Weltenkreuzer

Zukünftige Menschheiten und ein schwarzer Spiegel [Medienmenü 4-5/2017]

Anderthalb Wochen auf dem Krankenlager helfen dann doch dabei, das Medienmenü zu füllen. Damit es heute nicht überquillt, verschiebe ich ein paar Dinge auf nächste Woche. So gibt es heute “nur” drei Romane, zwei TV-Serien, einen Film und ein PS4-Spiel.

Abgeschlossen: Seveneves von Neal Stephenson

Von den ersten zwei Dritteln des Romans war ich ja wirklich begeistert, auch wenn sie Stephenson-typisch ausschweifend und umfangreich daher kamen. Hier stimmte einfach alles: die Geschichte, die Atmosphäre und sogar die Figuren. Das in Kombination mit extrem detaillierten technischen Erklärungen und glaubwürdigen sozialen Dynamiken.

Nach zwei Dritteln macht das Buch dann einen großen Zeitsprung und ich habe mich wie in einem komplett neuen – und wesentlich schwächeren – Roman gefühlt. Dabei ist das World-Building tatsächlich äußerst spannend und es ist unglaublich zu sehen, was Stephenson aus der doch eher düsteren Ausgangslage entstehen lässt. Es fehlt mir jedoch vollkommen an einer Geschichte, die die Handlung vorantreibt, und an interessanten Figuren, mit denen ich mich identifizieren könnte. Auch das Ende ist unbefriedigend.

Seveneves ist in den ersten zwei Dritteln Neal Stephenson vom Feinsten, im letzten Drittel baut es leider massiv ab und wird zäh und anstrengend.

Abgeschlossen: Elementary, Staffel 3

Hui, was ein Finale dieser dritten Staffel der nach wie vor extrem sehenswerten Sherlock-Holmes-Adaption. Die Dynamik um die “dritte Frau”, Kitty, über die ich mich zu Beginn dieser Staffel gefreut hatte, löst sich leider relativ bald wieder auf, die Staffel bleibt aber irgendwie anderes als die vorherigen. Meine Vermutung, dass die Fälle komplexer und verschachtelter werden, hat sich auf jeden Fall bewahrheitet und mit dem Finale heben die Macher die Serie noch mal komplett in neues Fahrwasser.

Angelegt wird das schon in der dritten Staffel, in der Watson immer mehr zu einer wirklich gleichberechtigten Ermittlerin wird und auch Marcus Bell als Figur eine stärkere Position einnimmt, die er auch in die vierte Staffel hinein behält. Wir schauen auf jeden Fall fleißig weiter und sind mittlerweile schon recht weit in die vierte Staffel vorgedrungen. Die Eindrücke schildere ich dann nächste Woche ausführlicher.

Abgeschlossen: Uncharted 4

Uncharted 4: A Thief’s End

Noch ein fulminantes und schließlich auch emotionales Finale, wenn auch mit mehr Knall und Bumm als bei Elementary, bietet Uncharted 4. Von anspruchsvollen Kletterpassagen über ein intensives Feuergefecht zwischen mehreren Piratenschiffen bis zu einem dramatischen Gefecht im wahrsten Sinne bieten die letzten Kapitel nochmal alles auf, was dieses Spiel so gut gemacht hat; auch wenn ich manchmal ein wenig das Herr-der-Ringe-Gefühl hatte: Jetzt ist es aber vorbei. Ach ne, doch nicht…

Besonders gestört hat mich, dass das letzte Gefecht ein neues Kampfsystem einführt, an das ich mich erstmal gewöhnen musste. Gefühlt bin ich an der Stelle so oft gestorben, wie zuvor über die gesamte Spieldauer. Sehr schön gelöst ist hingegen der Abschluss der Geschichte, der dem Untertitel The End of a Thief gerecht wird, aber durchaus noch Möglichkeiten für Sequels offen ließe. Der Epilog ist dann schließlich herzallerliebst an der Grenze zu kitschig, aber vielleicht muss ein derartiges Spiel auch einfach so enden.

Gesehen: Fantatstische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Es hat ein wenig gedauert, bis wir es zu Newt Scamander ins Kino geschafft haben, aber was lange währt, wird dann doch endlich gut. Mir hat der Film sehr gut gefallen: eine nette Geschichte mit vielen Verbindungen in das bekannte Potterverse, tolle Spezialeffekte für liebevoll gestaltete Tierwesen und ein magisches New York, das so ganz anders ist, als das Großbritannien, das wir kennen.

Gerade die berückende Atmosphäre unter den verfolgten Magiern, die Angst vor der Entdeckung und der großen Gefahr aus den eigenen Reihen hat mich hier überzeugt. Sie steht aber im Gegensatz zu der bunten Bildsprache und dem leicht tollpatschigen Newt, der vielleicht ein bisschen zu naiv in das Zentrum des nahenden Sturms stolpert. Aber damit knüpft der Film an die Stärken der mittleren Potter-Bände an, die ja auch große Gefahr in bunten Farben gemalt haben.

Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass Fantastische Tierwesen als eigenständiger Film ohne Anbindung an das Harry-Potter-Universum funktioniert hätte. Zu sehr lebt der Film von Verbindungen und Anspielungen. Das ist an sich nicht schlimm, verhindert aber, dass ich mich restlos von ihm begeistern lasse.

Angefangen: Too Like the Lightning von Ada Palmer

Über Too Like the Lightning wusste ich nur, dass er immer wieder auf Bestenlisten für das Jahr 2016 auftaucht. Und schon nach wenigen Seiten war mir klar, warum: Der Roman erzählt die Geschichte der Menschheit im 25. Jahrhundert und was ist das für eine Zukunft. Unsere Gesellschaft hat sich komplett gewandelt und basiert nicht mehr auf Nationen und Familien, sondern auf Hives (übersetzt am besten als “Insektenvölkern”) und Bashes (“Haufen”?). Es gibt exklusive Sprachen, ein zentralisiertes Transportsystem, universelle Tracker, eine Kaste verurteilter Krimineller als universelle Sozialarbeiter und so einiges mehr.

