Autor: Nils Müller

Der Doktor und der liebe Kleinkram [Medienmenü 15/2017]

Bei den Romanen bin ich irgendwie immer noch nicht wirklich gut dabei. Da es Heftromane, TV-Serien und Hörbücher gibt, ist im Medienmenü diese Woche trotzdem einiges zu lesen.

Angefangen: Doctor Who, Staffel 10 (TV-Serie)

Der Doktor ist zurück! Diesmal sogar mit zwei Companions! Neben dem doch eher schrägen Nardole, den wir schon aus dem letzten Christmas Special kennen, sammelt er in der ersten Folge der zehnten Staffel noch Bill auf, eine klassische menschliche Begleiterin, die mich doch sehr stark an Rose Tyler erinnert und mir unter anderem deswegen sehr sympathisch ist.

Ansonsten bin ich ob dieser ersten Folge ein wenig zwiegespalten: Die Faszination mit dem Doctor – gerade in der von Peter Capaldi verkörperten Version – ist wieder voll zurück, die Geschichte der Folge selbst fand ich hingegen überladen und fast schön über-inszeniert: Es passiert viel, es passiert schnell, es bleibt aber kaum Zeit, die eigentliche Geschichte zu erzählen. Die Episode wirkt dabei ein wenig wie ein All-you-can-eat-Buffet, die zeigen soll, dass Dr. Who für jeden etwas zu bieten hat, um neue Zuschauer einzufangen. Als “alter Hase” vermisse ich da die leisen Töne und das Erzählende.

Gelesen: Perry Rhodan 2904: Gerichtstag des Gondus von Leo Lukas (Heftroman)

Es geht weiter mit dem unsterblichen Helden und seiner Reise durch das goldene Reich. Leo Lukas ist schon lange im Team von Perry Rhodan dabei und da er im anderen Leben auch als Kabarettist tätig ist, gehören seine Beiträge immer zu den humorvolleren. Das blitzt in diesem Heft nur ab und an mal auf, da es eigentlich einen sehr ernsten, fast schon moral-philosophischen, Hintergrund hat – etwas, woran ich mich so explizit bei Rhodan tatsächlich nicht erinnern kann. Ich bleibe auf jeden Fall dran…

Gelesen: Hugo-nominierte Kurzgeschichten

Nach der Bekanntgabe der Nominierungen für den Hugo-Award dieses Jahr lese ich mich gerade durch die nominierten Kurzgeschichten und Novellettes und komme daher nicht zu längeren Romanen. Bei den Novelettes hat mich – Stand heute – Touring with the Alien von Carolyn Ives Gilman am meisten überzeugt, das stark an Arrival erinnert, die Aliens aber mit einer anderen Grundeigenschaft ausstattet.

Gesehen: Logan (Kinofilm)

Logan ist eigentlich aus der vorletzten Woche, ist da aber zwischen den ganzen Romanen verloren gegangen. Der Film erzählt den Abschluss der Geschichte um Logan – besser bekannt als Wolverine. Er schließt damit das Franchise und – vermutlich – auch die erste X-Men-Timeline im aktuellen Cinematic Universe.

(Leichter Spoileralert für den Beginn des Films!)
Man merkt dem Film dabei seine Funktion innerhalb des Erzähluniversums deutlich an, er hat mir jedoch grundsätzlich äußerst gut gefallen. Hugh Jackman und Patrick Stewart spielen hier mal nicht die kraftvollen Superhelden. Logan – alias Wolverine – ist vielmehr ein alternder gebrochener Held, der sich rührend um den mittlerweile dementen Charles Xavier kümmert, welcher mit seinen Anfällen eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt. Hier brilliert Patrick Stewart, der Xavier mit einer teilweise fast schon unerträglichen Intensität spielt – gerade wenn man das mit der lebendigen Figur aus den anderen Filmen vergleicht.
(/Spoileralert)

