Schlagwort: Objektivität

  • Wir müssen die Grundlage für eine gemeinsame Realität legen

    Wenn wir das Prob­lem lösen wollen, dass sich große Teile der Gesellschaft von ein­er gemein­samen Def­i­n­i­tion der Real­ität ent­fer­nt haben, reicht es nicht, auf ein­er epis­temis­chen Ebene anzuset­zen. Wir müssen an den sozialen Iden­titäten anset­zen – im Kern ein noch größeres Prob­lem, aber zumin­d­est eines, das unsere Schwierigkeit­en wirk­lich beheben kön­nte. So schreibt Samuel Bagg: Prop­er­ly con­ceived, restor­ing the epis­temic…

  • Die eigene Stimme entsteht im Zwischenraum zwischen Autoritäten

    Egal zu welchem The­ma, es wird immer unter­schiedliche Mei­n­un­gen von Per­so­n­en geben, die zu diesem The­ma als Experten gel­ten. In diesen wider­sprüch­lichen Mei­n­un­gen öffnet sich ein Raum, in dem eine eigene Stimme, eine tat­säch­lich eigene Posi­tion entste­hen kann. Noth­ing pre­pared me bet­ter for adult intel­lec­tu­al life than get­ting two sets of con­tra­dic­to­ry feed­back on every essay I wrote for those…

  • Wissenschaftliche Revolution im Kern eine pragmatische Wende

    Die „wis­senschaftliche Rev­o­lu­tion“ gilt gemein­hin als der Über­gang zu har­ter und sicher­er Wis­senschaft, die strenge Mes­sung und Logik an die Stelle hypo­thetis­ch­er Argu­men­ta­tion und all­ge­meinen Aber­glaubens stellt. In ihrem Buch Rules zeigt Lor­raine Das­ton jedoch, dass diese Wende eher prag­ma­tisch war: By the mid-eigh­teenth cen­tu­ry, the sci­ences had adopt­ed and refined empir­i­cal prac­tices orig­i­nal­ly devel­oped in the arts and crafts,…

  • Der menschliche Blick hat zwei spezifische Perspektiven

    Auch wenn wir die grundle­gende Fähigkeit zu Intel­li­genz und Kog­ni­tion nicht men­schen­zen­tri­ert betra­cht­en soll­ten, ist doch auch unstre­it­ig, dass wir Men­schen beson­dere Arten und Wege entwick­elt haben, über die Welt, aber auch uns selb­st nachzu­denken. Erik Hoel beschreibt im ersten Kapi­tel seines Buchs The World Behind the World: Con­scious­ness, Free Will, and the Lim­its of Sci­ence hierzu eine hil­fre­iche Unter­schei­dung…

  • Journalismus ist Medium, nicht Spiegel

    Woher kommt eigentlich das Selb­st­bild von Journalist*innen, dass die Medi­en in erster Lin­ie öffentliche Debat­ten abbilden? Diese Vertei­di­gung kommt immer wieder auf, wenn Kri­tik laut wird, dass das Play­book der Faschist*innen wieder mal funk­tion­iert hat und sie es mit kon­trol­liert­er Pro­voka­tion geschafft haben, Aufmerk­samkeit zu erre­gen und die Gren­zen des Sag­baren ein wenig weit­er zu ver­schieben, wie es z. B.…

  • Objektivität moderner Wissenschaft ist eine soziale Konstruktion der westlichen Philosophie

    Die Idee, dass die Welt sich aus einem los­gelöst-objek­tiv­en „wis­senschaftlichen“ Blick betra­cht­en und let­ztlich auch kon­trol­lieren lassen kön­nte ist Aus­druck ein­er spez­i­fisch west­lichen Philoso­phie, wie Juilan Bag­gi­ni in seinem Buch How the World Thinks sehr ein­drück­lich her­ausar­beit­et: So unter­schei­det er zwis­chen weg­suchen­den Philoso­phien und wahrheitssuchen­den. Während klas­sis­cher­weise als „östlich“ beze­ich­nete Philoso­phien die Suche nach einem Weg in oder durch die…