Aber nicht nur die Welt ist extrem faszinierend, sondern auch die Erzählweise, die sich an dem klassischen Stil englischer Romane aus dem 18. / 19. Jahrhundert orientiert. Dabei fungiert eine Figur gleichzeitig als quasi-allwissender Ich-Erzähler und durchbricht regelmäßig die vierte Wand zu einem wiederum fiktiven Leser in der noch fernen Zukunft. Dabei rechtfertigt sie Erzähl-Entscheidungen und erläutert dem Leser die für ihn vergangene Welt.

Es braucht ein wenig, sich an diese ungewöhnliche Form und die dazu gehörige recht blumige Sprache zu gewöhnen, doch das ist es auf allen Ebenen wert. Inwieweit die Handlung auch überzeugen kann, fällt mir bei 40% noch etwas schwer einzuschätzen.

Angefangen: Black Mirror, Staffel 1

Kaum haben wir uns an diese doch extrem dunkle Serie gewagt und die erste Folge The National Anthem gesehen, mussten wir auch gleich wieder eine Pause einlegen. Hui. Ein britischer Premierminister, der dazu gebracht wird, sich vor laufenden Kameras mit einem Schwein zu vergnügen? Auf die Idee muss man erstmal kommen; und sie dann auch noch so vollkommen ironiefrei umsetzen und damit einen unglaublichen Effekt beim Zuschauer erzielen? Das ist böse. Aber es funktioniert. Selten ist mir eindrucksvoller vor Augen geführt worden, wie wir uns “zu Tode amüsieren”, wobei mittlerweile vielleicht die Ergänzung “und empören” angemessen wäre.

Ich glaube, Black Mirror wird es bei uns nur in kleinen Dosen geben. Die hallen dann aber entsprechend nach.

Angefangen: Teufelsgold von Andreas Eschbach

Mittlerweile ist es fast schon so etwas wie eine Tradition, dass ich mir den neuen Roman von Andreas Eschbach von Matthias Koeberlin vorlesen lasse. Das geht so weit, dass ich Koeberlin tatsächlich für die Stimme von Andreas Eschbach halte…

Im aktuellen Roman geht es um ein antiquarisches Buch, das eine Geschichte vom Stein der Weisen erzählt. Es fällt dem Anlageberater Henrik Buske in den Hände, während er eigentlich gerade ein Seminar für seinen Arbeitgeber halten sollte. Er erlebt eine Art von Erweckung und plant, in Zukunft Seminare unter dem Titel “Die Alchemie des Reichtums” anzubieten. Das Buch wird ihm allerdings geklaut und das ist bislang auch mehr oder weniger der einzige Hinweis darauf, dass Teufelsgold mehr sein könnte, als die Geschichte des (bislang) kometenhaften Aufstiegs von Henrik Buske als Reichtumsguru.

Bislang ist das Buch ein typischer Eschbach, irgendwo zwischen Eine Billion Dollar und Das Jesus Video. Es macht Spaß zu hören und es scheint, als hätte Eschbach wieder eine Message verpackt. Mal sehen, wie sich das entwickelt…

"Die Simulanten" im Schauspiel Dortmund

Hexer und Simulationen [Medienmenü 3/2017]

Ich war mal wieder im Theater und will euch natürlich auch meinen Fortschritt mit Neal Stephensons aktuellem Roman nicht vorenthalten. Außerdem gibt es diese Woche alte Bekannte, eine spiel-gewordene Fantasy-Welt und virtuelles Eis…

Weiter gelesen: Seveneves von Neal Stephenson (Roman)

Wenn ich mit einem Roman von Neal Stephenson beginne, weiß ich schon, dass ich in den nächsten Wochen erstmal wenig anderes lesen werde. Seine Bücher sind nämlich nicht nur lang, sondern ausschweifend und komplex und wollen bewusst und langsam gelesen werden, während die Handlung eher gemächlich voranschreitet.

Seveneves ist da nicht anders und wartet mit seitenlangen Erklärungen zu Orbitalmechaniken oder Warnsystemen auf. Die Handlung kommt dabei zwar langsam voran, ist aber äußerst fesselnd und atmosphärisch dicht. Stephenson schafft es unerklärlicherweise, mit langen Infodumps Spannung zu erzeugen und eindrucksvoll zu verdeutlichen, was da eigentlich gerade passiert.

Aktuell schwenkt das Buch gerade von einer eher wissenschaftlichen Betrachtung hin zu intensiveren sozialen Dynamiken und Konflikten, die mir im Hier und Jetzt auf der Erde durchaus bekannt vorkommen …

Gehört: Das Erbe der Elfen von Andrzej Sapkowski (Hörbuch)

Wenn ich schon nicht dazu komme, andere Romane zu lesen, kann ich sie – dank Audible – wenigstens hören. Ich hatte mir den ersten Band der durch die Witcher-Computerspiele bekannt gewordenen Fantasy-Reihe vor einiger Zeit schon mal angehört, war damals aber nicht so wirklich rein gekommen. Der zweite Anlauf hat mich dann doch wesentlich mehr überzeugt.

Sapkowski schafft es nicht nur, eine wunderbar vielschichtige und glaubwürdige Welt zu erschaffen, auch seine Figuren – vom grimmigen Geralt über die mysteriöse Yennifer bis zur pubertierenden Ciri – haben mich an die Geschichte gefesselt. Sie entsprechen zwar schon sehr stark den Archetypen, Sapkowski lässt aber immer wieder durchscheinen, dass sich hinter der Fassade mehr verbirgt.