Für mich überlagert dieser Aspekt dann auch die eigentliche Geschichte vom Ende Logans, die routiniert – wenn auch vielleicht ein wenig zu brutal und zu lang – inszeniert wird. Und Marvel wäre natürlich nicht Marvel, wenn sie mit diesem Film nicht auch den Grundstein für ein potenziell neues Franchise gelegt hätten…

Angefangen: Lie to Me, Staffel 1 (TV-Serie)

Im TV gibt es bei uns aktuell die erste Staffel der Krimiserie (im weiteren Sinne) Lie to Me um Dr. Cal Lightman, einen Experten für das Erkennen von Lügen. Er und seine Kollegen nutzen Mimik und Microexpressions, um Lügnern und Betrügern auf die Spur zu kommen. Auch wenn ich es nicht immer logisch finde, wie sie zu ihren Fälle kommen, und leider nicht einschätzen kann, wie fundiert die dargestellten Zusammenhänge zwischen Mimik und Wahrheit tatsächlich sind, macht die Serie Spaß und schneidet auch durchaus auch die ein oder andere grundsätzlich relevante Fragestellung an.

Gehört: Meine geniale Freundin von Elena Ferrante (Roman/Hörbuch)

Wenn ich aktuell schon keine Romane lese, dann kann ich wenigstens einen hören. Und dann sogar einen außerhalb des Genres. Wobei der Tipp zu Meine geniale Freundin von Elena Ferrante doch wieder aus dem Genre kommt, nämlich immerhin von Kim Stanley Robinson.

Im ersten Band ihrer neapolitanischen Saga erzählt Elena Ferrante die (oder ihre eigene?) Geschichte eines jungen Mädchens aus Neapel. In den 1950er bzw. 60er Jahren wächst die junge Elena Greco in einem ärmlichen Viertel der Stadt auf und trifft auf die gleichaltrige Lila, von der sie sofort fasziniert ist. Zwischen Schule, Armut und (später dann) Jungs ergibt sich ein tiefer Einblick in die Welt des ärmlichen Neapels und die Schwierigkeiten, die mit einem Bildungsaufstieg verbunden sind. Wirklich lesenswert!

Perry Rhodan 2900 und New York 2140 [Medienmenü 11/2017]

Diese Woche lässt sich medientechnisch wohl am Besten mit „viel lesen, ein bisschen spielen und wenig gucken“ zusammenfassen. Daher gibt es ganz einfach drei lange und einen kurzen Roman sowie ein Monstrum von Brettspiel.

Abgeschlossen: Seven Surrenders von Ada Palmer (Roman)

Der zweite Teil dieses zweiten Teils von Ada Palmers Terra Ignota-Reihe hat mir deutlich besser gefallen, als der erste Teil (des zweiten Teils). Hier geht es weniger um eine actionreiche Handlung, bei der einzelne Figuren im Mittelpunkt stehen, sondern um das große Ganze – und hier kann Ada Palmer glänzen.

Anhand von Reden und Verhandlungen schildert sie nach und nach den Niedergang(?) der sieben Hives. Dabei geht es um politische Ideen und Überzeugungen sowie die soziale Struktur der Zukunft; um Menschen und den Krieg, um Gott und die Vorsehung sowie die Abschaffung der Geschlechter.

In beiden Bänden mochte ich diese Abschnitte wesentlich lieber, als die eher handlungsgetriebenen Passagen. Grundsätzlich gibt es für beide Bände aber eine absolute Lese-Empfehlung. Eine ausführliche Besprechung findet ihr bei meinem Phantastik-Podcast.

Abgeschlossen: The Last Days of Night von Graham Moore (“Roman”)

Letzte Woche fehlten mir nur noch ein paar Minuten in dieser “Dramatisierung historischer Ereignisse”. Das Ende hat das Niveau des restlichen Buchs halten können, mich aber nicht vollkommen überzeugt. Hier hat Moore der Versuchung nachgegeben, alles komplett auszuerzählen.. Es gab sogar einen Moment, wo ich dachte: “Was für ein toller Schluss.” Leider war das aber eben noch nicht der Schluss.

