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„Liberal“ – ein gefährliches Teekesselchen
Teekesselchen sind perfekte Unterhaltung für sprachinteressierte Kinder: dasselbe Wort, zwei Bedeutungen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Für gesellschaftliche Diskurse sind Teekesselchen hingegen brandgefährlich, weil verschiedene Menschen dasselbe Wort benutzen, aber faktisch unterschiedliche Dinge damit meinen. Schon länger kursiert online das Meme über das Wort Respekt, das ich hier mal paraphrasiere: Respekt kann sich darauf beziehen,…
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LLM-Code ist der Asbest der digitalen Zeit
In der aktuellen Diskussion um LLM-erzeugten Code ist der Hype groß, dass die Modelle hunderte, wenn nicht tausende Zeilen funktionierenden Code generieren können. Cory Doctorow (@pluralistic) weist jedoch richtigerweise darauf hin, dass Code an sich keinen Wert hat – auch nicht eine Sammlung von Codezeilen, die vordefinierte Tests besteht. Denn: „any nontrivial code has to interact with the outside world,…
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Aktueller Techno-Solutionism hat Vorbild in viktorianischer Zeit
Die aktuellen Diskussionen um Techno-Solutionism und maschinelle Intelligenz haben eine Geschichte, die mindestens ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Ein Beispiel ist Samuel Butler – namensgebend für die Ausrottung der Maschinen in Frank Herberts „Dune“, dem „Butlerian Djihad“: Butler mocks the prevailing Victorian attitude of the time—blind faith in science, reason, progress, and profit—as a „low materialistic point of view“ that believes mindlessly…
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Wir müssen die Grundlage für eine gemeinsame Realität legen
Wenn wir das Problem lösen wollen, dass sich große Teile der Gesellschaft von einer gemeinsamen Definition der Realität entfernt haben, reicht es nicht, auf einer epistemischen Ebene anzusetzen. Wir müssen an den sozialen Identitäten ansetzen – im Kern ein noch größeres Problem, aber zumindest eines, das unsere Schwierigkeiten wirklich beheben könnte. So schreibt Samuel Bagg: Properly conceived, restoring the epistemic…
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Soziale Spaltung schafft epistemische Spaltung
Einer der Gründe für die zunehmende Schwäche unserer Demokratien ist die Tatsache, dass wir uns als Gesellschaft nicht mehr auf eine gemeinsame Realität einigen können: Aktuelle Daten und wissenschaftliche Erkenntnisse werden ignoriert, Expert*innen desavouiert und faktische Fragen ideologisiert. Die Ursache für dieses Phänomen liegt jedoch nicht darin, dass wir weniger Möglichkeiten hätten, eine gemeinsame Wahrheit zu schaffen und abzusichern. Die…
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Handys befriedigen unser Bedürfnis, etwas mit den Händen zu machen
Sehr spannende Idee in einem Video von Hazel Thayer: Unsere Hände sind eng mit unserem Gehirn verbunden und unser Gehirn neigt in unterschiedlichem Maße dazu, zu „wandern“. Dieses „mind wandering“ könnte eng mit dem Bedürfnis verbunden sein, etwas mit unseren Händen zu machen, was kaum konkrete Aufmerksamkeit erfordert – wie zum Beispiel zur Routine gewordene Handarbeit. Hier bietet das Handy…
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Form zählt in unserem Diskurs mehr als Inhalt
An den Reaktionen auf die Neugründung der AfD-Jugendorganisation in #Giessen vor einiger Zeit konnte man schön das Grundproblem des deutschen Umgangs mit dem politischen Rechtsextremismus erkennen: Die extremen Aussagen in der Halle und allgemein aus dem Umfeld der Partei bleiben unkommentiert und Teilnehmende werden sogar mit Polizei-Eskorte zur Veranstaltung gefahren. Gleichzeitig wird der zivile Protest zehntausender Demonstrant*innen kritisiert, weil diese…
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Wir müssen lernen, um die Welt zu trauern
Die Klimakatastrophe schreitet voran und auch der Vormarsch des Faschismus scheint immer weniger aufzuhalten zu sein. Das ist eine Kränkung unseres modernen Ichs, das davon ausgeht, die Welt werde von Tag zu Tag besser und alles ließe sich kontrollieren. Das war schon immer eine Illusion, diese zerbricht nun aber immer häufiger, ohne dass wir individuell oder als Gesellschaft mit den…
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2026 – Mein Jahr der Geschichte