Dasselbe erhoffe ich mir in den folgenden Bänden für die Handlung, bei der durchaus noch Luft nach oben ist. Der ganze Roman wirkt irgendwie eher wie eine Exposition, in der die Figuren erstmal vorgestellt werden und zusammenfinden müssen, bevor das eigentliche Abenteuer losgeht. Ein kohärentes Abenteuer, ein roter Faden fehlt dieser Geschichte. Oder er wird zumindest nur an- und nicht auserzählt …

Angefangen: Elementary, Staffel 3 (TV-Serie)

Nach ganz viel Gilmore Girls und ein bisschen Expanse sind wir jetzt wieder bei alten Bekannten: Sherlock Holmes und Joan Watson, die in New York Verstärkung erhalten haben. Holmes hat aus London eine neue Protegé mitgebracht, die er – wie Watson – zur Ermittlerin ausbilden will.

Die Zweierdynamik wird damit zur „Menage a Trois“, ein cleverer Schachzug, um zu verhindern, dass die Serie irgendwann langweilig wird. Gleichzeitig aber nicht so revolutionär, dass sie ihren unvergleichlichen Charakter verliert. Aber auch die bekannten Figuren haben sich weiterentwickelt: Watson hat sich endgültig von Holmes emanzipiert und dieser entdeckt seine „weichere“ Seite.

Gefühlt werden auch die Mordfälle immer vertrackter und cleverer, aber ansonsten wären Holmes, Watson und Kitty ja auch maßlos unterfordert.

Gesehen: Die Simulanten im Schauspiel Dortmund (Theaterstück)

„Die Simulanten“ im Schauspiel Dortmund

Theater war mal das Erzählen von Geschichten, heute wird es immer mehr zur „Auseinandersetzung mit Themen“. Letzteres gilt auf jeden Fall für Die Simulanten, ein Stück des jungen Schweizer Autors Philippe Heule, das aktuell noch im Schauspiel Dortmund gezeigt wird.

Die „Geschichte“ „handelt“ von fünf Personen, die sich plötzlich in einem Raum eingesperrt wiederfinden und dann „miteinander“ reden, bis sie irgendwann den Weltklimagipfel simulieren. Das „hä?“, das diese Beschreibung auslösen könnte, zieht sich durch das ganze kafkaesk inszenierte Stück, das sich irgendwie mit der Auflösung von Beziehungen und deren ständiger Simulation auseinandersetzen soll.

Wenn man das vorab weiß, dann lassen sich einige interessante Denkanstöße aus dem Stück ablesen. Als Science-Fiction-Leser weiß ich aber, dass sich Denkanstöße auch in gute und spannende Geschichten verpacken lassen. Abstraktion und wirre Effekte erscheinen mir dann wie kreative Faulheit.

Angespielt: NHL 16 (PS4-Spiel)

Es ist eine Weile her, dass ich mich das letzte Mal auf das virtuelle Eis begeben habe (ich glaube, es war NHL94), aber mit meiner neuen PS4 musste ich das einfach mal wieder probieren. Daher habe ich mir – gebraucht – NHL 16 besorgt und festgestellt, dass die alten Routinen durchaus noch greifen – zumindest nachdem ich die Steuerung von diesem komischen Skill Stick umgestellt hatte.

Das Spiel ist zwar gerade in der Defensive wesentlich komplexer geworden, aber einige nur knappe Niederlagen auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad wecken dann doch Hoffnung, dass ich da wieder reinkomme …

Ganz viel Weltall [Medienmenü 2/2017]

Da sich so langsam die Routine für das neue Jahr einstellt, werde ich so langsam wieder etwas bescheidener, was meinen Medienkonsum angeht. Daher gibt es heute „nur“ einen Roman, zwei TV-Serien und ein PS4-Spiel.

Angefangen: Seveneves von Neil Stephenson (Roman)

Ich habe es mal wieder getan und mich an einen Roman von Neal Stephenson gewagt. Wenn es um ein Generationenschiff geht, kann ich doch einfach nicht widerstehen. Und nachdem ich jetzt einige Romane von Kim Stanley Robinson gelesen und für sehr gut befunden habe, gehe ich einfach “nur” einen Schritt weiter.

Bislang hat mich Stephenson auch nicht enttäuscht. Ja, seine Erzählweise ist behäbig und an vielen Stellen technisch extrem detailliert, aber er kann das halt. Zumindest in diesem Roman. Trotz Erläuterungen zur Funktionsweise eines Kühlsystems oder eines strukturellen Gerüsts für eine Raumstation schafft er es, die Geschichte voranzutreiben und seine Figuren zu entwickeln.

Das Setting ist aber auch eindrucksvoll: Eines Tages zerbirst ohne Vorwarnung der Mond und kurz darauf steht fest, dass seine Teile in knapp zwei Jahren auf die Erde stürzen werden. Das Leben auf der Oberfläche wird dann unmöglich sein. Es bleibt also wenig Zeit, möglichst vielen Menschen ein Zuhause im All zu geben.

