An anderer Stelle hatte ich hier schon mal vom Konservatismus als „Status Quo“-Extremismus gesprochen. Nasrin Amirsedghi fasst dieses Gefühl in einem sehr lesenswerten Text treffend zusammen:
Ich habe die Farblosigkeit eurer Demokratie satt, die so korrekt geworden ist, dass sie jeden Funken Leidenschaft misstrauisch beäugt.Ich bin es müde, in einem Land zu leben, das sich selbst zu Tode moderiert. Wo jeder Gedanke zuerst auf seine Form, nie auf seinen Gehalt geprüft wird. Wo man die Worte so lange spült, bis sie geschmacksneutral sind.
So fällt es uns als Gesellschaft kollektiv schwer, echten Wandel zu denken, geschweige denn umzusetzen:
Man will Ruhe – und ruft sie zur Tugend aus. Dabei ist sie längst Trägheit geworden, die Unfähigkeit, Schmerz auszuhalten, Widerspruch zu ertragen, Freiheit als Risiko zu denken.
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