Schlagwort: Arbeit

  • Versagen setzt Ideal des maschinellen Funktionierens voraus

    Der Begriff des Ver­sagens kommt eigentlich aus der Waf­fen­tech­nolo­gie und beschreibt solche Momente, in denen das mech­a­nis­che Sys­tem nicht so funk­tion­iert, wie es funk­tion­ieren sollte. Wenn man diesen Begriff nun auf men­schlich­es Han­deln überträgt, set­zt man impliz­it voraus, dass Men­schen eigentlich wie ein mech­a­nis­ches Sys­tem funk­tion­ieren soll­ten. Ver­sagen beschreibt also das uner­war­tete und uner­klär­liche Nicht­ein­treten ein­er eigent­lich zu erwar­tenden Leis­tung,…

  • Automatisiertes Wissen ist entfremdet und wirkt als Machtinstrument

    Sobald das Wis­sen der Arbeit­er­schaft in Maschi­nen man­i­festiert ist und durch den Kap­i­tal­is­mus nahezu beliebig skaliert und bewegt wer­den kann, kön­nen Arbeit­er von diesem Wis­sen ent­fremdet wer­den, das ihnen nun extern gegenüber­tritt. Verän­derun­gen und Verbesserun­gen am Pro­duk­tion­sprozess sind nun nicht mehr direkt mit ihrer Prax­is ver­bun­den, son­dern bleiben ihnen sog­ar voren­thal­ten. Spätere Gen­er­a­tio­nen müssen das entsprechende Wis­sen sog­ar über­haupt nicht…

  • KI ist ein politisches Projekt der Machtverlagerung

    Wenn wir Tech­nolo­gien in erster Lin­ie nach ihrer gesellschaftlichen Bedeu­tung klas­si­fizieren, wird deut­lich, dass KI in ein­er Tra­di­tion­slin­ie mit der Automa­tisierung physis­ch­er Pro­duk­tion ste­ht und auf die Zen­tral­isierung von Wis­sen und dessen Ver­mark­tlichung abzielt: I think we should shed the idea that AI is a tech­no­log­i­cal arti­fact with polit­i­cal fea­tures and rec­og­nize it as a polit­i­cal arti­fact through and through.…

  • Automatisierung als ursprüngliche Akkumulation von Wissen

    Wenn wir akzep­tieren, dass auch das, was wir heute „physis­che Arbeit“ nen­nen, einen sig­nifikan­ten Anteil an Wis­sen voraus­set­zt, wird die Indus­tri­al­isierung nicht nur zu ein­er Akku­mu­la­tion von physis­chem Kap­i­tal, son­dern auch von Wis­sen, über das die Arbeit­er ver­fü­gen und das sich nun in der Form von Maschi­nen man­i­festiert und damit in ein­er nahezu unbeschränk­ten Weise kap­i­tal­is­tisch aus­ge­beutet wer­den kann. Dabei…

  • Intellektuelles Wissen folgt der Arbeit, es geht ihr nicht voraus

    Heutzu­tage tren­nen wir rel­a­tiv klar zwis­chen „Wis­sensar­beit“ und „physis­ch­er“ Arbeit. Spätestens mit den Man­age­men­tideen Fred­er­ick Tay­lors ist diese Unter­schei­dung fest etabliert. Bei genauem Hin­se­hen lässt sie sich jedoch kaum aufrechter­hal­ten: Jede physis­che Arbeit enthält immer auch einen gewis­sen Anteil an Wis­sen – nicht nur ein verk­lärtes „ursprünglich­es“ Kun­sthandw­erk, son­dern auch Land­wirtschaft oder die Pro­duk­tion von All­t­ags­gütern. Um diesem Umstand Rech­nung…

  • Private Equity überträgt Firmeneigentum auf Investoren

    Das zen­trale Ziel von Pri­vate-Equi­ty-Fir­men beste­ht darin, die Assets ein­er über­nomme­nen Fir­ma zu übernehmen und die Kosten mit aller Gewalt zu drück­en. Dabei ist es auch egal, wenn das Unternehmen pleit­ege­ht. Con­trary to the industry’s claims about being experts in turn­ing com­pa­nies from losers to win­ners, pri­vate equi­ty typ­i­cal­ly tar­gets healthy com­pa­nies rather than under­per­form­ing ones, the bet­ter to extract…

  • Schon Ricardo sah in Automatisierung Gefahr für Arbeiterschaft

    Mit sein­er The­o­rie des „kom­par­a­tiv­en Kosten­vorteils“ legte David Ricar­do die Grund­la­gen für den klas­sis­chen ökonomis­chen Blick auf inter­na­tionalen Han­del. Mit sein­er Arbeit­s­the­o­rie des Wertes legt er zudem die Grund­lage für den marx­is­tis­chen Blick auf Arbeit und Kap­i­tal­is­mus. Mir zumin­d­est bis­lang nicht bekan­nt war, dass Ricar­do sich auch aus­führliche Gedanken darüber gemacht hat, wie sich die zunehmende Automa­tisierung auf die Men­schen…