Angefangen: Star Trek. The Next Generation, Staffel 1 (TV-Serie)

Nach meiner Reise mit der ersten Enterprise mache ich mich jetzt mit Picard, Riker und Co auf in eine neue Generation. Und es ist eine komplett neue Generation, der man den technischen, sozialen und erzählerischen Fortschritt glücklicherweise anmerkt. Ich weiß nicht, wie viele verführerisch-böse Frauenfiguren in knappen Glitzeroberteilen ich noch ertragen hätte…

Die Figuren wachsen mir so langsam ans Herz und in einer der Folgen habe ich dann auch verstanden, warum Sheldon Cooper eine so große Faszination für Wesley Crusher, bzw. Wil Wheaton, hegt. Auch Data als Sherlock Holmes war einfach nur ein großartiges Detail. Es wird einige Zeit brauchen, bis ich mich durch die mehr als 170 Folgen geschaut habe, aber ich habe ja Zeit…

Abgeschlossen: The Expanse, Staffel 1 (TV-Serie)

Kurz bevor am 1. Februar die zweite Staffel erscheint, sind wir dann auch mit der ersten Staffel der Serie The Expanse durch, die auf dem Roman Leviathan erwacht von James S.A. Corey basiert. Genauer gesagt, erzählt sie die erste Hälfte dieses Romans. Die Geschichte hält sich dabei – soweit ich mich erinnere – nah am Buch und ist technisch aufwändig, wenn auch nicht überragend, umgesetzt.

Es ist besonders spannend zu sehen, wie die Figuren am Anfang ihrer mittlerweile über sechs Bücher andauernden Reise aufgestellt sind, da ich mittlerweile zumindest fünf dieser Bücher gelesen habe. Und es würde mich doch sehr freuen, wenn die Geschichte auch auf dem Bildschirm über den ersten Roman hinaus erzählt wird, auch wenn ihr vermutlich kein so gigantischer Erfolg wie Game of Thrones beschieden ist.

Gespielt: Uncharted 4 (PS4-Spiel)

Mittlerweile bin ich immerhin im neunten Kapitel (von wohl 21) angekommen und das Spiel macht mir immer noch großen Spaß. Wobei es mir oft dann doch eher als interaktiver Film erscheint, bei dem ich halt die Figuren bewege, Gegner ausschalte und Rätsel löse. Wirkliche Freiheit habe ich da nicht und die Level bieten bislang auch eher die Illusion einer offenen Welt – wobei ich mir nicht so sicher bin, dass ich das wirklich schlimm finde. Spiele sind dann halt doch auch irgendwo Entspannung.

Immerhin komme ich ganz langsam immer besser mit dem Controller zurecht. Da fehlte mir ja vorab jede Erfahrung und am PC bin ich damit außer bei Rocket League nie richtig warm geworden. An der PS4 fühlt sich das allerdings wesentlich natürlicher an.

Ende eines Klassikers und weiter mit einem modernen Klassiker [Medienmenü 1/2017]

Auch im neuen Jahr gibt es immer wieder fleißig mein Medienmenü. Diesmal mit ein paar kürzeren Büchern und zwei Ikonen unter den TV-Serien. Eine etwas älter, die andere eher neu.

Abgeschlossen: Central Station von Lavie Tidhar (Roman)

Ok, wenn ich vorher gewusst hätte, dass das Buch kein Roman ist, sondern eine Sammlung von zusammenhängenden Kurzgeschichten, hätte ich im ersten Teil des Buches nicht so lange nach einer verbindenden Handlung gesucht. Das Ganze ist also eher ein Panorama, ein Blick auf die vielfältigen Facetten einer möglichen Zukunft, die sich an dem Raumhafen kristallisieren.

Wenn ich das Buch so verstehe, gewinnt es doch deutlich, denn das fehlen einer Geschichte im engeren Sinne ist mir schon recht übel aufgestoßen. Die Kurzgeschichtensammlung Central Station macht demnach einiges richtig, denn die Verbindung zwischen den Geschichten ist durch die zahlreichen Figuren extrem gut gemacht.

Gelesen: Ms. Marvel Vol. 3 (Comic)

Auch der dritte Band der Marvel-Reihe hat wieder sehr viel Spaß gemacht und die Superheldin muss sich weiter mit allem Unbill der Pubertät herumschlagen. Diesmal mit der ersten Verliebtheit, wie schon dem schönen Titel des Bandes Crushed zu entnehmen ist. Doch der Sohn von Freunden ihrer Eltern ist nicht derjenige, als der er ihr zu Beginn erscheint. Eine schöne kleine Geschichte, die auch wieder intelligent mit dem Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne spielt.

Das abschließende Cross-Over zwischen Ms. Marvel und S.H.I.E.L.D. habe ich allerdings nicht verstanden. Als Geschichte ist es durchaus ok, wie es in die Storyline von Ms. Marvel passt, ist mir aber nicht klar geworden.

Gelesen: Ego is the Enemy von Ryan Holiday (Sachbuch)

Vor einiger Zeit habe ich angefangen, mich konkreter für die Frage zu interessieren, wie denn ein “gutes Leben” aussieht. Neben den Klassikern – insbesondere den antiken römischen Stoikern – bin ich dabei auch über dieses Buch von Ryan Holiday gestolpert, der viele der klassischen Ideen in die Moderne überträgt.

In diesem Buch geht es um den schädlichen Einfluss des Egos auf unser Leben. Diese kleine Stimme, die uns zuflüstert: “Das hast du nicht verdient!” oder “Ich kann das besser als alle anderen”. Sie sorgt dafür, dass wir das, was wir tun, ganz eng damit verbinden, wer wir sind. Holiday plädiert – wie viele andere vor ihm – dafür, bescheiden zu bleiben und sich dieser mehr oder weniger lauten inneren Stimme entgegen zu stellen.

Das Buch erinnert mich in vielem an Steven Pressfields War of Art, auch wenn es sich stärker auf philosophische Tradition bezieht. Es ist aber auch typisch amerikanisch, indem es viele Zitate nutzt und “Erfolgsgeschichten” mehr oder weniger bekannter Persönlichkeiten schildert. Trotz – oder gerade wegen – einer gewissen Portion Pathos kann jedoch durchaus Wirkung entfalten und zum Denken anregen.

