Schlagwort: Wissensarbeit

  • Informationen im Netz bleiben fragmentiert

    Egal ob bei jour­nal­is­tis­chen Ange­boten, bei anderen kom­merziellen Web­seit­en, ehre­namtlichen oder pri­vat­en Ini­tia­tiv­en: Oft ste­ht jedes der Ange­bote für sich und ist nur sel­ten mit Bedacht und für Besucher*innen nachvol­lziehbar mit anderen Stellen ver­bun­den. So weist Robin Good auf Fol­gen­des hin: We live in a time where we are flood­ed with dis­con­nect­ed advice: strate­gies, per­spec­tives, tac­tics, frame­works, sys­tems, all stand­ing…

  • KI ist ein politisches Projekt der Machtverlagerung

    Wenn wir Tech­nolo­gien in erster Lin­ie nach ihrer gesellschaftlichen Bedeu­tung klas­si­fizieren, wird deut­lich, dass KI in ein­er Tra­di­tion­slin­ie mit der Automa­tisierung physis­ch­er Pro­duk­tion ste­ht und auf die Zen­tral­isierung von Wis­sen und dessen Ver­mark­tlichung abzielt: I think we should shed the idea that AI is a tech­no­log­i­cal arti­fact with polit­i­cal fea­tures and rec­og­nize it as a polit­i­cal arti­fact through and through.…

  • Automatisierung als ursprüngliche Akkumulation von Wissen

    Wenn wir akzep­tieren, dass auch das, was wir heute „physis­che Arbeit“ nen­nen, einen sig­nifikan­ten Anteil an Wis­sen voraus­set­zt, wird die Indus­tri­al­isierung nicht nur zu ein­er Akku­mu­la­tion von physis­chem Kap­i­tal, son­dern auch von Wis­sen, über das die Arbeit­er ver­fü­gen und das sich nun in der Form von Maschi­nen man­i­festiert und damit in ein­er nahezu unbeschränk­ten Weise kap­i­tal­is­tisch aus­ge­beutet wer­den kann. Dabei…

  • Intellektuelles Wissen folgt der Arbeit, es geht ihr nicht voraus

    Heutzu­tage tren­nen wir rel­a­tiv klar zwis­chen „Wis­sensar­beit“ und „physis­ch­er“ Arbeit. Spätestens mit den Man­age­men­tideen Fred­er­ick Tay­lors ist diese Unter­schei­dung fest etabliert. Bei genauem Hin­se­hen lässt sie sich jedoch kaum aufrechter­hal­ten: Jede physis­che Arbeit enthält immer auch einen gewis­sen Anteil an Wis­sen – nicht nur ein verk­lärtes „ursprünglich­es“ Kun­sthandw­erk, son­dern auch Land­wirtschaft oder die Pro­duk­tion von All­t­ags­gütern. Um diesem Umstand Rech­nung…

  • Arbeitsteilung macht intellektuelle Arbeit zu physischer

    Ein zen­traler Aspekt bei der Automa­tisierung intellek­tueller Arbeit und der Ein­führung der frühen Rechen­maschi­nen war die Umwand­lung von intellek­tuell anspruchsvoller Arbeit in physisch anspruchsvolle. Diese brauchte jedoch eben nicht so sehr eine Aus­bil­dung als „nur“ physis­che Kraft und Aus­dauer. So schreibt Lor­raine Das­ton in ihrem Buch Rules über den Ein­satz der Hol­lerith-Maschi­nen Ende des 19. Jahrhun­derts: Instead of cal­cu­lat­ing 10,000…

  • Erste moderne Arbeitsteilung gab es bei intellektueller Arbeit

    Arbeit­steilung und Automa­tisierung von Arbeit verbinden wir im Nor­mal­fall mit physis­ch­er Arbeit und der Pro­duk­tion von Gütern. Nach­dem sie the­o­retisch bere­its im 18. Jahrhun­dert beschrieben wurde – z. B. bei Ques­nay und Adam Smith wird der Beginn ihres Siegeszugs üblicher­weise auf die Arbeit­en Fred­er­ick Tay­lors am Anfang des 20. Jahrhun­derts datiert. Hier wird die Pla­nung und Konzep­tion des Pro­duk­tion­sprozess­es als…

