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Abstraktionen haben eine materielle Grundlage
Formale und erst recht automatisierte Algorithmen im Sinne Pasquinellis wecken die Illusion einer universellen Wahrheit, die losgelöst ist von materiellen Beschränkungen. Doch wie eben Pasquinelli in seinem Buch The Eye of the Master beschreibt, haben alle diese Algorithmen eine konkrete materielle Grundlage: First, processes of quantification and comparison that were based on equivalence without involving counting. Counting then emerged as…
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Unsere technologische Infrastruktur ist fragil
Im Sommer 2024 setzte ein Bug in der Software Crowd Strike weltweit unzählige Server außer Gefecht und legte damit unter anderem den globalen Flugverkehr lahm. Für Ed Zitron ist dieses Ereignis ein weiteres Zeichen für den grundlegenden Denkfehler, dem die Technologiebranche insbesondere im Silicon Valley unterliegt: Every problem you see is a result of a tech industry — from the…
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Wir müssen unsere Infrastruktur zumindest in Grundzügen verstehen
Es ist mittlerweile glücklicherweise nicht mehr umstritten, dass die technologischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte – darunter insbesondere Computer und das Internet – einen gewaltigen Einfluss auf unser Leben haben. Gleiches gilt auch für vergleichbar unscheinbare Infrastruktur, wie z. B. die Wasserversorgung. Doch gerade, wenn es um neuere Technologien geht, leidet die Qualität der öffentlichen Debatte zu oft unter fehlendem Grundlagenwissen…
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Zur Realität sozialer Konstruktionen
Eine der großen Errungenschaften der Philosophie und vor allem der Soziologie, ist die Erkenntnis, dass viele Dinge in unserem Leben und unserer Welt nicht „einfach so“ sind, sondern in einem historischen – wie Luhmann sagen würde, „kontingenten“ – Prozess entstanden sind. Sich also keineswegs zwangsläufig aus irgendeiner Art sozialem Naturgesetz ergeben haben, sondern sich auch ganz anders hätten entwickeln können.…
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Warum Spotify will, dass wir Playlisten hören
Die Musikindustrie hat sich in den letzten Jahrzehnten mehrfach grundlegend gewandelt: vom Verkauf vom CDs, über den Verkauf von MP3-Dateien hin zum allgegenwärtigen Streaming via Spotify und Co. Auch die fundamentale Einheit der Musik hat sich gewandelt: Auf Schallplatten und CDs wurden in erster Linie ganze Alben verkauft, bevor iTunes den (Ver-)Kauf von einzelnen Stücken möglich machte. Streamingplattformen schwankten dann…
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Es braucht Berührung, Selbstwirksamkeit und Verwandlung
Hartmut Rosas Überlegungen zur Unverfügbarkeit und der Aggression, mit der wir der Welt gegenüber treten, führen ihn schließlich zu drei Momenten, die für eine echte Resonanzbeziehung notwendig sind: die Berührung, die Selbstwirksamkeit und die Verwandlung. Eine echte Berührung im Sinne Rosas setzt voraus, dass wir uns nicht mit einem eigenen Plan, eigenen Zielen oder unserer eigenen Logik in die Welt…
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Infrastruktur als Grundlage sozialen Lebens
Ging es gestern noch um den juristischen Zwilling der Welt, wenden wir uns heute im Grunde genau dem Gegenteil zu: der manifesten Infrastruktur, die das Leben in Teilen der Welt so komfortabel und so sicher macht. In ihrem äußerst lesenswerten Artikel Care at Scale beschreibt Debbie Chachra, dass Infrastruktur – wie z. B. die Wasserversorgung – ganz ähnlich wie Geld…
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Superhelden, der Status-Quo und die Macht der Protagonisten
In einem äußerst sehenswerten Video zeigt Pop Culture Detective auf, warum die Superhelden-Geschichten aus dem Marvel-Universum grundlegend konservativ sind und in erster Linie den Status Quo verteidigen: Iron Man, Hulk und Co nutzen ihre Kräfte immer nur dann, wenn besagter Status Quo angegriffen wird und nie, um proaktiv eine bessere Welt für die Menschen zu gestalten. Im Gegenteil, Wunsch und…
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Lesende sollten öfter neben den Strom treten
Der Strom ist in erster Linie für den Konsum gedacht. Leser*innen stehen an seinem Rand und schauen, was jetzt gerade Interessantes an ihnen vorüber schwimmt. Durch einen Garten hingegen kann man schlendern, wann immer man gerade will. Dabei bleibt vieles über die Zeit hinweg bestehen, manches verändert sich aber auch. Es wächst und gedeiht. Ein Garten ist also entschleunigt und…
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Es braucht neue Strukturen und Tools im Internet