Fast schon erleichtert war ich allerdings, als auf die Dramatisierung noch eine extrem umfangreiche Kommentierung des Autors folgte, welche Aspekte historisch verbürgt und welche fikiv sind. Dabei ist noch viel mehr davon wahr, als ich es vermutet hatte, wenn auch teilweise zeitlich und kausal etwas anders sortiert.

Wer sich also auch nur ein bisschen für die Geschichte von Wissenschaft und Industrie interessiert, sollte sich das Buch auf jeden Fall anschauen.

Gelesen: Das kosmische Erbe, Perry Rhodan Band 2900 (Heftroman)

Alle paar Jahre – meist bei runden Nummern – treibt es mich wieder zu der scheinbar endlosen Heftroman-Serie Perry Rhodan, die vor knapp 20 Jahren meinen Einstieg in das Genre begleitet hat. Vom Anfang der 1900-er bis in die 2100-er habe ich wirklich jeden Band gelesen, dann aber in meinem Auslandsjahr den Anschluss verloren und seitdem nicht wieder aufgegriffen. Mal schauen, wie das jetzt wird.

Band 2900 als Einstieg in den neuen Zyklus, der auf das große Highlight – Band 3000 – hinsteuert, hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen: Auf dem Merkur erwacht eine steinerne Armee der Laren, die zusammen mit der letzten Aussage der Superintelligenz ES auf eine große Bedrohung für das Sonnensystem und die Milchstraße hindeutet. Und so macht sich Perry Rhodan mal wieder auf die Reise…

Gespielt Gloomhaven (Brettspiel)

Was für ein Monstrum von Brettspiel: Nicht nur, weil die Verpackung gute 10 Kilo wiegt und vom Volumen her vielleicht vier oder fünf normalen Spielepackungen entspricht. Sie enthält auch mehr als 100 Szenarien, denen sich bis zu vier Mitspieler kooperativ stellen können. Angelegt sind diese Szenarien auf ca. 30 Minuten pro Mitspieler, wobei wir für unser erstes Szenario zu viert gut vier Stunden benötigt haben. Ich hoffe mal, dass sich das mit wachsender Routine noch reduziert…

Gloomhaven ist ein relativ klassischer Dungeon Crawler, in dem ein Spieler eine Figur übernimmt, die ihn dann über mehrere Szenarien hinweg begleitet. Hier nutzt das Spiel Legacy-Elemente, um eine übergreifende Rollenspiel-Kampagne zu simulieren. Die Kampfmechanismen sind eigentlich recht einfach gestrickt, für Komplexität und Denkbedarf sorgen stattdessen der relativ hohe Schwierigkeitsgrad und die notwendige Abstimmung unter den Spielern.

Angefangen: New York 2140 von Kim Stanley Robinson (Roman)

Aktuell lese ich den gerade von Kim Stanley Robinson erschienenen Roman New York 2140, der in derselben Timeline spielt, wie sein großes Sonnensystem-Epos 2312. Hier sind die Menschen allerdings noch nicht so weit in den Weltraum vorgedrungen, sondern müssen sich mit sehr irdischen Problemen auseinandersetzen: der Überflutung New Yorks.

Das Leben in der Stadt – oder zumindest dem Teil, den wir in dem Roman kennenlernen – spielt sich überwiegend in oberen Etagen der Wolkenkratzer ab. Die Menschen bewegen sich über Schwebebrücken oder mit Booten zwischen den Gebäuden, in denen die Menschen enge Gemeinschaften mit Aufnahme-Kommissionen und gemeinsamen Essenssälen bilden.

Die Geschichte hat noch nicht wirklich Fahrt aufgenommen, aber ich mag diesen etwas anderen Roman von Robinson jetzt schon sehr gerne. Weniger episch als Anderes von ihm, aber damit näher an den Figuren und der Welt. Gerade mit seinen vielen POV-Figuren schafft es Robinson daher schon auf den ersten Seiten, dem Leser ein breites Panorama zu vermitteln.

Flachsinn und Erfindergeist [Medienmenü 9-10/2017]

Kaum nutzen wir die Fastenzeit mal dazu, nicht vor einer Folge irgendeiner Serie zu Abend zu essen, schon gibt es hier im Medienmenü kaum noch Serien; dafür diese Woche einiges an Romanen, PC-Spielen und auch mal wieder Theater.