Mit den klassischen Neujahrsvorsätzen habe ich es nicht so. Dieses Jahr wollte ich mir aber mal wieder ein etwas größeres Projekt suchen, in das ich Teile meiner sehr variabel verfügbaren Freizeit investieren kann und das mich durch das Jahr begleitet. Irgendwie kristallisierte sich das dann im Laufe der letzten Wochen zu dem „Vorsatz“, mir in diesem Jahr einen vertieften Überblick…
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Wir moderieren uns zu Tode
An anderer Stelle hatte ich hier schon mal vom Konservatismus als „Status Quo“-Extremismus gesprochen. Nasrin Amirsedghi fasst dieses Gefühl in einem sehr lesenswerten Text treffend zusammen: Ich habe die Farblosigkeit eurer Demokratie satt, die so korrekt geworden ist, dass sie jeden Funken Leidenschaft misstrauisch beäugt.Ich bin es müde, in einem Land zu leben, das sich selbst zu Tode moderiert. Wo…
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KI weist auf problematische gesellschaftliche Strukturen hin
Ich habe schon länger den Verdacht, dass jede Diskussion über den sinnvollen Einsatz von KI letztlich eine Diskussion über die Schwächen unserer neoliberal-kapitalistischen Gesellschaftsordnung ist. Im Kern verschärft KI in meinen Augen da in erster Linie die Widersprüche, die wir im Kapitalismus ohnehin haben. In eine ähnliche Richtung zielt Lorenz Matzat, der in der Auseinandersetzung mit der fundamentalen Kritik gegenüber…
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Informationen im Netz bleiben fragmentiert
Egal ob bei journalistischen Angeboten, bei anderen kommerziellen Webseiten, ehrenamtlichen oder privaten Initiativen: Oft steht jedes der Angebote für sich und ist nur selten mit Bedacht und für Besucher*innen nachvollziehbar mit anderen Stellen verbunden. So weist Robin Good auf Folgendes hin: We live in a time where we are flooded with disconnected advice: strategies, perspectives, tactics, frameworks, systems, all standing…
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Es ist nur konsequent, dass sich Unis mit KI selbst zerstören
Aus den USA kommen die ersten Berichte von Universitäten, die viel Geld in „Künstliche Intelligenz“ investieren und gleichzeitig menschliche Dozent*innen kündigen und ganze Studienprogramme abschaffen. Dabei macht Ronald Purser eine beunruhigende Beobachtung: the very programs best equipped to study the social and ethical implications of AI were being defunded, even as the university promoted the use of OpenAI’s products across…
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KI treibt eine riesige Blase
In ihrem Buch The Boom and Bust of Technological Innovation beschrieben die Ökonomen Brent Goldfarb und David A. Kirsch vier Faktoren, die dazu beitragen, eine Investitionsblase entstehen zu lassen: Alle vier Faktoren sind in der aktuellen Blase um „Künstliche Intelligenz“ in in hohem Maße vorhanden: Die Versprechungen sind gigantisch, es ist aber sehr unsicher, ob sie sich überhaupt realisieren lassen.…
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Die eigene Stimme entsteht im Zwischenraum zwischen Autoritäten
Egal zu welchem Thema, es wird immer unterschiedliche Meinungen von Personen geben, die zu diesem Thema als Experten gelten. In diesen widersprüchlichen Meinungen öffnet sich ein Raum, in dem eine eigene Stimme, eine tatsächlich eigene Position entstehen kann. Nothing prepared me better for adult intellectual life than getting two sets of contradictory feedback on every essay I wrote for those…
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Auch die moderne Küche war ein Projekt der Kontrolle
Im Zentrum unseres gesamten westlichen Weltbilds steht die Kontrolle des Menschen über die Natur und auch über sich selbst. Das zeigt z. B. Philip Blom in seinem lesenswerten Buch „Die Unterwerfung“ (hier im Podcast vorgestellt: Zwischen zwei Deckeln, Episode 81). Bisher war mir allerdings noch nicht klar, dass auch die moderne europäische Küche in genau dieser Tradition steht. Der Podcast…
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Warum KI nicht dabei hilft, besonders gute Bewerbungen zu schreiben und was man dagegen tun kann
Ok, das bedarf einer ausführlicheren Antwort auf mehreren Ebenen – aber dann kann ich auch gleich mal die „Förderierten Antworten“ auf meinem Blog testen. 😉 Was du beschreibst, ist ein schönes Beispiel dafür, wie und KI mit der Nase in die Widersprüche drückt, die wir uns in den letzten Jahrzehnten so eingebrockt haben – meist Kapitalismus sei dank… Auf der…