Die Idee, des rebuild oder reclaim the internet richtet sich darauf, die Struktur des Internets grundlegend zu verändern und wieder näher an das heranzuführen, was es Anfang der 2000er Jahre so offen und flexibel gemacht hat. Es richtet sich gegen die Kommerzialisierung und insbesondere die Monopolisierung der Infrastruktur durch einige wenige Tech-Unternehmen. Eine wichtige Rollen spielt dabei also die Dezentralisierung…
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Digitale Gärten sind eine Möglichkeit, komplexe Inhalte neben dem Strom zu platzieren
Digitale Gärten sind ein Gegenentwurf zum Bloggen, der nicht fertige Texte und den Kampf um Aufmerksamkeit und Leser:innen in den Mittelpunkt stellt, sondern das langsame und schrittweise Entwickeln von Gedanken und den Aufbau von Wissen. Sie sind damit eine Gegenreaktion auf die Organisation des Internets als Strom. Sie schließen an die Gestalt der klassischen Homepage an, die nicht als Sammlung…
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Das Internet ist zunehmend als Strom organisiert und das hat schwerwiegende Nachteile
Dadurch, dass Blog-Software so verbreitet und so einfach zu bedienen ist (und war), hat sie die Grundstruktur des Webs maßgeblich geprägt. Da Blogs auf einer umkehrten chronologischen Reihenfolge basieren, wurde dieses Format zum de-facto-Standard im Netz, auf dem jetzt auch die sozialen Medien und in gewissem Maße journalistische Publikationen basieren, schreibt Amy Hoy in How the Blog Broke the Web.…
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Digitale Gärten sind auch für den Journalismus ein interessantes Format
Auch der Journalismus hat im hohen Maße dazu beigetragen, dass das Internet als Strom organisiert ist. Er war schon immer von der Zeit abhängig: täglich, wöchentlich oder monatlich wurden zu diesem Zeitpunkt relevante Informationen zusammengestellt und in der Form fertiger Artikel präsentiert. Für die Darstellung komplexerer Zusammenhänge oder das „Wissen“ waren Bücher zuständig, die jedoch ebenfalls zu einem bestimmten Zeitpunkt…
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Wissenschaftliches Wissen informiert gesellschaftliche Entscheidungen, muss aber immer in einen ehrlichen Diskurs eingebunden werden
Empirische und normative Fragen Im ersten Semester meines Soziologie-Studiums saß ich in der Veranstaltung „Einführung in die Methoden der empirischen Sozialforschung“ bei Gerhard Schulze. In einer der ersten Wochen gibt es dabei um den Unterschied zwischen „normativen“ und „empirischen“ Fragestellungen, der sich mich relativ schnell erschloss: Normative Fragen richten sich darauf, wie etwas sein soll(!), empirische darauf, wie etwas ist(!).…
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Aktueller Konservatismus ist Status-Quo-Extremismus
Der Blick auf die aktuelle politische und gesellschaftliche Diskussion im Hinblick auf den gesellschaftlichen Wandel bringt mich immer wieder an denselben Punkt: die Positionen, die heutzutage als „konservativ“ oder auch „rechtspopulistisch“ gelten, zeichnen sich durch eine Naturalisierung des Bestehenden und überhöhte Ansprüche an das Neue aus. Sie spiegeln damit eine Art Status-Quo-Extremismus wider. Das Alte ist Normal Im Kern dieses…
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Corona und die Fähigkeit, eine andere Welt zu denken
Science-Fiction-Autoren haben von Berufs wegen einen besonderen Blick auf die Welt. Und gerade der US-amerikanische Autor Kim Stanley Robinson ist seit Jahrzehnten nicht nur für seine hellsichtigen und politischen Romane bekannt, sondern auch für seine klare politische Position. Im New Yorker ist jetzt ein Essay von ihm erschienen, in er – was auch sonst – die Corona-Krise in den Blick…
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Schleichende Radikalisierung
Der Terroranschlag in Christchurch war wahrscheinlich das erste große Attentat, das vollständig in die Logik „des Internets“ und der sozialen Medien eingebettet war. Es richtete sich nicht unmittelbar gegen die Opfer, sondern war eine Performance vor dem globalen Publikum. Es sollte Gräben vertiefen und Menschen aufstacheln. Diese Logik der Gewalt und des Terrorismus im „Internet“ ist nur schwer mit dem…
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Professor*innen sollten mehr denken können und weniger managen müssen
Cal Newport selbst wendet die Ideen aus seinem Buch Digital Minimalism auch auf den Bereich der Universitäten und Hochschulen an. Die wichtigen Aspekte in seinem Artikel Is Email Making Professors Stupid? lassen sich aber auch auf andere Bereiche der Wissensarbeit anwenden. So sieht Newport Professor*innen, die eigentlich viel Zeit damit verbringen sollten, über Ihre eigenen wissenschaftlichen Fragestellungen nachzudenken und Ideen…
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Ist Fortnite das neue soziale Netzwerk?