Gelesen: Flachsinn von Gunter Dueck (Sachbuch)

Gunter Dueck spricht harte Wahrheiten gerne gelassen aus. So auch in seinem neuen Buch Flachsinn, das schon mit dem Untertitel Ich hab Hirn, ich will hier raus einen provokanten Ton vorgibt. Kurz gesagt stellt Dueck dar, wie das ständige Gerangel um Aufmerksamkeit im Netz dazu führt, dass Inhalte immer mehr verflachen und nur noch die einfachsten emotionalen Trigger ansprechen – Flachsinn eben.

Das ist an sich nicht wirklich neu, aber Dueck packt es in seinen gewohnten ironisch-sarkastischen Ton, der mit unterhaltsamen Anekdoten vermischt ist und damit eben auch unbequeme Wahrheiten so aussprechen kann, dass sie gehört werden. Dabei merkt man aber schon, dass er außerhalb der Unternehmenswelt nicht ganz so sicher und souverän mit den Pointen jongliert. Vielmehr bietet er ganze Listen an teilweise überspitzten Beispielen an, die irgendwann doch eher ermüden.

In einigen Kapitel bezieht er den Flachsinn dann doch auch auf Unternehmen und bringt einige wichtige Punkte an, sorgt damit aber eher für Irritationen was seine gesamtgesellschaftliche Argumentation angeht. Hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen.

Das alles ist jedoch Kritik auf hohem Niveau. Flachsinn ist eine pointierte und spitzfindige Analyse mit einigen großartigen Begriffsschöpfungen – z.B. Attracticon -, die aktuelle Entwicklungen im Netz zusammenfasst und sogar einen Lösungsansatz bietet,

Gelesen: A Conjuring of Light von V.E. Schwab (Roman)

Das war es dann also – erstmal(?) – mit V.E. Schwabs Geschichte der drei Londons und deren sehr unterschiedlicher Beziehung zur fast schon lebendigen Magie. Der dritte Band der Reihe bleibt dabei den ersten beiden Bänden treu und erzählt eine sehr (vielleicht sogar zu) gradlinige Geschichte ohne große Schnörkel oder Abzweigungen. Im Mittelpunkt stehen – wie immer – die Welt und die Figuren, mit denen die Autorin erneut ihr großes Talent beweisen kann.

Dieses Mal findet ein Großteil der Handlung zudem nicht in London statt, sondern auf dem Meer, wo sich Kell und Lila mit einigen anderen auf die Suche nach einem Artefakt machen, das helfen soll, die große Gefahr für London zu bannen. So bekommen wir Einblick in einige weitere spannende Orte in der roten Parallelwelt.

An der ganzen Reihe stört mich jedoch, dass das Magie-System nicht wirklich eingeführt und erklärt wird. Damit wirken gerade in den großen Kämpfen bestimmte Dinge so, als würden sie eingeführt weil sie eben praktisch sind. Da Magie und ihre Beherrschung einen so großen Teil der Geschichte ausmachen, ist das etwas unbefriedigend. Den grundsätzlich äußerst positiven Eindruck dieser Reihe kann das aber nur wenig trüben.

Gesehen: Shakespeare in Eile im Theatrio Hannover (Puppentheater)

Nachdem wir uns am Freitag das Reunion-Konzert von Fury in the Slaughterhouse in Hannover angeschaut hatten, ging es am Samstag dann – ebenfalls in Hannover – ins Puppentheater Theatrio. Wenn ein Stück schon Shakespeare in Eile heißt, können die Liebste und ich einfach nicht widerstehen. Es gab dann auch eine lebensgroße Königin Elizabeth die Erste zu bestaunen und viele traumhaft schön geschnitzte kleinere Puppen, die von Gerhard Seiler zum Leben erweckt werden.

