Einer der Gründe für die zunehmende Schwäche unserer Demokratien ist die Tatsache, dass wir uns als Gesellschaft nicht mehr auf eine gemeinsame Realität einigen können: Aktuelle Daten und wissenschaftliche Erkenntnisse werden ignoriert, Expert*innen desavouiert und faktische Fragen ideologisiert.
Die Ursache für dieses Phänomen liegt jedoch nicht darin, dass wir weniger Möglichkeiten hätten, eine gemeinsame Wahrheit zu schaffen und abzusichern. Die Ursache ist, dass soziale Identitäten dazu führen, dass viele Menschen diesen Methoden nicht länger vertrauen.
In study after study, our judgments about which sources to trust turn out to be systematically biased by a “psychological immune system” that functions to protect our identities—leading us to seek out, perceive, trust, and remember information that affirms the status of the groups we identify with, while ignoring, mistrusting, and forgetting that which contradicts or threatens our identities
Im Laufe des 20. Jahrhunderts hatten wir das Glück, dass die verfügbaren Identitäten sich zum größten Teil an einer gemeinsamen Realität orientierten und Wissenschaft wie Medien grundlegendes Vertrauen entgegenbrachten.
Diese Konvergenz ist in den letzten 10 bis 20 Jahren gezielt und systematisch gestört worden, sodass unterschiedliche Gruppen sich nun auf unterschiedliche Realitäten beziehen. Damit kann „die Realität“ nicht länger als Korrektiv für Macht fungieren.
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