Vergangenheit, Zukunft und die verrückte Zeit dazwischen

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In der aktuellen Diskus­sion um LLM-erzeugten Code ist der Hype groß, dass die Mod­elle hun­derte, wenn nicht tausende Zeilen funk­tion­ieren­den Code gener­ieren kön­nen. Cory Doc­torow (@pluralistic) weist jedoch richtiger­weise darauf hin, dass Code an sich keinen Wert hat – auch nicht eine Samm­lung von Codezeilen, die vordefinierte Tests beste­ht. Denn: „any non­triv­ial code has to inter­act with the out­side world, and the out­side world isn’t sta­t­ic, it’s dynam­ic“.

Daraus ergibt sich, dass jede geschriebene Codezeile als „tech debt“ ver­standen wer­den kann, da sie im Laufe der Zeit immer wieder gewartet und evtl. an verän­derte Umstände angepasst wer­den muss:

Code is not an asset – it’s a lia­bil­i­ty. The longer a com­put­er sys­tem has been run­ning, the more tech debt it rep­re­sents.

Dazu kommt, dass LLM-gener­iert­er Code notorisch schlecht darin sein soll, auf uner­wartete Eingaben zu reagieren oder generell Fehlerzustände abz­u­fan­gen. Dann wäre er fehler­an­fäl­liger als men­schlich geschrieben­er Code und gle­ichzeit­ig schw­er­er zu warten. Diese Effek­te zeigen sich allerd­ings erst langfristig, sodass Doc­torow gewohnt präg­nant for­muliert:

For if AI code – writ­ten at 10,000 times the speed of any human coder, designed to work well, but not to fail grace­ful­ly – is the dig­i­tal asbestos we’re fill­ing our walls with, then our descen­dants will spend gen­er­a­tions dig­ging that asbestos out of the walls

Fediverse reactions

2 Kommentare

  1. Avatar von peter purgathofer

    @weltenkreuzer.de @pluralistic ob es uns mit LLM-gener­ierten Code dann auch so geht?

  2. Avatar von Bock

    Mich beschäftigt vor allem der Ver­gle­ich mit Asbest. Der ist unan­genehm tre­f­fend: bil­lig, prak­tisch, über­all ver­baut – und das eigentliche Prob­lem begin­nt erst Jahre später, wenn jemand daran arbeit­en muss.

    Bei LLM-Code kön­nte es ähn­lich sein. Heute freut man sich über tausend Zeilen, die Tests beste­hen. In drei Jahren sitzt jemand davor und ver­sucht her­auszufind­en, warum sie über­haupt existieren.

    Vielle­icht ist deshalb nicht die Menge des erzeugten Codes die inter­es­sante Kenn­zahl, son­dern die Zahl der Men­schen, die ihn später noch ver­ste­hen.

    Das wäre allerd­ings schlecht fürs Mar­ket­ing.

    „Unsere KI pro­duziert 40 Prozent weniger Code, dafür weiß jemand, was er tut“ klingt ein­fach nicht nach Rev­o­lu­tion. 🦌

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