Brettspielkampagne, Finanzkrise… [Medienmenü 40/2016]

Bei Computer- und Brettspielen fühlt sich diese Woche ein wenig wie ein Übergang an: Am Donnerstag startet die Spielemesse mit zahlreichen Neuheiten und vermutlich (zu) vielen Neuanschaffungen. Und am 21. Oktober erscheint das lang ersehnte Civilization VI, das nach dem doch etwas enttäuschenden Beyond Earth die alte Sucht hoffentlich wieder entfesseln kann…

Abgeschlossen: Golden Son von Pierce Brown (Roman)

Golden Son von Pierce BrownEs war dann doch deutlich zäher als ich erwartet hatte, sodass ich durch den zweiten Band von Browns Red Rising-Reihe nicht so durch geflogen bin, wie ich das erwartet hatte. Nachdem der Anfang zwar etwas unübersichtlich aber durchaus spannend ist, verliert sich das Buch in endlosen Kämpfen und Intrigen, die mich überraschend kalt gelassen haben. Erst auf den letzten ca. 50 Seiten kann es seine Stärken wieder ausspielen: moralische und psychologische Dilemmata und eine wendungsreiche und doch ansatzweise plausible Handlung.

Der krasse Cliffhanger am Ende wird aber vermutlich dazu führen, dass ich mir den dritten Band – Morning Star – auch noch anschauen werde. Zumal er bereits in unserer Kindle-Bibliothek wartet…

Reingelesen: DIE ZEIT 42/2016

Diese Woche habe ich bislang noch nicht die notwendige Ruhe gefunden, mich der ZEIT zu widmen. Das Dossier über Rechtsradikalismus in Bautzen werde ich mir aber auf jeden Fall noch anschauen.

Gesehen: The Big Short (Film)

Der Filmabend war länger geplant, der Film nicht. So gab es spontan The Big Short, eine interessante Mischung aus Dokumentation und Spielfilm, die regelmäßig die vierte Wand zum Zuschauer durchbricht. Der hervorragend besetze Film (Collin Farrell, Christian Bale, Brad Pitt, Ryan Gosling, Karen Gillian…) von Adam McKay erzählt die anscheinend wahre Geschichte einiger Fonds-Manager, die den Crash des us-amerikanischen Hypothekenmarkts vorhergesehen haben.

Mit der Hilfe so genannter _Shorts_ wetten Sie auf diesen Zusammenbruch, werden von der gesamten Wall Street und Bankenbranche verlacht und verdienen sich am Ende eine goldene Nase. Jedoch nicht ohne ein weinendes Auge, da der Zusammenbruch noch wesentlich schlimmer ist, als selbst sie es erwartet haben.

Dabei wird die Handlung immer wieder von Sequenzen durchbrochen, in denen die Figuren den Zuschauer direkt ansprechen und die komplexen Hintergründe der Finanzkrise äußerst verständlich erklären.

Also ein sehr ungewöhnlicher aber gleichzeitig extrem sehenswerter Film.

Gesehen: Sunset Boulevard (Musical)

Sunset Boulevard im Theater Dortmund

Am Theater Dortmund war es mal wieder Zeit für ein #Tweetup. Und so ging es am Donnerstag in die erste Hauptprobe des Andrew-Lloyd-Webber-Musicals Sunset Boulevard. Und ich war extrem angetan: schmissige Musik in der symphonischen Fassung (also mit großem Orchester), sehr farbenfrohe Ausstattung und ein faszinierend gestaltetes Bühnenbild. Also eine eindeutige Empfehlung!

Angefangen: Gilmore Girls, Staffel 5 (TV-Serie)

Tja, irgendwie war uns House of Cards zum Herbstanfang zu dunkel, weswegen wir dann jetzt doch wieder bei den Lorelais aus Stars Hollow gelandet sind. Staffel fünf bricht aber tatsächlich ein wenig mit dem gewohnten Schema, weil neue Konflikte aufbrechen und liebgewonnene – aber damit eben vielleicht auch langweilie – Routinen durchbrochen werden. Nicht mehr ganz so wohlfühlig also, aber nach wie vor extrem gutes Fernsehen.

Gespielt: Stardew Valley (Computerspiel)

Nachdem ich bei Factorio die Flucht von dem Planeten geschafft habe, widme ich mich jetzt ein paar Tage noch meiner Farm in Stardew Valley, bevor es dann am 21. Oktober das lang erwartete Civilization VI gibt.

Stardew Valley ist eine PC-Umsetzung des Konsolenspiels Harvest Moon. Dabei muss man die alte Farm seines Großvaters wiederbeleben und sich in das soziale Gefüge der Stadt einordnen. Dazu kann man diverse Pflanzen anbauen, Tiere halten und angeln aber eben auch Monster jagen und kleinere Quests erfüllen.

Dabei hat das Spiel eine ähnliche Funktion wie Gilmore Girls: es macht einfach Spaß und gute Laune, ohne dass es sich platt anfühlt.

Gespielt: Pandemic Legacy (Brettspiel)

Nächste Woche startet direkt nebenan in Essen die alljährliche Spielemesse, die seit einiger Zeit zum Pflichtprogramm meines Jahres gehört. Zuvor müssen aber auch die Käufe des letzten Jahres mal wieder ausgepackt werden, ganz besonders Pandemic Legacy.

In dem Basis-Spiel Pandemie geht es darum, die Welt vor vier tödlichen Krankheiten zu beschützen. Dafür übernehmen 2 bis 4 Spieler jeweils einen Charakter und müssen nun kooperativ Erkrankte behandeln und Heilmittel entwickeln.


Pandemic Legacy
ist eine Abwandlung dieses Spiels, in der über mehrere Partien (12 bis 24) hinweg eine Geschichte erzählt wird und sich Figuren, Regeln und Brett von Partie zu Partie verändern. Dabei werden Karten zerrissen und Regeln überklebt. Man kann diese Kampagne also nur einmal spielen, aber welches Spiel spielt man schon häufiger als 15 mal?

Auf jeden Fall eine ganz neue Brettspielerfahrung, die für intensive und hitzige Diskussionen sorgt.

Angefangen: Crosstalk von Connie Willis (Roman)

Crosstalk von Connie WillisNoch habe ich keine Zeile gelesen, aber ich bin sehr gespannt auf einen angeblich etwas “leichteren” Roman der britischen Zeitreise-Spezialistin über die Zukunft sozialer Medien.

Nils Müller
bringt nicht nur anderen Schreiben bei, sondern schreibt auch selbst leidenschaftlich gerne. Als Soziologe interessiert er sich für die Gesellschaft genauso wie für Wissenschaft und die Frage nach dem guten Leben. Er lebt und liest in Dortmund, Bielefeld und auf dem Weg im ICE. Mehr zu ihm gibt es unter nilsmueller.info

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