Abgeschlossen: Star Trek. The Original Series, Staffel 3 (Serie)

Es hat dann doch ein wenig gedauert, doch diese Woche habe ich endlich die 3. Staffel der alten Star Trek-Serie abgeschlossen und damit alle 79 Folgen gesehen. Auch die dritte Staffel zeigt wieder sehr eindrucksvoll, warum Star Trek so einen Kultstatus genießt, ist es doch gerade thematisch seiner Zeit weit voraus gewesen und wirkt hier selbst heute nur leicht gealtert. Erzählerisch und filmisch ist es wesentlich stärker in seiner Zeit verankert und dadurch heute manchmal etwas schwer zu ertragen.

Als nächstes mache ich mich dann wohl mit Jean-Luc Picard und William Riker auf die Reise in die nächste Generation.

Angefangen: The Big Bang Theory, Staffel 9 (Serie)

Alle Jahre wieder kommt eine neue Staffel der Nerd-Comedy-Serie zu Netflix, die wir dann meist in wenigen Tagen durch-bingen. Trotz aller berechtigter Kontroverse um die Darstellung der Nerd-Kultur mag ich die Serie als Ganze und die neunte Staffel gerade ganz besonders.

Alle Figuren – ja, selbst Sheldon – wirken irgendwie reifer und erwachsener, aber ohne ihren Humor und ihre Quirks verloren zu haben. Und mit einigen Handlungselementen bringen die Autoren die Saat für die folgenden Staffeln aus. Ich bin sehr gespannt, wie sich das entwickeln wird…

Uncharted 4

Muslimische Superheldin und Weihnachtsgeschenk an mich selbst [Medienmenü 49-52/2016]

So ist das über die Feiertage: Man kommt viel zum Lesen und zum Schauen, aber leider nicht wirklich zum Schreiben. Aber es waren schöne Tage und ich hoffe, ihr seid mindestens ebenso gut in das neue Jahr gekommen. Lassen wir uns mal überraschen, was es bringt. Auf jeden Fall werden es an dieser Stelle wieder ganz viele Bücher, Filme, Theaterstücke, Serien, Comics und – nach meinem Weihnachtsgeschenk an mich selbst – auch PlayStation-Spiele sein.

Gelesen: The Magic of Recluce von L.E. Modesitt (Roman)

The Magic of Recluce von L.E. ModesittAuch die restlichen 35 Prozent des ersten Bandes der etwas älteren Fantasy-Reihe haben mich nahezu vollständig überzeugt, wenn auch nicht ganz so aus den Socken gehauen, wie die ersten 65. Modesitt schafft es weiter, seine Welt lebendig, abwechslungsreich und glaubwürdig zu schildern und entwickelt auch die Hauptfigur kontinuierlich und eindrucksvoll weiter. Dabei bleibt das Thema der Balance zwischen Ordnung und Chaos allgegenwärtig und es hat überraschende Konsequenzen.

Als einzigen Kritikpunkt würde ich das Ende ansehen, also nicht das Ende des Romans sondern den entscheidenden “Bossfight”, der mir dann doch ein wenig zu schnell über die Bühne ging. Das fühlte sich irgendwie zu einfach und zu sehr nach Deus-Ex-Machina an. Da ich jetzt schon wieder anfange, die Details der Handlung zu vergessen, sollte ich mit dem zweiten Band aber nicht zu lange warten…

Gelesen: The Watchmaker of Filigree Street von Natasha Pulley (Roman)

Über Weihnachten habe ich mich dann mal an das hochgelobte The Watchmaker of Filigree Street von Natasha Pulley gesetzt. Ich mag ja die viktorianische Steampunk-Ästhetik sehr gerne und auch wenn mich das entsprechende literarische Genre bislang noch nicht vollends überzeugen konnte, muss ein Blick natürlich immer wieder sein.

Es geht also – mal wieder – in das London am Ende des 19. Jahrhunderts. Eine Bombe explodiert und der Funker Nathaniel Steepleton wird in einen Strudel von Ereignissen gesogen, der ihn bis in die im Niedergang begriffene japanische Aristokratie führt. Ihm ist nämlich eine Uhr “zugelaufen”, die ihn vor der Explosion warnt und so sein Überleben sichert.

Die Spur dieser Uhr führt ihn zu dem Uhrmacher Keita Mori, der – wie es der Titel vermuten lässt – in der Filigree Street lebt. Zwischen dem intelligenten Steepleton und dem exzentrischen aber genialen Uhrmacher entwickelt sich eine Freundschaft, die bald zum Kristallisationspunkt großer Ereignisse wird.

Mir ging es mit diesem Roman wie mit den meisten anderen Steampunk-Romanen auch: er hat alles, was ich an Romanen mag, aber irgendwie macht es nicht ‘klick’. Wer das Genre mag, der wird in The Watchmaker of Filigree Street aber sicher ein Highlight finden.

Gelesen: Ms. Marvel, Vol 1 & 2 von G.Willow Wilson (Comic)

Alle paar Wochen gibt es bei Amazon-Tochter und Comicplattform Comixology einen verführerischen Sale, der meine Comic-Bibliothek schlagartig anwachsen lässt. Dieses Mal waren es die Marvel-Sonderangebote, die mich dazu veranlasst haben, mich mal vorsichtig in das Superhelden-Universum vorzutasten. Und zwar – auf Empfehlung von @reumeier – mit der neuen Ms. Marvel.

