Ende eines Klassikers und weiter mit einem modernen Klassiker [Medienmenü 1/2017]

Auch im neuen Jahr gibt es immer wieder fleißig mein Medienmenü. Diesmal mit ein paar kürzeren Büchern und zwei Ikonen unter den TV-Serien. Eine etwas älter, die andere eher neu.

Abgeschlossen: Central Station von Lavie Tidhar (Roman)

Ok, wenn ich vorher gewusst hätte, dass das Buch kein Roman ist, sondern eine Sammlung von zusammenhängenden Kurzgeschichten, hätte ich im ersten Teil des Buches nicht so lange nach einer verbindenden Handlung gesucht. Das Ganze ist also eher ein Panorama, ein Blick auf die vielfältigen Facetten einer möglichen Zukunft, die sich an dem Raumhafen kristallisieren.

Wenn ich das Buch so verstehe, gewinnt es doch deutlich, denn das fehlen einer Geschichte im engeren Sinne ist mir schon recht übel aufgestoßen. Die Kurzgeschichtensammlung Central Station macht demnach einiges richtig, denn die Verbindung zwischen den Geschichten ist durch die zahlreichen Figuren extrem gut gemacht.

Gelesen: Ms. Marvel Vol. 3 (Comic)

Auch der dritte Band der Marvel-Reihe hat wieder sehr viel Spaß gemacht und die Superheldin muss sich weiter mit allem Unbill der Pubertät herumschlagen. Diesmal mit der ersten Verliebtheit, wie schon dem schönen Titel des Bandes Crushed zu entnehmen ist. Doch der Sohn von Freunden ihrer Eltern ist nicht derjenige, als der er ihr zu Beginn erscheint. Eine schöne kleine Geschichte, die auch wieder intelligent mit dem Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne spielt.

Das abschließende Cross-Over zwischen Ms. Marvel und S.H.I.E.L.D. habe ich allerdings nicht verstanden. Als Geschichte ist es durchaus ok, wie es in die Storyline von Ms. Marvel passt, ist mir aber nicht klar geworden.

Gelesen: Ego is the Enemy von Ryan Holiday (Sachbuch)

Vor einiger Zeit habe ich angefangen, mich konkreter für die Frage zu interessieren, wie denn ein “gutes Leben” aussieht. Neben den Klassikern – insbesondere den antiken römischen Stoikern – bin ich dabei auch über dieses Buch von Ryan Holiday gestolpert, der viele der klassischen Ideen in die Moderne überträgt.

In diesem Buch geht es um den schädlichen Einfluss des Egos auf unser Leben. Diese kleine Stimme, die uns zuflüstert: “Das hast du nicht verdient!” oder “Ich kann das besser als alle anderen”. Sie sorgt dafür, dass wir das, was wir tun, ganz eng damit verbinden, wer wir sind. Holiday plädiert – wie viele andere vor ihm – dafür, bescheiden zu bleiben und sich dieser mehr oder weniger lauten inneren Stimme entgegen zu stellen.

Das Buch erinnert mich in vielem an Steven Pressfields War of Art, auch wenn es sich stärker auf philosophische Tradition bezieht. Es ist aber auch typisch amerikanisch, indem es viele Zitate nutzt und “Erfolgsgeschichten” mehr oder weniger bekannter Persönlichkeiten schildert. Trotz – oder gerade wegen – einer gewissen Portion Pathos kann jedoch durchaus Wirkung entfalten und zum Denken anregen.

Abgeschlossen: Star Trek. The Original Series, Staffel 3 (Serie)

Es hat dann doch ein wenig gedauert, doch diese Woche habe ich endlich die 3. Staffel der alten Star Trek-Serie abgeschlossen und damit alle 79 Folgen gesehen. Auch die dritte Staffel zeigt wieder sehr eindrucksvoll, warum Star Trek so einen Kultstatus genießt, ist es doch gerade thematisch seiner Zeit weit voraus gewesen und wirkt hier selbst heute nur leicht gealtert. Erzählerisch und filmisch ist es wesentlich stärker in seiner Zeit verankert und dadurch heute manchmal etwas schwer zu ertragen.

Als nächstes mache ich mich dann wohl mit Jean-Luc Picard und William Riker auf die Reise in die nächste Generation.

Angefangen: The Big Bang Theory, Staffel 9 (Serie)

Alle Jahre wieder kommt eine neue Staffel der Nerd-Comedy-Serie zu Netflix, die wir dann meist in wenigen Tagen durch-bingen. Trotz aller berechtigter Kontroverse um die Darstellung der Nerd-Kultur mag ich die Serie als Ganze und die neunte Staffel gerade ganz besonders.

Alle Figuren – ja, selbst Sheldon – wirken irgendwie reifer und erwachsener, aber ohne ihren Humor und ihre Quirks verloren zu haben. Und mit einigen Handlungselementen bringen die Autoren die Saat für die folgenden Staffeln aus. Ich bin sehr gespannt, wie sich das entwickeln wird…

Nils Müller
bringt nicht nur anderen Schreiben bei, sondern schreibt auch selbst leidenschaftlich gerne. Als Soziologe interessiert er sich für die Gesellschaft genauso wie für Wissenschaft und die Frage nach dem guten Leben. Er lebt und liest in Dortmund, Bielefeld und auf dem Weg im ICE. Mehr zu ihm gibt es unter nilsmueller.info

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.