Schlagwort: Öffentlicher Diskurs

  • „Liberal“ – ein gefährliches Teekesselchen

    Teekesselchen sind per­fek­te Unter­hal­tung für sprach­in­ter­essierte Kinder: das­selbe Wort, zwei Bedeu­tun­gen, die auf den ersten Blick nichts miteinan­der zu tun haben. Für gesellschaftliche Diskurse sind Teekesselchen hinge­gen brandge­fährlich, weil ver­schiedene Men­schen das­selbe Wort benutzen, aber fak­tisch unter­schiedliche Dinge damit meinen. Schon länger kur­siert online das Meme über das Wort Respekt, das ich hier mal para­phrasiere: Respekt kann sich darauf beziehen,…

  • Wir müssen die Grundlage für eine gemeinsame Realität legen

    Wenn wir das Prob­lem lösen wollen, dass sich große Teile der Gesellschaft von ein­er gemein­samen Def­i­n­i­tion der Real­ität ent­fer­nt haben, reicht es nicht, auf ein­er epis­temis­chen Ebene anzuset­zen. Wir müssen an den sozialen Iden­titäten anset­zen – im Kern ein noch größeres Prob­lem, aber zumin­d­est eines, das unsere Schwierigkeit­en wirk­lich beheben kön­nte. So schreibt Samuel Bagg: Prop­er­ly con­ceived, restor­ing the epis­temic…

  • Soziale Spaltung schafft epistemische Spaltung

    Ein­er der Gründe für die zunehmende Schwäche unser­er Demokra­tien ist die Tat­sache, dass wir uns als Gesellschaft nicht mehr auf eine gemein­same Real­ität eini­gen kön­nen: Aktuelle Dat­en und wis­senschaftliche Erken­nt­nisse wer­den ignori­ert, Expert*innen desavouiert und fak­tis­che Fra­gen ide­ol­o­gisiert. Die Ursache für dieses Phänomen liegt jedoch nicht darin, dass wir weniger Möglichkeit­en hät­ten, eine gemein­same Wahrheit zu schaf­fen und abzu­sich­ern. Die…

  • Journalismus ist Medium, nicht Spiegel

    Woher kommt eigentlich das Selb­st­bild von Journalist*innen, dass die Medi­en in erster Lin­ie öffentliche Debat­ten abbilden? Diese Vertei­di­gung kommt immer wieder auf, wenn Kri­tik laut wird, dass das Play­book der Faschist*innen wieder mal funk­tion­iert hat und sie es mit kon­trol­liert­er Pro­voka­tion geschafft haben, Aufmerk­samkeit zu erre­gen und die Gren­zen des Sag­baren ein wenig weit­er zu ver­schieben, wie es z. B.…

  • Der Kampf gegen die Klimakatastrophe braucht einen kollektiven „Oh Shit“-Moment

    Im Zusam­men­hang mit der Kli­makatas­tro­phe ist immer wieder von Kipp-Punk­ten die Rede, die wir bess­er nicht erre­ichen bzw. reißen soll­ten. Wenn wir es doch tun – ich befürchte, da ist nicht mehr viel mit „falls“ – wird sich die Verän­derung des Kli­mas noch weit­er beschle­u­ni­gen und möglicher­weise eine selb­stver­stärk­ende Dynamik entwick­eln, die uns abso­lut keine Chance mehr lässt, die Worst-Case-Szenar­ien…