Ein 16-jähriges muslimisches Mädchen ist auf den ersten Blick eine sehr ungewöhnliche Wahl für eine Superheldin, aber die Autorin G. Willow Wilson hat sich eine ganze Menge dabei gedacht. Kamala steht damit nicht nur für Jugendliche, die ihren Platz in der Welt suchen, sondern eben auch für die ganz besondere Spannung zwischen einer eher konservativen muslimischen Familie und dem modernen amerikanischen Leben.

Diese Themen greifen dann auch die ersten beiden Bände gleich auf und vermischen sie mit einer gehörigen Portion Selbstreferenz, wenn Kamala ihre Vorgängerin als Ms. Marvel und andere Superhelden anhimmelt. Sie wünscht sich, selbst so schön und stark zu sein und so ihrem grauen Leben zu entfliehen. Doch als ihr dieser Wunsch unverhofft gewährt wird, merkt sie, dass sie nun endgültig zur Außenseiterin geworden ist. Nun eben auch noch mit einem Doppelleben.

Wilson schafft es dabei ganz hervorragend, die Balance zwischen nerdigem Humor und ernsthaft-melancholischen Momenten zu halten und setzt damit meine Messlatte für Marvel-Comics verdammt hoch. Band 3, 4 und 5 sind auf jeden Fall schon gekauft.

Gesehen: Rogue One. A Star Wars Story (Kinofilm)

Es scheint ja, ein “Alle Jahre wieder” zu werden und wie schon Episode VII hat mich auch der erste eigenständige Film aus dem Star-Wars-Universum voll überzeugt. Die Geschichte um Jyn Erso und eine versprengte Gruppe Rebellen schließt nicht nur eine wichtige Logik-Lücke in der ursprünglichen Trilogie, sondern funktioniert auch als eigenständiger Film: dunkler und ernsthafter als man es aus dem doch meist familienfreundlichen Franchise kennt.

Dabei kommt der Humor zwar nicht zu kurz, tritt jedoch meist eher in der Gestalt eines “Comic Relief” auf, der die bedrückende Atmosphäre kurzzeitig etwas auflockert. Selbst beim Ende sind die Macher dieser Marschrichtung treu geblieben, auch wenn sie sie anscheinend zu Beginn nicht getraut hatten. So kann das mit Star Wars weitergehen. Gerne auch im anvisierten Jahresrhythmus.

Gesehen: Gilmore Girls: A Year in the Life (Serie)

10 nach dem Abschluss der ursprünglichen Serie – ok, bei mir war es nur ein knapper Monat – hat Netflix die Geschichte um das beredte Mutter-Tochter-Gespann aufgegriffen und gibt einen Einblick in das erwachsene Leben von Rory und das noch erwachsenere von Lorelai. Dabei haben die Macher den Humor der ursprünglichen Serie durchaus beibehalten können. Ergänzt wird er von einer gewissen stilisierten Absurdität und Surrealität, die ich so in der Originalserie nicht gesehen habe.

Für Fans der Serie ist die Neuauflage sicherlich ohnehin ein Muss (Hier stand mal „Muß“. Nunja, am liebsten mit Apfel…) und auch durchaus befriedigend. Neueinsteiger beginnen aber besser ganz klassisch mit der ersten Folge der ersten Staffel.

Gesehen: The Return of Doctor Mysterio (Dr. Who Christmas Special)

Alle Jahre wieder kommt die Saison der Weihnachts-Specials. Seit einigen Jahren ist dabei natürlich das Special von Dr. Who bei uns Pflichtprogramm. Dieses Jahr war die Geschichte gleichzeitig wirr und so wenig bemerkenswert, dass ich selbst die absoluten Grundlagen schon wieder vergessen habe. Bemerkenswert war eigentlich nur ein potenzieller neuer Companion – anscheinend ein humanoider Roboter. Billy, die eigentliche Companion der nächsten Staffel, ist allerdings noch nicht aufgetaucht.

Ist das Special zu empfehlen? Nicht wirklich, aber das brauche ich auch nicht: Fans werden es sich ohnehin anschauen und Nicht-Fans würden es sowieso nicht verstehen…

Gesehen: Sense8: A Christmas Special (TV-Film)

Ein weiteres mit Spannung erwartetes Weihnachtsspezial gab es von meinem Serienhighlight 2016: der Telepathie-Serie Sense8. Es schließt – nach einem kleinen Zeitsprung – an die Handlung der ersten Staffel an und zeigt, wie die acht Hauptfiguren Weihnachten verbringen. Wie immer, jeder in seiner Welt und doch alle gemeinsam.

Die übergreifende Handlung wird dabei nicht bemerkenswert vorangetrieben, vielmehr stehen die Figuren und ihre Interaktion im Mittelpunkt. Das Special ist damit ein bisschen wie die Zeit zwischen den Jahren: ein wenig das Tempo rausnehmen, in sich gehen, reflektieren und auf das neue Jahr warten. Bei Sense8 beginnt das am 5. Juni mit der 2. regulären Staffel.

Angefangen: Central Station von Lavie Tidhar (Roman)

Irgendwie bin ich gerade etwas träge mit dem Lesen von Romanen. Es gibt einfach so viel anderes Spannendes zu entdecken. Zudem fällt mein aktueller Roman – Central Station von Lavie Tidhar – eher in die Kategorie “anstrengend”.

Tidhar erzählt die Geschichte von verschiedenen Figuren in und um den gigantischen Raumhafen Central Station, der in Tel Aviv im Niemandsland zwischen jüdischen und arabischen Gebieten steht. Dabei strukturiert er seinen Roman aber nicht klassisch, sondern wie ein extrem buntes und vielfältiges Mosaik und überlässt es dem Leser, die Teile zusammenzufügen.