Getreu dem Titel des Stücks gab es kurze Einblicke in verschiedene Dramen des englischen Nationaldichters: von den drei Hexen Macbeths über Romeo und Julia bis hin zum Mittsommernachtstraum. Diese Fragmente von jeweils vielleicht zehn Minuten können die Stücke natürlich nicht angemessen abbilden, bieten aber spannende Schlaglichter, die gerade die Vielseitigkeit Shakespeares deutlich machen.

Gespielt: Tropico 4 (PC-Spiel)

Kaum habe ich das erste Mal eine Konsole, fange ich an, mich dem Pile of Shame auf meinem PC zu widmen. Nunja… Den Anfang macht Tropico 4, das ich mir vor Ewigkeiten mal in einem Steam-Sale gekauft hatte, dann aber irgendwie nicht wirklich damit angefangen habe. Jetzt spiele ich mich seit einer Woche nach und nach durch die Szenarien und bin mal wieder kräftig in der Suchtspirale gefangen, die mich früher schon an Wirtschaftssimulationen gefesselt hat.

Der Aufbau meines eigenen tropischen Inselreichs ist dabei besonders fesselnd, weil viele Spielmechaniken ein Gefühl der Eile und Hektik produzieren, dieselben Mechaniken aber dazu führen, das meine Entscheidungen erst mit deutlicher Verzögerung in der Spielwelt umgesetzt werden. Das ist auf eine seltsame Weise gleichzeitig frustrierend und motivierend.

Angespielt: The Witcher 3 (PC-Spiel)

Ein weiteres Spiel, bei dem mich die Faszination erst beim dritten Anlauf gepackt hat, ist das dritte Abenteuer des Hexers Geralt. Zweimal hatte ich schon das Tutorial gespielt und bin dann irgendwie nicht weiter gekommen. Beim dritten Versuch bin ich dann endlich zu den ersten Quests durchgedrungen und kann jetzt auch das allgemeine Lob nachvollziehen.

Auch wenn ich immer noch ganz am Anfang bin, ist jetzt schon zu erkennen, dass die Macher von CD Project hier erzählerisch neue Maßstäbe setzen und auch grafisch und spielerisch kann The Witcher 3 mich begeistern. Wobei ich mich an das Kampfsystem und die Gamepad-Steuerung wohl erst noch gewöhnen muss.

Angefangen: Seven Surrenders von Ada Palmer (Roman)

Bevor ich mich an den neuen Roman von Kim Stanley Robinson mache, der heute erschienen ist und den ich mir Ende des Monats vom Autor persönlich vorlesen lassen werde, habe ich mich noch an den ebenfalls gerade erschienenen zweiten Band von Ada Palmers Terra Ignota-Reihe gesetzt, der die Geschichte aus Too Like the Lightning weiter erzählt.

Ich bin jetzt ungefähr bei der Hälfte und mir noch nicht so sicher, was ich von dem Roman halten soll: die Welt ist nach wie vor faszinierend aber so komplex, dass ich durch die Verschwörungen und politischen Ränkespiele, die in diesem Band im Mittelpunkt stehen, noch nicht so ganz durchsteige…

Angefangen: The Last Days of Night von Graham Moore (“Roman”)

Restlos begeistert bin ich hingegen von meinem aktuellen Hörbuch The Last Days of Night von Graham Moore, dem Autor von The Imitation Game. Hier erzählt er die Geschichte von Thomas Edison, dessen Rivalen George Westinghouse und des exzentrischen Genies Nikola Tesla aus der Perspektive von Westinghouses Anwalt Paul Cravath (der wohl ebenfalls in seiner Arbeitsweise extrem innovativ war).

Dabei fließen Realität und Fiktion so elegant ineinander, dass ich mir nach dem Roman tatsächlich mal einen historischen Abriss dieser Zeit anschauen muss, was da denn nun wirklich passiert ist. Bis dahin genieße ich einfach die unglaublich unterhaltsame Erzählweise mit großartigen Charakterzeichnungen und punktgenauem Timing. Eine absolute Empfehlung für alle, die sich von Erfindergeist und der Atmosphäre des späten 19. Jahrhunderts faszinieren lassen wollen.