  • Wissensarbeiter sollten ihr Werkzeug ernst nehmen

    Im Ver­gle­ich zwis­chen Wis­sensar­beit und klas­sis­chem Handw­erk, gilt das klas­sis­che Handw­erk oft als weniger „wert“ oder weniger ange­se­hen. Es wird sel­tener in den Medi­en the­ma­tisiert und oft als Selb­stver­ständlichkeit, die zu funk­tion­ieren hat, wahrgenom­men. Daraus resul­tiert dann aber auch, dass Wissensarbeiter:innen die Arbeitsmeth­o­d­en des klas­sis­chen Handw­erks ger­ing schätzen und davon aus­ge­hen, hier wenig für die eigene Arbeit ler­nen zu kön­nen.…

  • Einfache Übungen können auch für Wissensarbeiter grundlegende Technik trainieren

    Ein beliebter Vor­wurf gegenüber der Schule ist, dass schein­bar sinnlose Wieder­holen grundle­gen­der Tätigkeit­en, wie zum Beispiel das Abschreiben eines Textes oder das Auswendigler­nen eines Gedichts. Vielle­icht kann man diese Punk­te aber auch ein wenig anders fra­men: Wenn Sportler:innen oder Musiker:innen trainieren – egal auf welchem Niveau – nutzen sie immer auch Übun­gen, die grundle­gende Bewe­gungsabläufe oder Fähigkeit­en wieder­holen. Sei es…

  • Wissensarbeiter unterschätzen die Parallelen zum klassischen Handwerk

    Im Ver­gle­ich zwis­chen Wis­sensar­beit und klas­sis­chem Handw­erk, gilt das klas­sis­che Handw­erk oft als weniger „wert“ oder weniger ange­se­hen. Es wird sel­tener in den Medi­en the­ma­tisiert und oft als Selb­stver­ständlichkeit, die zu funk­tion­ieren hat, wahrgenom­men. Daraus resul­tiert dann aber auch, dass Wissensarbeiter:innen die Arbeitsmeth­o­d­en des klas­sis­chen Handw­erks ger­ing schätzen und davon aus­ge­hen, hier wenig für die eigene Arbeit ler­nen zu kön­nen.…

  • Professor*innen sollten mehr denken können und weniger managen müssen

    Cal New­port selb­st wen­det die Ideen aus seinem Buch Dig­i­tal Min­i­mal­ism auch auf den Bere­ich der Uni­ver­sitäten und Hochschulen an. Die wichti­gen Aspek­te in seinem Artikel Is Email Mak­ing Pro­fes­sors Stu­pid? lassen sich aber auch auf andere Bere­iche der Wis­sensar­beit anwen­den. So sieht New­port Professor*innen, die eigentlich viel Zeit damit ver­brin­gen soll­ten, über Ihre eige­nen wis­senschaftlichen Fragestel­lun­gen nachzu­denken und Ideen…

  • Wissenschaftliches Schreiben als Handwerk

    Nach­dem ich mich jet­zt nicht „nur“ im Netz, son­dern auch haupt­beru­flich mit dem wis­senschaftlichen Arbeit­en und Schreiben in all seinen Facetten auseinan­der­set­ze, nutze ich die äußerst span­nende Blog­pa­rade von Natascha Miljkovic dazu, mal ein paar Gedanken zur Rolle wis­senschaftlichen Arbeit­ens und sein­er Ver­mit­tlung festzuhal­ten. Wis­senschaftlich­es Schreiben ist mehr als the­o­retis­che Über­legung und empirische Unter­suchung: Wis­senschaftlich­es Schreiben ist ein Handw­erk, in…

  • Das Handwerk – der ungeliebte Bruder der Wissenschaft

    Wis­senschaftliche Erken­nt­nisse beanspruchen gerne eine uni­verselle Gel­tung. Sie scheinen, ein­mal etabliert, unab­hängig von ihren Ent­deck­ern zu existieren und “objek­tiv” unsere Welt zu beschreiben – nicht umson­st habe ich ger­ade “ent­deck­en” im Gegen­satz zu “erfind­en” geschrieben. “Naturge­set­ze” wer­den meist in math­e­ma­tis­chen Formeln auge­drückt, die dann als angemessene Abbil­dung der ver­bor­ge­nen Struk­tur unser­er Welt gese­hen wer­den. Ins­beson­dere wer­den sie von den konkreten…