Seine Welt erinnert mich zudem an China Mievielles New Crobuzon, also voll mit seltsamen Wesen und Technologien, die Tidhar allerdings wesentlich weniger erklärt als Mieville. Und mir fällt ja schon schwer, mich in so komplexen fremden Welten zu orientieren, wenn sie gut erklärt sind…

Gespielt: Uncharted 4 (PS4-Spiel)

Eine ganz neue Kategorie für das Medienmenü eröffne ich mit meinem Weihnachtsgeschenk an mich selbst: einer PlayStation 4. Die gab es auch gleich im Bundle mit drei Spielen, wobei mich das hochgelobte Uncharted 4  direkt am meisten interessiert hat.

Für mich ist Uncharted 4 mein erstes Konsolen-Spiel überhaupt, es fehlt mir also ein wenig der Vergleich zu anderen Spielen. Bislang finde ich den Abschluss der Reihe um den kletternden und schießenden Nathan Drake allerdings sehr gelungen. Die Grafiken und Schauplätze sind extrem schön und eindrucksvoll, Regie und Schauspieler könnten sich so auch auf einer Kinoleinwand finden und das Gameplay fühlt sich angenehm flüssig an. Ich brauche allerdings wohl noch eine Weile, bis ich mich an die Zwei-Stick-Steuerung wirklich gewöhnt habe…

Überhaupt ist das Spielgefühl auf dem Sofa vor dem Fernseher deutlich anders als auf dem Bürostuhl vor dem PC-Bildschirm: viel entspannter und viel besser dazu geeignet, einfach den Kopf abzuschalten und die Zeit zu vergessen. Im Gegensatz zum bereits wieder verkauften 3DS könnte die PS4 daher bei mir zum Dauerbrenner werden. Auf meinem Spielestapel warten auf jeden Fall schon FIFA 17, Bloodborne und No Man’s Sky

Verschollenes Eis und absolute Ordnung [Medienmenü 48-49/2016]

Weihnachtszeit… Man würde ja vermuten, dass der kalte Winter mich noch mehr dazu bringt, es mir in meinem Lesesessel bequem zu machen. Doch stattdessen bin ich (gefühlt) nur noch auf Achse. Zwei TV-Serien, zwei Romane, ein Computerspiel und ein Konzert haben es aber immerhin trotzdem auf mein Medienmenü geschafft.

Gesehen: Gilmore Girls, Staffel 7 (TV-Serie)

Da ist sie nun also auserzählt, die ursprüngliche Geschichte von Rory und Lorelai Gilmore und den schrägen aber sympathischen Einwohnern der Kleinstadt Stars Hollow. Die siebte Staffel hatte zwar immer noch den typischen Humor der Serie, wirkte aber wieder erwachsener und an einigen Stellen auch dunkler als vorherige Staffeln. Aber das geht vermutlich nicht anders, den beide Hauptfiguren sind halt auch erwachsen(er) geworden.

Stärker gestört hat mich, dass das Erzähltempo doch massiv zugenommen hat und manche Ereignisse, die in früheren Staffeln noch in einem Bogen über mehrere Folgen erzählt worden wären, hier in einer Folge komprimiert und damit fast schon stilisiert wurden. Ich weiß nicht, ob das bewusst geplant war, oder hier Ideen für mindestens eine weitere Staffel noch mit in die (vorerst) letzte gequetscht werden sollten.

Im großen und ganzen ist die siebte Staffel aber ein würdiger Abschluss dieser wunderbar unterhaltsam-komischen Serie. Demnächst machen wir uns dann an die Neuauflage, auch wenn ich durchaus skeptisch bin, ob man das Rezept einfach so in die Zukunft spinnen kann.

Angefangen: The Expanse, Staffel 1 (TV-Serie)

Nach den zuckerigen Gilmore Girls muss dann mal wieder ein bisschen was Dunkleres her. Und was liegt mir als Science-Fiction-Leser da näher als die filmische Umsetzung der Reihe The Expanse von James S.A. Corey, die gerade bei Netflix gelandet ist?

Die Serie erzählt – wie die Buchreihe – die Geschichte von Erde, Mars und den Beltern – also den Menschen, die auf den Asteroiden arbeiten, um dort Rohstoffe abzubauen, und in Raumstationen leben. Dabei droht ein Zwischenfall mit einem Eis-Frachter, der lebenswichtiges Wasser zu einer Raumstation um Ceres bringen sollte, die Spannungen zwischen Erde und Mars weiter zu verschärfen und einen Krieg auszulösen. Währenddessen ist der Privatpolizist Miller auf der Suche nach der verschwundenen Tochter eines Handelsmagnaten, die mit diesem Zwischenfall in Verbindung stehen könnte.

Die ersten Folgen haben mich auf jeden Fall schon fesseln können, auch wenn ich das zugrunde liegende Buch – Leviathan erwacht – vor einigen Jahren bereits gelesen habe. Set- und Sound-Design sind meist sehr dunkel und dadurch sehr atmosphärisch. Die komplexe Geschichte ist gut eingefangen, die Inszenierung braucht aber ein wenig Zeit zur Eingewöhnung.

Abgebrochen: A Man in Full von Tom Wolfe (Roman)

Man in Full von Tom WolfeAuf eine Empfehlung in dem Buch A Guide to the Good Life von William B. Irvine, habe ich mich mal in die amerikanische literary fiction gewagt und mir diesen Trumm von 750 Seiten vorgenommen. Dabei haben sich mal wieder meine Vorurteile gegenüber diesem Genre bestätigt – positive wie negative.

Tom Wolfe erzählt die Geschichte unterschiedlicher Männer, die an einem Scheideweg stehen: Da ist der Immobilien-Entwickler Crocker, der sich verzockt hat und dessen Imperium unter seinen Füßen zerbröselt. Da ist der Lagerarbeiter Conrad, der seinen Job verliert, und schließlich der schwarze Anwalt White, der einen Fall bearbeitet, welcher die fragile Balance zwischen Weißen und Schwarzen in Atlanta kippen lassen könnte.