Das Gaming-Phänomen des letzten Jahres ist mit Sicherheit Fortnite. Der Team-Third-Person-Crafting-Battle-Royal-Shooter bindet die Massen auf Twitch und ist eines DER Themen auf dem Schulhof. Doch was macht eigentlich die Faszination dieses Spiels aus, das Massen an Kindern und Jugendlichen so begeistert? Einen äußerst spannenden Aspekt bringt Owen Williams in einem Charged-Artikel auf den Punkt: „Fortnite isn’t a game, it’s a…
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Zweimal Fußball, zwei Songs und zwei Visionen der globalisierten Welt
Zwischen der Fußballweltmeisterschaft in Frankreich 1998 und der Europameisterschaft 2016 im selben Land lagen nur 18 Jahre. Wie sehr sich die Idee einer grenzenlosen Welt seitdem verändert hat, lässt sich am Vergleich der beiden offiziellen WM-/EM-Songs erkennen: Der Song der WM 1998 kommt von den britischen Musikern Dario G und ist unter dem Titel „Carnaval de Paris“ bekannt geworden, der…
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Wie sich das Selbst in der Moderne selbst erfinden muss
Die Ablösung religiöser Glaubenssysteme, die ohne hinterfragt werden zu können unsere Weltsicht bestimmen, gilt als eine der wichtigsten Errungenschaften der letzten Jahrhunderte. Die Idee der Freiheit durchdringt das aufgeklärte westliche Denken dermaßen, dass die vollkommene Hingabe an eine Religion oder eine Sache vielfach undenkbar erscheint. Doch mit dem Recht, sein Leben frei gestalten zu können, kommt auch eine unüberschaubare Vielzahl…
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Der Rückzug aus der Gemeinschaft aus Angst vor dem Fremden
Klimawandel, Terroranschläge und die immer wieder aufwallende Wirtschaftskrise sind nur drei der aktuellen Entwicklungen, die den Eindruck erwecken, unsere Welt sei immer weniger kontrollierbar. Als Konsequenz wird der Rückzug in das Private und der Aufbau einer eigenen, überschaubaren Welt zu einem immer größeren gesellschaftlichen Phänomen. Auch der us-amerikanische Soziologe Richard Sennett beschäftigt sich in seinem aktuellen Buch Zusammenarbeit mit der…
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Der tiefe Graben zwischen Wissenschaft und Gesellschaft
Warum wird Homöopathie von den Krankenkassen bezahlt? Sollen wir gentechnisch veränderte Lebensmittel erlauben? Was können wir gegen den Klimawandel tun? All dies sind Fragen, in denen naturwissenschaftliche Erkenntnisse auf soziale Prozesse treffen. Der französische Philosoph und Soziologe Bruno Latour setzt sich mit solchen Diskussionen auseinander und stellt dabei weder den Natur- noch den Sozialwissenschaftlern ein gutes Zeugnis aus. In seinem…
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Vom Leben in der Flatrate und der persönlichen Medieninfrastruktur
Wer vor einigen Jahren ein Buch lesen, ein Musikstück hören oder einen Film schauen wollte, hatte nur eine Möglichkeit: in einen entsprechenden Laden gehen und dort das gewünschte Buch, Album oder die DVD kaufen, es/sie nach Hause tragen und dort konsumieren. Mit dem Internet wurde erst das Einkaufen einfacher, da man hierzu nicht mehr das Haus verlassen musste, und schließlich…