispiel hier­für sind Ele­fan­ten, über die Frans de Waal in seinem Buch Are We Smart Enough…

  • Tiere leben in der Vergangenheit, dem Jetzt und der Zukunft

    Ein weit­er­er Punkt, der oft ins Feld geführt wird, um die Intel­li­genz von Men­schen von der nicht-men­schlich­er Tiere abzu­gren­zen, ist die zeitliche Ori­en­tierung und Pla­nung ihres Denkens. Das Argu­ment geht dabei so, dass nur Men­schen in der Lage seien, Pläne zu tre­f­fen, die weit in die Zukun­ft wirken und dafür auch unmit­tel­bare Beloh­nun­gen aufzuschieben. Dieses Motiv find­et sich in gewiss­er…

  • Symbolische Sprache ist nicht notwendig für „Intelligenz“

    Neben der „The­o­ry of Mind“ gibt es einen weit­eren Aspekt, der bei der Bew­er­tung nicht-men­schlich­er Intel­li­genz oft herange­zo­gen wird, der beim näheren Hin­se­hen aber in erster Lin­ie auf eine über­mäßige Men­schzen­trierung hin­weist – und möglicher­weise sog­ar auf eine schon beim Men­schen unangemessene: die Sprache. Frans de Waal for­muliert in seinem Buch Are We Smart Enough To Know How Smart Ani­mals…

  • Kognition sollte als universelles Phänomen untersucht werden

    Als Kon­se­quenz aus unser­er men­sch-zen­tri­erten Herange­hensweise an die The­men Intel­li­genz und Kog­ni­tion fordert Frans de Waal ein Mora­to­ri­um auf sämtliche Behaup­tun­gen men­schlich­er Über­legen­heit. Statt das Denken vom Men­sch her zu denken, soll­ten wir es wie jedes andere biol­o­gis­che Phänomen als genau solch­es ver­ste­hen: Als eigen­ständi­ges Ele­ment, das eine bes­timmte Funk­tion erfüllt und sich auf die eine oder andere Weise in…

  • Kognition darf nicht menschzentriert definiert werden

    Selb­st bei Schim­pansen, die immer noch als Spitze der nicht-men­schlichen Intel­li­genz gel­ten – egal ob berechtigt oder nicht – tut sich die Wis­senschaft schw­er damit, ihre Intel­li­genz angemessen zu erheben. Das grundle­gende Prob­lem dabei ist, dass wir Kog­ni­tion und Intel­li­genz gle­ich dop­pelt men­sch-zen­tri­ert denken und damit nicht in der Lage sind, ein für nicht-men­schliche Tiere angemessenes Ver­ständ­nis zu entwick­eln. Der…

  • Schimpansen gelten als Spitze der nicht-menschlichen Intelligenz

    In der Welt der nicht-men­schlichen Tiere gel­ten Schim­pansen als die Spitze der Evo­lu­tion im Hin­blick auf ihre Intel­li­genz. Par­al­lel zu der Abgren­zung zwis­chen Men­schen und nicht-men­schlichen Tieren führt dies auch zu ein­er beson­deren Posi­tion der Schim­pansen in der Erforschung nicht-men­schlich­er Intel­li­genz. Dabei gibt es neben den Schim­pansen min­destens drei weit­ere Arten von Pri­mat­en, die in eine Art „Steinzeit“ einge­treten sind,…

  • Belebte Intelligenz braucht Lücken in formalen Regelungen

    Heute habe ich für meinen Pod­cast Zwis­chen zwei Deck­eln die Folge zu dem Buch The Web of Mean­ing von Jere­my Lent aufgenom­men, das ja auch hier im Blog schon das eine oder andere Mal eine Rolle gespielt hat. In dem Gespräch mit mein­er Mit-Pod­cas­t­erin Aman­da sind wir danach auf die Frage gekom­men, warum das, was Lent als klas­sis­ches west­lich­es Welt­bild…

  • Wissenschaft war lange schlecht darin, Intelligenz von Tieren zu messen

    Kaum ein­er der Texte, die ich aktuell über Intel­li­genz bei Tieren lese, kommt ohne ein spez­i­fis­ches Zitat von Wern­er Heisen­berg aus: What we observe is not nature in itself, but nature exposed to our method of ques­tion­ing. So auf Frans de Waals Buch Are We Smart Enough to Know How Smart Ani­mals Are, der dieses Zitat gle­ich seinem ersten Kapi­tel…

  • Die Intelligenz von Oktopussen ist uns grundlegend fremd

    Während wir Men­schen fast schon träumerisch-verk­lärend die Frage nach außerirdis­ch­er Intel­li­genz stellen, tun wir uns prak­tisch schon schw­er damit, irdis­che Intel­li­gen­zen zu erken­nen, anzuerken­nen oder gar zu ver­ste­hen, wenn sie anders funk­tion­ieren als unsere. Ein beson­ders deut­lich­es Beispiel schildert Sy Mont­gomery in ihrem Buch The Soul of an Octo­pus – wie der Titel schon ver­muten lässt, am Beispiel der Okto­pusse.…

  • Menschliches und nicht-menschliches Denken sind stark emergent

    In den let­zten Wochen habe ich immer wieder über die men­schliche Intel­li­genz geschrieben und darüber, wie sie sich von tierisch­er und auch kün­stlich­er unter­schei­det – oder eben nicht. Dieses The­ma lässt mich ger­ade nicht los, sodass ich mich in den näch­sten Monat­en etwas tiefer darein versenken werde. Das wird sich natür­lich auch auf die The­men in diesem Blog auswirken. Heute…