Was sind das jetzt also für Vorurteile, von denen ich spreche? Fangen wir mal mit den positiven an: Tom Wolfe greift das Thema des (mehr oder weniger) latenten Rassismus und der sozialen Ungleichheiten in den USA hervorragend auf und lässt seine Hauptfiguren diese Spannungen deutlich wiederspiegeln. Er schafft es zudem, eindrucksvolle Szenen zu erzeugen, die gleichzeitig real und trotz ihrer imposanten Ausstattung theatralisch-inszeniert wirken.

Während Wolfe auf diese Weise eine dichte Atmosphäre schafft, kommt die Handlung leider überhaupt nicht voran. Zu Hälfte des Romans ist noch immer nicht viel passiert, was über die zu Beginn angelegten Ereignisse hinausgeht. Keine Überraschung und – mit einer Ausnahme – keine Entwicklung der Figuren. Da mich zudem die spezifische Situation in Atlanta nicht so sehr interessiert, dass ich dafür zwei weitere Wochen darauf verzichten würde, andere Bücher zu lesen, habe ich den Ausflug beendet.

Angefangen: The Magic of Recluce von L.E. Modesitt (Roman)

The Magic of Recluce von L.E. ModesittVon den Spannungen in Atlanta ging es dann direkt in das magische Reich von Recluce, eine Insel auf der alles seine Ordnung hat und junge Menschen, die sich nicht nahtlos in diese Ordnung einfügen, auf Wanderjahre gehen müssen oder dauerhaft in das Exil geschickt werden. Ein solcher junger Mann ist Lerris, dem Ordnung und Perfektion zu langweilig erscheinen und der deswegen in die weite Welt geschickt wird, um sich selbst zu finden und dabei – möglicherweise – den Wert der Ordnung zu erkennen.

L.E. Modesitts Reihe um das Inselreich Recluce umfasst mittlerweile 18 Romane und scheint mir immer noch so etwas wie ein Geheimtipp zu sein, über den nicht viel gesprochen wird, der aber alle, die ihn lesen, begeistert. So geht es auch mir, der ich diese Reihe schon seit bestimmt 15 Jahren auf meiner “zu lesen”-Liste stehen hatte. Nachdem der Verlag Tor den zweiten Band der Reihe kürzlich verschenkt und den ersten massiv reduziert hat, war es dann aber doch mal an der Zeit.

Und was ich bisher gelesen habe – ca 65 Prozent des ersten Bandes – hat mich sehr überzeugt. Gerade die Welt ist extrem spannend konstruiert. Die Spannung zwischen Ordnung und Chaos wirkt zwar auf den ersten Blick eher generisch, ist aber hervorragend und schlüssig in die Welt integriert. Dabei wirkt diese gleichzeitig lebendig-glaubwürdig und irgendwie stilisiert und auf eine bestimmte Aussage hin ausgerichtet. Gleiches gilt für den Plot, der bislang fast wie ein Lehrstück für die klassische Heldenreise erscheint.

Gespielt: Open Transport Tycoon Deluxe (PC-Spiel)

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Bislang hat Transport Tycoon immer sehr schnell seinen Reiz für mich verloren, weil ich mühsam für jede neue Zugverbindung neue Gleise gebaut habe. Ich hatte nicht wirklich durchschaut, wie ich Gleise und Signale geschickt einsetzen kann, um mehrere Züge über dieselben Strecken fahren zu lassen. Ein kleiner Tipp, den ich online gefunden habe, hat das geändert. Jetzt können sechs Erzminen ein Stahlwerk beliefern und nutzen dabei auf einem Großteil der Strecke dieselben Gleise wie Passagierzüge oder der Warentransport von der Fabrik in die Stadt.

Da sich dadurch auch alle Geldsorgen auflösen, wird das Spiel mehr und mehr zu einem Puzzle, indem es darum geht, sich eigene Ziele zu definieren und möglichst reibungslose Transportketten zu bauen. Ewigkeiten wird mich das wohl auch nicht fesseln können, aber es macht immerhin schon länger Spaß als vorher.

Gehört: impressions électroniques – Marc Romboy reconstructing Debussy (Konzert)

Gestern startete im Konzerthaus Dortmund die Reihe “Konzerte für junge Leute”, bei der die Dortmunder Philharmoniker etwas ungewöhnliche und “jüngere” Wege beschreiten. Beim ersten Konzert dieser Saison hieß es dabei wieder Groove Symphony.

Wie schon in den vergangenen Jahren luden die Dortmunder dazu eine Größe der elektronischen Musik ein, sich mit einem klassischen Werk auseinanderzusetzen und ein entsprechendes Arrangement auf die Bühne zu bringen. Dieses Jahr war es Marc Romboy, der sich Claude Debussy widmete. Es gab also klassische Klangteppiche, die von elektronischen Rhythmen strukturiert wurden. Sehr eindrucksvoll und immer wieder spannend zu sehen, wie musikalische Welten verschwimmen können.

Fremde Sprachen und das gute Leben [Medienmenü 47/2016]

Aktuell ist die Zeit der großen phantastischen Kinofilme. Nachdem letzte Woche Fantastische Wesen erschienen ist – den ich leider immer noch nicht gesehen habe -, war diese Woche Arrival dran, den ich mir im Cinestar in Bielefeld auch gleich anschauen musste. Und ja, das hat sich gelohnt. Außerdem gibt es diese Woche im Medienmenü einen Fantasy-Roman, eine Lebensphilosophie und eine weitere Zombie-Apokalypse.

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