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Adios Spotify, hallo Qobuz (Raus aus den Monopolen)
Neben #Spotify gab es schon immer andere Streaming-Dienste, mit einem ähnlichen Musik-Angebot, die aber in Sachen App-Komfort, Integrationen und auch Empfehlungsalgorithmen nicht mithalten konnten. Vor mehr als einem Jahr bin ich aber über den französischen Anbieter Qobuz gestolpert, der in erster Linie mit hoher Audioqualität wirbt. Die ist für mich aber gar nicht so entscheidend – ich habe keine Anlage…
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Raus aus den Monopolen
In den letzten Jahren ist immer deutlicher geworden, dass die Dominanz (meist) amerikanischer Monopolisten diversen Märkten nicht guttut: von der Suche (Google) über die Büroarbeit (Microsoft) bis hin zu Musik (Spotify), Hörbüchern (Audible), eBooks (Kindle) und Sozialen Medien (Twitter, Facebook/Instagram, YouTube und TikTok). Alle haben sie mittlerweile das durchlaufen, was Cory Doctorow Enshittification nennt: Dieser Teufelskreis ist kaum zu durchbrechen,…
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Kritik als Strategie
In der Öffentlichkeitsarbeit gibt es das alte Credo „Es gibt keine schlechte Aufmerksamkeit“. In der letzten Zeit sind mir im Zusammenhang mit dem Thema „KI“ sogar zwei Mechanismen aufgefallen, bei denen ehrliche Kritik einen positiven Effekt für das Kritisierte haben können: Critihype Gerade am Anfang der „neuen Generation“ öffentlich verfügbarer KI-Tools gab es eine große Diskussion darum, wie gefährlich diese…
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Analoges Schreiben statt digitalem Wischen
Auch oder gerade weil ich im Alltag mittlerweile fast nur noch digital unterwegs bin – Homeoffice, eBooks, digitale Comics und Mangas, Serien und Musik-Streaming, digitale Notizen – suche ich immer wieder nach Wegen, meinen Alltag ein wenig analoger zu gestalten. Gerade das reflektive Schreiben à la Tagebuch schien mir da immer ein guter Kandidat, aber irgendwie habe ich nie eine…
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Freiheit im Kapitalismus existiert für viele nur auf dem Papier
Die Rhetorik der Freiheit des Kapitalismus ist für viele Menschen letztlich nicht real erlebbar, auch wenn sie als rechtlich gesichert kommuniziert wird. Hier haben wir mal wieder den Konflikt zwischen der juristischen Realität und der Welt: Aus der rein formalen Freiheit in arbeitsteilig organisierten Marktgesellschaften resultiert so der Widerspruch, de jure frei zu sein, aber de facto nicht über sich…
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Kapitalismus verspricht Selbstwirksamkeit, begrenzt sie aber
Ein zentrales Versprechen demokratisch-kapitalistischer Systeme ist die (formale) Möglichkeit für einzelne Personen, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen und bei der Gestaltung der Gesellschaft mitzusprechen. Dabei stellt sich von vornherein die Frage, inwieweit dieses Versprechen überhaupt einlösbar ist, faktisch wird es auf jeden Fall nicht realisiert. Individuen sind in spätmodernen Gesellschaften in diesem Sinne einem Dilemma ausgesetzt, das sich nur schwer…
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Aktuelle Zeit kann keine großen Fortschrittsprojekte mehr umsetzen
In einer telelogischen Welt ist die Menschheit zum Fortschritt verdammt. In der Theologie Peter Thiels sind dazu große Projekte nötig, zu denen wir aktuell aber nicht in der Lage sind, weil wir uns in gesellschaftspolitischem Klein-Klein verheddern: Um nicht zurückzufallen, sind große Ziele unverzichtbar, wie es sie einst in den USA gab: das Manhattan-Projekt zur Entwicklung der Atombombe, die Mondlandung…
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Ideal der Bildung war schon vor ChatGPT kaputt
Auch wenn wir jetzt ChatGPT dafür verantwortlich machen, dass Studierende nicht mehr in erster Linie lernen, sondern jede mögliche Abkürzung nehmen, um Prüfungen gut zu bestehen, war das Ideal der Bildung um der persönlichen Entwicklung willen schon vorher zerstört. The ideal of college as a place of intellectual growth, where students engage with deep, profound ideas, was gone long before…