  • Belebte Intelligenz ist gleichwertige Intelligenz

    Es ist nicht ganz ein­fach, sich auf den Gedanken einzu­lassen, dass der Men­sch sich nicht in erster Lin­ie durch das Aus­maß sein­er Intel­li­genz aus der „Natur“ her­aushebt, son­dern nur durch deren spez­i­fis­che Form und unsere Spezial­isierung auf konzep­tionelles Denken und sym­bol­is­che Kom­mu­nika­tion. Ein Grund dafür kön­nte die (im Kern berechtigte) War­nung sein, anderen Tieren oder gar Pflanzen keine men­schlichen Emo­tio­nen…

  • Intelligenz ist eine tautologische Abgrenzung zwischen Mensch und Natur

    Wir Men­schen haben uns zu großen Teilen halb­wegs damit abge­fun­den, dass wir gemein­same Vor­fahren mit den heute leben­den Affen haben und im Kern dann auch doch nur eine spez­i­fis­che Art Tier in einem kom­plex­en Stamm­baum. Trotz­dem ziehen wir eine sehr scharfe Gren­ze zwis­chen „uns“ und der „Natur“. Ger­ade in der Abgren­zung gegenüber anderen Tieren ist dabei unsere vorge­bliche Intel­li­genz maßge­blich…

  • Neurowissenschaft „übersieht“ PoC

    Natur­wis­senschaften geben sich gerne objek­tiv und von jed­er men­schlichen Verz­er­rung frei. Dabei ist schon lange klar, dass dies keineswegs der Fall ist, son­dern sich auch hier immer und immer wieder Struk­turen find­en, die dafür sor­gen, dass wis­senschaftliche Erken­nt­nisse – ins­beson­dere über den Men­schen – tat­säch­lich nur für eine kleine Gruppe von Men­schen gel­ten; meis­tens weiße Män­ner. Von einem solchen Mech­a­nis­mus…

  • Drei Ideen aus „Selbst im Spiegel“ von Wolfgang Prinz [mit Video]

    Wir alle glauben, ihn zu haben: einen eige­nen, weitest­ge­hend freien Willen. Wir alle denken von uns als Per­son und als Ich. Doch woher kommt dieses Ich eigentlich, dass gle­ichzeit­ig neben sich ste­hen kann und gerne Schoko­lade essen würde? Dieser Frage geht der Kog­ni­tion­swis­senschaftler Wolf­gang Prinz in seinem Buch Selb­st im Spiegel nach und kommt dabei zu über­raschen­den Schlussfol­gerun­gen: Unsere eigene…

  • Die Arbeitsteilung zwischen bewusstem und unbewusstem Denken

    Optis­che Täuschun­gen oder der auf Autopi­lot gefahrene tägliche Weg zur Arbeit sind nur zwei der zahlre­ichen Phänomene, die uns zeigen, dass wir selb­st kom­plexe Hand­lun­gen oft durch­führen, ohne uns ihrer bewusst zu sein. Es muss also unter­halb unseres aktiv­en Bewusst­seins Prozesse geben, die dafür sor­gen, dass wir die richtige Abzwei­gung nehmen, eine Geschwindigkeits­be­gren­zung erken­nen oder auch nur die Gänge wech­seln.…

  • Von neuronalen Lawinen und mentalen Symphonien

    Die Musik, die mich begleit­et während ich schreibe – das neue Muse-Album Drone -, löst in meinem Kopf eine Vielzahl an Assozi­a­tio­nen aus: Ich kön­nte sie mit einem großar­ti­gen Konz­ert verbinden, mich von ihrer Atmo­sphäre mitreißen oder von den Tex­ten inspiri­eren lassen. Ich wäre überzeugt davon, dass meine Reak­tion auf diese Musik meine eigene ist und nichts mit der ander­er…

  • Menschliche Intelligenz und moderne Wissenschaft als Irrweg der Evolution?

    Der britis­che Biologe Richard Dawkins ist in der let­zten Zeit in erster Lin­ie durch fast schon fanatis­che Äußerun­gen zum Übel der Reli­gion aufge­fall­en. Darüber darf man jedoch nicht vergessen, dass er ein­er der wichtig­sten Evo­lu­tions­bi­olo­gen des 20. Jahrhun­derts sein dürfte: In seinem Buch Das ego­is­tis­che Gen (Orig­i­nal: The Self­ish Gene) schlug er eine Inter­pre­ta­tion von Dar­wins Evo­lu­tion­s­the­o­rie vor, die nicht…

  • Yuval Noah Harari über die Überwindung des Todes und den Wert des Menschen

    Der medi­zinis­che Fortschritt im 19. und 20. Jahrhun­dert ist sicher­lich eine der größten Errun­gen­schaften der Men­schheit. Für die Web­seite Edge hat sich der Psy­chologe und Nobel­preisträger Daniel Kah­ne­mann mit dem israelis­chen His­torik­er Yuval Noah Harari über die Zukun­ft der Medi­zin, die Über­win­dung des Todes und den zukün­fti­gen Wert des Men­schen unter­hal­ten: Der Tod als technisches Problem Harari – dessen Buch…

  • Bestie oder Virus? Wie die Sprache unser Denken prägt

    Die alljährliche Diskus­sion um das „Unwort des Jahres“ macht deut­lich, dass Sprache mehr ist als ein neu­trales Werkzeug, mit dem wir Infor­ma­tio­nen von ein­er Per­son zur näch­sten über­tra­gen. Vielmehr ist die Sprache ganz eng mit unserem Denken und unserem Han­deln verknüpft. Ob jedoch die Sprache Voraus­set­zung für das Denken und wie stark sie unsere Sicht auf die Welt prägt, ist…