Zukünftige Menschheiten und ein schwarzer Spiegel [Medienmenü 4-5/2017]

Anderthalb Wochen auf dem Krankenlager helfen dann doch dabei, das Medienmenü zu füllen. Damit es heute nicht überquillt, verschiebe ich ein paar Dinge auf nächste Woche. So gibt es heute “nur” drei Romane, zwei TV-Serien, einen Film und ein PS4-Spiel.

Abgeschlossen: Seveneves von Neal Stephenson

Von den ersten zwei Dritteln des Romans war ich ja wirklich begeistert, auch wenn sie Stephenson-typisch ausschweifend und umfangreich daher kamen. Hier stimmte einfach alles: die Geschichte, die Atmosphäre und sogar die Figuren. Das in Kombination mit extrem detaillierten technischen Erklärungen und glaubwürdigen sozialen Dynamiken.

Nach zwei Dritteln macht das Buch dann einen großen Zeitsprung und ich habe mich wie in einem komplett neuen – und wesentlich schwächeren – Roman gefühlt. Dabei ist das World-Building tatsächlich äußerst spannend und es ist unglaublich zu sehen, was Stephenson aus der doch eher düsteren Ausgangslage entstehen lässt. Es fehlt mir jedoch vollkommen an einer Geschichte, die die Handlung vorantreibt, und an interessanten Figuren, mit denen ich mich identifizieren könnte. Auch das Ende ist unbefriedigend.

Seveneves ist in den ersten zwei Dritteln Neal Stephenson vom Feinsten, im letzten Drittel baut es leider massiv ab und wird zäh und anstrengend.

Abgeschlossen: Elementary, Staffel 3

Hui, was ein Finale dieser dritten Staffel der nach wie vor extrem sehenswerten Sherlock-Holmes-Adaption. Die Dynamik um die “dritte Frau”, Kitty, über die ich mich zu Beginn dieser Staffel gefreut hatte, löst sich leider relativ bald wieder auf, die Staffel bleibt aber irgendwie anderes als die vorherigen. Meine Vermutung, dass die Fälle komplexer und verschachtelter werden, hat sich auf jeden Fall bewahrheitet und mit dem Finale heben die Macher die Serie noch mal komplett in neues Fahrwasser.

Angelegt wird das schon in der dritten Staffel, in der Watson immer mehr zu einer wirklich gleichberechtigten Ermittlerin wird und auch Marcus Bell als Figur eine stärkere Position einnimmt, die er auch in die vierte Staffel hinein behält. Wir schauen auf jeden Fall fleißig weiter und sind mittlerweile schon recht weit in die vierte Staffel vorgedrungen. Die Eindrücke schildere ich dann nächste Woche ausführlicher.

Abgeschlossen: Uncharted 4

Uncharted 4: A Thief’s End

Noch ein fulminantes und schließlich auch emotionales Finale, wenn auch mit mehr Knall und Bumm als bei Elementary, bietet Uncharted 4. Von anspruchsvollen Kletterpassagen über ein intensives Feuergefecht zwischen mehreren Piratenschiffen bis zu einem dramatischen Gefecht im wahrsten Sinne bieten die letzten Kapitel nochmal alles auf, was dieses Spiel so gut gemacht hat; auch wenn ich manchmal ein wenig das Herr-der-Ringe-Gefühl hatte: Jetzt ist es aber vorbei. Ach ne, doch nicht…

Besonders gestört hat mich, dass das letzte Gefecht ein neues Kampfsystem einführt, an das ich mich erstmal gewöhnen musste. Gefühlt bin ich an der Stelle so oft gestorben, wie zuvor über die gesamte Spieldauer. Sehr schön gelöst ist hingegen der Abschluss der Geschichte, der dem Untertitel The End of a Thief gerecht wird, aber durchaus noch Möglichkeiten für Sequels offen ließe. Der Epilog ist dann schließlich herzallerliebst an der Grenze zu kitschig, aber vielleicht muss ein derartiges Spiel auch einfach so enden.