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Im Abgeordnetenhaus gibt es eine Treppe die Kommunikation möglich macht
Architektur bestimmt unter anderem darüber, welche Kommunikation unauffällig möglich ist und wer durch öffentliche Räume gehen muss, um zu seinem Gesprächspartner zu gelangen. Gerade in kritischen Phasen kann Unauffälligkeit sehr relevant sein: Die Hintertreppe zwischen SPD und CDU kommt in keiner Architekturzeitschrift vor. Sie ist ziemlich profan, eine Betontreppe hinter einer Glasfront. Von der Spree aus hat man den Eindruck,…
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KI reduziert komplexe Welt auf Kategorien, die Computer verstehen
Damit Computer ihre Arbeit tun können, sind sie darauf angewiesen, klar definierte Daten zu bekommen. Die echte Welt ist allerdings komplex und Abstraktion aufwendig. Klassifizierende KI erscheint hier als wirksamer Adapter. Discriminative AI turns the complex and contradictory, the wild and weird world of physics and chemistry and people into simple data. It is the tool to build tools. The…
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„Give Me Something to Believe …“
„… in this hell you call a dream“ ist die Textzeile der Band The Warning, die mir einfach nicht aus dem Kopf geht. Eben genau, weil sie den offensichtlichen Widerspruch zwischen der kapitalistisch-demokratischen Rhetorik der Freiheit und dem täglichen Erleben der Menschen auf den Punkt bringt. The Warning: Hell you call a dream vom Album Keep Me Fed
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Kapitalismus liefert bei seinem zentralen Versprechen nicht
Der Kapitalismus ist weitverbreitet als die Gesellschaftsform anerkannt, die den Menschen Glück und Freiheit liefert. Gleichzeitig merken die Menschen aber auch, dass sie diese Freiheit und das Glück in ihrem Leben nicht erkennen können und konstant an systemische Grenzen in dem stoßen, was sie tun können und was nicht. Das spätmoderne Individuum ist heute in seiner Grundkonstitution ambivalent. Es kann…
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Versagen als Abwehr der Auflehnung gegen gesellschaftliche Erwartungen
Wenn wir jemanden als Versager bezeichnen, betonen wir damit in erster Linie, dass diese Person nach den herrschenden Ansprüchen nicht den üblichen Erwartungen entsprechen kann. Warum dies der Fall ist oder ob diese Person das überhaupt möchte, steht dabei nicht zur Debatte. Auf diese Weise werden oft solche Personen als Versager tituliert, die sich gegen die verbreiteten gesellschaftlichen Erwartungen stellen.…
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Gesellschaftlicher Fortschritt trägt Rückschritt in sich
Jeder gesellschaftliche Fortschritt bringt seine eigenen Widersprüche und Konflikte, die gesellschaftlich verarbeitet werden müssen. Er führt auch zu Veränderungen im sozialen Gefüge, die dazu führen, dass sich einzelne Gruppen gegen ihn wenden. Aus der reflexiven wird eine regressive Modernisierung. Gesellschaften fallen in einzelnen Feldern hinter einmal erreichte Standards zurück. Im Fortschritt wird ein Rückschritt erkennbar. Quellen Buch: Gekränkte Freiheit von…
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Versagen setzt Ideal des maschinellen Funktionierens voraus
Der Begriff des Versagens kommt eigentlich aus der Waffentechnologie und beschreibt solche Momente, in denen das mechanische System nicht so funktioniert, wie es funktionieren sollte. Wenn man diesen Begriff nun auf menschliches Handeln überträgt, setzt man implizit voraus, dass Menschen eigentlich wie ein mechanisches System funktionieren sollten. Versagen beschreibt also das unerwartete und unerklärliche Nichteintreten einer eigentlich zu erwartenden Leistung,…
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OpenAI verdient kein Geld bei horrenden Kosten
Mit Blick auf die nächsten Monate und Jahre ist vollkommen unklar, wie OpenAI seinen Betrieb finanzieren will. Die Nutzer der freien Lizenzen verursachen horrende Kosten und selbst die zahlenden Kunden sind nicht profitabel. Gleichzeitig steigen die Kosten weiter an und es scheint auch, als stoße das Unternehmen an die Grenzen seiner Kapazität in Sachen Rechenzentren und GPUs. Dies könnte eine…
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OpenAI ist zentral für die Tech-Industrie
