Vergangenheit, Zukunft und die verrückte Zeit dazwischen

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An ander­er Stelle hat­te ich hier schon mal vom Kon­ser­vatismus als „Sta­tus Quo“-Extremismus gesprochen. Nas­rin Amirsedghi fasst dieses Gefühl in einem sehr lesenswerten Text tre­f­fend zusam­men:

Ich habe die Far­blosigkeit eur­er Demokratie satt, die so kor­rekt gewor­den ist, dass sie jeden Funken Lei­den­schaft mis­strauisch beäugt.Ich bin es müde, in einem Land zu leben, das sich selb­st zu Tode mod­eriert. Wo jed­er Gedanke zuerst auf seine Form, nie auf seinen Gehalt geprüft wird. Wo man die Worte so lange spült, bis sie geschmack­sneu­tral sind.

So fällt es uns als Gesellschaft kollek­tiv schw­er, echt­en Wan­del zu denken, geschweige denn umzuset­zen:

Man will Ruhe – und ruft sie zur Tugend aus. Dabei ist sie längst Trägheit gewor­den, die Unfähigkeit, Schmerz auszuhal­ten, Wider­spruch zu ertra­gen, Frei­heit als Risiko zu denken.

Fediverse reactions

2 Antworten

  1. Avatar von Speybridge

    @weltenkreuzer.de
    Für mich war es – und das hat sich wohl auch bestätigt – ein par­a­dig­ma­tis­ch­er Moment, als der so hoch geschätzte Hel­mut Schmidt, damals Bun­deskan­zler, sagte: „Wer Visio­nen hat, sollte zum Arzt gehen!“
    Das war der Anfang vom Ende lebendi­ger Poli­tik.

  2. Avatar von Henning Uhle

    In der Physik sagt man: Rei­bung erzeugt Wärme. Mir scheint, als ob sich nie­mand mehr reiben will. Sobald es schwierig wird, wird man aus­fal­l­end. Wie gut das funk­tion­iert, sehen wir ja. Und weil es keine echte Rei­bung mehr gibt, wird das Land immer käl­ter.

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