Gesehen: Fantatstische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Es hat ein wenig gedauert, bis wir es zu Newt Scamander ins Kino geschafft haben, aber was lange währt, wird dann doch endlich gut. Mir hat der Film sehr gut gefallen: eine nette Geschichte mit vielen Verbindungen in das bekannte Potterverse, tolle Spezialeffekte für liebevoll gestaltete Tierwesen und ein magisches New York, das so ganz anders ist, als das Großbritannien, das wir kennen.

Gerade die berückende Atmosphäre unter den verfolgten Magiern, die Angst vor der Entdeckung und der großen Gefahr aus den eigenen Reihen hat mich hier überzeugt. Sie steht aber im Gegensatz zu der bunten Bildsprache und dem leicht tollpatschigen Newt, der vielleicht ein bisschen zu naiv in das Zentrum des nahenden Sturms stolpert. Aber damit knüpft der Film an die Stärken der mittleren Potter-Bände an, die ja auch große Gefahr in bunten Farben gemalt haben.

Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass Fantastische Tierwesen als eigenständiger Film ohne Anbindung an das Harry-Potter-Universum funktioniert hätte. Zu sehr lebt der Film von Verbindungen und Anspielungen. Das ist an sich nicht schlimm, verhindert aber, dass ich mich restlos von ihm begeistern lasse.

Angefangen: Too Like the Lightning von Ada Palmer

Über Too Like the Lightning wusste ich nur, dass er immer wieder auf Bestenlisten für das Jahr 2016 auftaucht. Und schon nach wenigen Seiten war mir klar, warum: Der Roman erzählt die Geschichte der Menschheit im 25. Jahrhundert und was ist das für eine Zukunft. Unsere Gesellschaft hat sich komplett gewandelt und basiert nicht mehr auf Nationen und Familien, sondern auf Hives (übersetzt am besten als “Insektenvölkern”) und Bashes (“Haufen”?). Es gibt exklusive Sprachen, ein zentralisiertes Transportsystem, universelle Tracker, eine Kaste verurteilter Krimineller als universelle Sozialarbeiter und so einiges mehr.

Aber nicht nur die Welt ist extrem faszinierend, sondern auch die Erzählweise, die sich an dem klassischen Stil englischer Romane aus dem 18. / 19. Jahrhundert orientiert. Dabei fungiert eine Figur gleichzeitig als quasi-allwissender Ich-Erzähler und durchbricht regelmäßig die vierte Wand zu einem wiederum fiktiven Leser in der noch fernen Zukunft. Dabei rechtfertigt sie Erzähl-Entscheidungen und erläutert dem Leser die für ihn vergangene Welt.

Es braucht ein wenig, sich an diese ungewöhnliche Form und die dazu gehörige recht blumige Sprache zu gewöhnen, doch das ist es auf allen Ebenen wert. Inwieweit die Handlung auch überzeugen kann, fällt mir bei 40% noch etwas schwer einzuschätzen.

Angefangen: Black Mirror, Staffel 1

Kaum haben wir uns an diese doch extrem dunkle Serie gewagt und die erste Folge The National Anthem gesehen, mussten wir auch gleich wieder eine Pause einlegen. Hui. Ein britischer Premierminister, der dazu gebracht wird, sich vor laufenden Kameras mit einem Schwein zu vergnügen? Auf die Idee muss man erstmal kommen; und sie dann auch noch so vollkommen ironiefrei umsetzen und damit einen unglaublichen Effekt beim Zuschauer erzielen? Das ist böse. Aber es funktioniert. Selten ist mir eindrucksvoller vor Augen geführt worden, wie wir uns “zu Tode amüsieren”, wobei mittlerweile vielleicht die Ergänzung “und empören” angemessen wäre.

Ich glaube, Black Mirror wird es bei uns nur in kleinen Dosen geben. Die hallen dann aber entsprechend nach.