  • Arbeitsteilung macht Arbeit berechenbar

    Die Arbeit­steilung geht aber nicht nur der Automa­tisierung von Arbeit voraus. Sie ist auch eine zen­trale Grund­lage dafür, den notwendi­gen Arbeit­saufwand berechen­bar zu machen und Arbeit­szeit als eine beliebig kalkulier­bare Große zu ver­ste­hen. So schreibt Mat­teo Pasquinel­li in seinem Buch The Eye of the Mas­ter: The Bab­bage prin­ci­ple states that the organ­i­sa­tion of a pro­duc­tion process into small tasks (the divi­sion…

  • Arbeitsteilung geht der Automatisierung voraus

    Am Beispiel der ersten mech­a­nis­chen Com­put­er lässt sich sehr gut erken­nen, dass die Automa­tisierung von Arbeit nicht in erster Lin­ie auf ein­er tech­nis­chen Inno­va­tion auf­baut, son­dern auf der konkreten Organ­i­sa­tion von Arbeit. So weist Mat­teo Pasquinel­li in seinem Buch The Eye of the Mas­ter darauf hin: In ear­ly nine­teenth- cen­tu­ry Eng­land, ‘com­put­er’ was not the name of a machine but…

  • KI am Arbeitsplatz erzeugt Belastung und Stress

    Kaum gab es ein ein­fach ver­füg­bares und umfan­gre­ich trainiertes „Large Lan­guage Mod­el“, über­schlu­gen sich die Mel­dun­gen und Ver­sprechun­gen über Kün­stliche Intel­li­genz – wie sie uns Arbeit abnehmen würde und die Wirtschaft rev­o­lu­tion­ieren. Doch nach zwei Jahren ist von diesen Ver­sprechun­gen nicht mehr allzu viel übrig. So zeigt eine Umfrage in den USA: Although 96% of C‑suite lead­ers expect AI to…

  • Drei Typen von Algorithmen

    „Algo­rith­mus“ ist mit­tler­weile ein­er der wichtig­sten Begriffe gewor­den, wenn wir über den Ein­fluss von Tech­nolo­gie auf unsere Gesellschaft nach­denken. Dabei wird der Begriff selb­st jedoch sel­ten direkt the­ma­tisiert und bleibt auch in sein­er Ver­wen­dung unklar und nicht wirk­lich definiert. Dadurch geht ver­loren, dass es nicht nur die fast schon mythisch verk­lärten Algo­rith­men der Sozialen Medi­en und der KI gibt. Algo­rith­men…

  • Wir müssen lernen, ohne Arbeit zu leben

    Die Lohnar­beit ste­ht seit Jahrzehn­ten im Mit­telpunkt unser­er Gesellschaft. Sie dient uns nicht nur dazu, unseren Leben­sun­ter­halt zu bestre­it­en, sie ist auch eines der weni­gen Ele­mente, das unsere Gesellschaft aus Indi­viduen über­haupt noch zusam­men­hält. So schreibt There­sa Bück­er in ihrem Buch Alle_Zeit: In unser­er Gesellschaft ist es derzeit am ein­fach­sten, über eine Beruf­stätigkeit länger­fristig gesund und zufrieden zu bleiben, da…

  • Arbeitsteilung macht intellektuelle Arbeit zu physischer

    Ein zen­traler Aspekt bei der Automa­tisierung intellek­tueller Arbeit und der Ein­führung der frühen Rechen­maschi­nen war die Umwand­lung von intellek­tuell anspruchsvoller Arbeit in physisch anspruchsvolle. Diese brauchte jedoch eben nicht so sehr eine Aus­bil­dung als „nur“ physis­che Kraft und Aus­dauer. So schreibt Lor­raine Das­ton in ihrem Buch Rules über den Ein­satz der Hol­lerith-Maschi­nen Ende des 19. Jahrhun­derts: Instead of cal­cu­lat­ing 10,000…

  • Erste moderne Arbeitsteilung gab es bei intellektueller Arbeit

    Arbeit­steilung und Automa­tisierung von Arbeit verbinden wir im Nor­mal­fall mit physis­ch­er Arbeit und der Pro­duk­tion von Gütern. Nach­dem sie the­o­retisch bere­its im 18. Jahrhun­dert beschrieben wurde – z. B. bei Ques­nay und Adam Smith wird der Beginn ihres Siegeszugs üblicher­weise auf die Arbeit­en Fred­er­ick Tay­lors am Anfang des 20. Jahrhun­derts datiert. Hier wird die Pla­nung und Konzep­tion des Pro­duk­tion­sprozess­es als…