Open AI und mit ihm die generative KI sind für die Zukunft der Tech-Industrie absolut zentral: auf der einen Seite, weil es Unmengen an Kapital bindet und verbrennt; auf der anderen Seite aber auch, weil es aktuell das einzige große Versprechen der Industrie in Sachen echter Innovation ist. Ein Scheitern von OpenAI würde in der Industrie und der Wirtschaft allgemein…
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Menschen entwickeln parasoziale Beziehungen mit Chatbots
Chatbots wie ChatGPT sind bei vielen Menschen mittlerweile fester Bestandteil des Lebens. Da ist es nicht überraschend, dass insbesondere einsame Menschen schnell parasoziale Beziehungen zu ihnen entwickeln: In other words, the neediest people are developing the deepest parasocial relationship with AI — and where that leads could end up being sad, scary, or somewhere entirely unpredictable Quellen Artikel: Something Bizarre…
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Wir klassifizieren Technologie nach sozialen Kriterien
In gesellschaftlichen Debatten diskutieren wir immer häufiger über Gruppen und Typen von Technologien. Wenn man genau hinschaut, wird jedoch deutlich, dass diese Abgrenzung nicht auf technologischen Kriterien basiert, sondern sich aus einem spezifischen politisch-kulturellen Blick ergibt: I don’t think it takes a particularly sharp mind to understand that the coalitions against FRT, against predictive policing, against prisons, etc… are working…
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Thiel sieht Geschichte teleologisch mit ständigem Fortschritt
In der Theologie Peter Thiels ist die Geschichte auf einen Fortschritt ausgerichtet, den wir kontinuierlich verfolgen müssen, um uns aus der Barbarei mimetischer Gewalt zu befreien. Die gesamte Weltzeit verläuft nicht zyklisch, wie die alten Völker meinten, sondern auf ein Ziel hingerichtet hinaus, nach vorne. Stehen bleiben bedeutet also Rückfall. Quellen Artikel: Der Oligarch als Opfer von Klaus Mertes
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Das monopolistische Gebaren begründet Peter Thiel theologisch
Mit seiner theoretischen Rechtfertigung der aktuellen Ideologie der Tech-Oligarchen knüpft Peter Thiel an die Theologie Rene Girards an, der menschliche Triebe auf die Nachahmung anderer ausgerichtet sieht und damit ständigen Wettbewerb produziert. Thiel zieht daraus den Schluss, dass Gewaltfreiheit und Freiheit allgemein nur dann möglich sind, wenn man sich dem Wettbewerb entzieht. Monopolbildung ist die Alternative zum Wettbewerb. Daraus entsteht…
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Immer schnellere Veränderung von Software Teil des Systems
Bei der Lektüre von Team Topologies ist mir aufgefallen, dass es mittlerweile Teil des Systems ist, dass Software sich kontinuierlich und in immer engeren Zyklen verändert. Gerade das hier vorgeschlagene System setzt darauf, dass viele kleinteilige Teams möglichst wenig miteinander interagieren, um eine schnelle Iteration zu ermöglichen. Durch diese schnelle Iteration wird es auf Nutzerseite jedoch immer schwieriger, verlässliche Prozesse…
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Moderne Schreibprogramme behindern kreativen Ausdruck
Ein Beispiel dafür, wie Computerprogramme immer schlechter werden, sind moderne Programme zur Textverarbeitung. Der reine Akt des Schreibens wird hier ständig unterbrochen und durch kontinuierliche Irritation erschwert: What started as simple digital writing tools have evolved into complex ecosystems of notifications, suggestions, and “helpful” features that often interrupt rather than enhance the writing flow. Quellen Artikel: The Digital Dilemma von…
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Glaube an die Intelligenz von KI ähnelt Glauben an Hellseher
Dass viele Menschen glauben, LLMs wären intelligent, lässt sich mit demselben Mechanismus erklären, der manche Menschen an Hellseher glauben lässt – u.a. dem sogenannten Forer-Effekt: As a consequence, many people will interpret even the most generic statement as being specifically about them if they can relate to what was said. Quellen Artikel: The LLMentalist Effect: how chat-based Large Language Models…
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Automatisiertes Wissen ist entfremdet und wirkt als Machtinstrument
