Vergangenheit, Zukunft und die verrückte Zeit dazwischen

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Ein­er der Gründe für die zunehmende Schwäche unser­er Demokra­tien ist die Tat­sache, dass wir uns als Gesellschaft nicht mehr auf eine gemein­same Real­ität eini­gen kön­nen: Aktuelle Dat­en und wis­senschaftliche Erken­nt­nisse wer­den ignori­ert, Expert*innen desavouiert und fak­tis­che Fra­gen ide­ol­o­gisiert.

Die Ursache für dieses Phänomen liegt jedoch nicht darin, dass wir weniger Möglichkeit­en hät­ten, eine gemein­same Wahrheit zu schaf­fen und abzu­sich­ern. Die Ursache ist, dass soziale Iden­titäten dazu führen, dass viele Men­schen diesen Meth­o­d­en nicht länger ver­trauen.

So schreibt Samuel Bagg:

In study after study, our judg­ments about which sources to trust turn out to be sys­tem­at­i­cal­ly biased by a “psy­cho­log­i­cal immune sys­tem” that func­tions to pro­tect our identities—leading us to seek out, per­ceive, trust, and remem­ber infor­ma­tion that affirms the sta­tus of the groups we iden­ti­fy with, while ignor­ing, mis­trust­ing, and for­get­ting that which con­tra­dicts or threat­ens our iden­ti­ties

Im Laufe des 20. Jahrhun­derts hat­ten wir das Glück, dass die ver­füg­baren Iden­titäten sich zum größten Teil an ein­er gemein­samen Real­ität ori­en­tierten und Wis­senschaft wie Medi­en grundle­gen­des Ver­trauen ent­ge­gen­bracht­en.

Diese Kon­ver­genz ist in den let­zten 10 bis 20 Jahren gezielt und sys­tem­a­tisch gestört wor­den, sodass unter­schiedliche Grup­pen sich nun auf unter­schiedliche Real­itäten beziehen. Damit kann „die Real­ität“ nicht länger als Kor­rek­tiv für Macht fungieren.

Fediverse reactions

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