Eine interessante Parallele zwischen zwei Themen, die mir in der letzten Zeit über den Weg gelaufen sind: In einer Episode seines Podcasts spricht Ezra Klein die Ideen von Rabbi Abraham Joshua Heschel an, der von einer „Architektur der Zeit“ spricht – also der Übertragung eines Konzepts, das wir in erster Linie räumlich denken, auf eine zeitliche Perspektive – damit sind Rhythmen und Strukturen gemeint, die unser Leben in der Zeit prägen und die uns erstens oft nicht bewusst sind und zweitens selten aktiv gestaltet werden. Ein Beispiel ist hier der Sabbat als besonderer und ritualisierter Ruhetag und als kurzfristige Pause im Fortschreiten der Welt. Eine gute Analyse dieser Strukturen findet sich beispielsweise in Eviatar Zerubavels The Seven Day Circle: The History and Meaning of the Week.

Diese Übertragung zwischen Raum und Zeit findet sich auch bei Piet Mondrian dessen berühmte Linienbilder, Rhythmik und „Energie“ des Jazz (in diesem Falle des Bebops) bildlich aufgreifen und damit in eine räumliche Struktur bringen. (Ausstellung Modrian – Evolution im K20, Düsseldorf)