Sobald das Wissen der Arbeiterschaft in Maschinen manifestiert ist und durch den Kapitalismus nahezu beliebig skaliert und bewegt werden kann, können Arbeiter von diesem Wissen entfremdet werden, das ihnen nun extern gegenübertritt. Veränderungen und Verbesserungen am Produktionsprozess sind nun nicht mehr direkt mit ihrer Praxis verbunden, sondern bleiben ihnen sogar vorenthalten. Spätere Generationen müssen das entsprechende Wissen sogar überhaupt nicht…
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KI ist ein politisches Projekt der Machtverlagerung
Wenn wir Technologien in erster Linie nach ihrer gesellschaftlichen Bedeutung klassifizieren, wird deutlich, dass KI in einer Traditionslinie mit der Automatisierung physischer Produktion steht und auf die Zentralisierung von Wissen und dessen Vermarktlichung abzielt: I think we should shed the idea that AI is a technological artifact with political features and recognize it as a political artifact through and through.…
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KI schließt an Wandel der Menschen an
Bei der ganzen Diskussion darum, ob die KI menschlich wird, sollten wir uns lieber fragen, ob nicht wir Menschen der KI immer ähnlicher werden, bzw. uns nicht schon länger in eine Richtung bewegen, die uns durch KI ersetzbar macht. Dazu formuliert Joan Westenberg auf Mastodon: We‘re worried about AI doing human things. We should be equally worried about humans doing…
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Automatisierung als ursprüngliche Akkumulation von Wissen
Wenn wir akzeptieren, dass auch das, was wir heute „physische Arbeit“ nennen, einen signifikanten Anteil an Wissen voraussetzt, wird die Industrialisierung nicht nur zu einer Akkumulation von physischem Kapital, sondern auch von Wissen, über das die Arbeiter verfügen und das sich nun in der Form von Maschinen manifestiert und damit in einer nahezu unbeschränkten Weise kapitalistisch ausgebeutet werden kann. Dabei…
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Intellektuelles Wissen folgt der Arbeit, es geht ihr nicht voraus
Heutzutage trennen wir relativ klar zwischen „Wissensarbeit“ und „physischer“ Arbeit. Spätestens mit den Managementideen Frederick Taylors ist diese Unterscheidung fest etabliert. Bei genauem Hinsehen lässt sie sich jedoch kaum aufrechterhalten: Jede physische Arbeit enthält immer auch einen gewissen Anteil an Wissen – nicht nur ein verklärtes „ursprüngliches“ Kunsthandwerk, sondern auch Landwirtschaft oder die Produktion von Alltagsgütern. Um diesem Umstand Rechnung…
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Schwierige Zugänglichkeit Teil der Identität von Subkulturen
Er Assoziation Alte Hasen begegnen Neulingen in einer Subkultur mit Ablehnung Wie sich das Selbst in der Moderne selbst erfinden muss Quellen Artikel: China Miéville says we shouldn’t blame science fiction for its bad readers von China Miéville
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Alte Hasen begegnen Neulingen in einer Subkultur mit Ablehnung
Der Aufbau einer neuen Subkultur ist auf vielen Ebenen anstrengend. Wenn die Subkultur dann erfolgreich wird, immer zugänglicher und sich mehr Menschen in ihr bewegen, kann dies zu Ablehnung durch die alten Hasen führen: And I also feel something, because I’m awful: Now people are reading those authors, and they don’t deserve them. They don’t get it. They didn’t do…
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Private Equity überträgt Firmeneigentum auf Investoren
Das zentrale Ziel von Private-Equity-Firmen besteht darin, die Assets einer übernommenen Firma zu übernehmen und die Kosten mit aller Gewalt zu drücken. Dabei ist es auch egal, wenn das Unternehmen pleitegeht. Contrary to the industry’s claims about being experts in turning companies from losers to winners, private equity typically targets healthy companies rather than underperforming ones, the better to extract…
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Schon Ricardo sah in Automatisierung Gefahr für Arbeiterschaft
Mit seiner Theorie des „komparativen Kostenvorteils“ legte David Ricardo die Grundlagen für den klassischen ökonomischen Blick auf internationalen Handel. Mit seiner Arbeitstheorie des Wertes legt er zudem die Grundlage für den marxistischen Blick auf Arbeit und Kapitalismus. Mir zumindest bislang nicht bekannt war, dass Ricardo sich auch ausführliche Gedanken darüber gemacht hat, wie sich die zunehmende Automatisierung auf die Menschen…