Angefangen: Teufelsgold von Andreas Eschbach

Mittlerweile ist es fast schon so etwas wie eine Tradition, dass ich mir den neuen Roman von Andreas Eschbach von Matthias Koeberlin vorlesen lasse. Das geht so weit, dass ich Koeberlin tatsächlich für die Stimme von Andreas Eschbach halte…

Im aktuellen Roman geht es um ein antiquarisches Buch, das eine Geschichte vom Stein der Weisen erzählt. Es fällt dem Anlageberater Henrik Buske in den Hände, während er eigentlich gerade ein Seminar für seinen Arbeitgeber halten sollte. Er erlebt eine Art von Erweckung und plant, in Zukunft Seminare unter dem Titel “Die Alchemie des Reichtums” anzubieten. Das Buch wird ihm allerdings geklaut und das ist bislang auch mehr oder weniger der einzige Hinweis darauf, dass Teufelsgold mehr sein könnte, als die Geschichte des (bislang) kometenhaften Aufstiegs von Henrik Buske als Reichtumsguru.

Bislang ist das Buch ein typischer Eschbach, irgendwo zwischen Eine Billion Dollar und Das Jesus Video. Es macht Spaß zu hören und es scheint, als hätte Eschbach wieder eine Message verpackt. Mal sehen, wie sich das entwickelt…

"Die Simulanten" im Schauspiel Dortmund

Hexer und Simulationen [Medienmenü 3/2017]

Ich war mal wieder im Theater und will euch natürlich auch meinen Fortschritt mit Neal Stephensons aktuellem Roman nicht vorenthalten. Außerdem gibt es diese Woche alte Bekannte, eine spiel-gewordene Fantasy-Welt und virtuelles Eis…

Weiter gelesen: Seveneves von Neal Stephenson (Roman)

Wenn ich mit einem Roman von Neal Stephenson beginne, weiß ich schon, dass ich in den nächsten Wochen erstmal wenig anderes lesen werde. Seine Bücher sind nämlich nicht nur lang, sondern ausschweifend und komplex und wollen bewusst und langsam gelesen werden, während die Handlung eher gemächlich voranschreitet.

Seveneves ist da nicht anders und wartet mit seitenlangen Erklärungen zu Orbitalmechaniken oder Warnsystemen auf. Die Handlung kommt dabei zwar langsam voran, ist aber äußerst fesselnd und atmosphärisch dicht. Stephenson schafft es unerklärlicherweise, mit langen Infodumps Spannung zu erzeugen und eindrucksvoll zu verdeutlichen, was da eigentlich gerade passiert.

Aktuell schwenkt das Buch gerade von einer eher wissenschaftlichen Betrachtung hin zu intensiveren sozialen Dynamiken und Konflikten, die mir im Hier und Jetzt auf der Erde durchaus bekannt vorkommen …

Gehört: Das Erbe der Elfen von Andrzej Sapkowski (Hörbuch)

Wenn ich schon nicht dazu komme, andere Romane zu lesen, kann ich sie – dank Audible – wenigstens hören. Ich hatte mir den ersten Band der durch die Witcher-Computerspiele bekannt gewordenen Fantasy-Reihe vor einiger Zeit schon mal angehört, war damals aber nicht so wirklich rein gekommen. Der zweite Anlauf hat mich dann doch wesentlich mehr überzeugt.

Sapkowski schafft es nicht nur, eine wunderbar vielschichtige und glaubwürdige Welt zu erschaffen, auch seine Figuren – vom grimmigen Geralt über die mysteriöse Yennifer bis zur pubertierenden Ciri – haben mich an die Geschichte gefesselt. Sie entsprechen zwar schon sehr stark den Archetypen, Sapkowski lässt aber immer wieder durchscheinen, dass sich hinter der Fassade mehr verbirgt.

Dasselbe erhoffe ich mir in den folgenden Bänden für die Handlung, bei der durchaus noch Luft nach oben ist. Der ganze Roman wirkt irgendwie eher wie eine Exposition, in der die Figuren erstmal vorgestellt werden und zusammenfinden müssen, bevor das eigentliche Abenteuer losgeht. Ein kohärentes Abenteuer, ein roter Faden fehlt dieser Geschichte. Oder er wird zumindest nur an- und nicht auserzählt …

Angefangen: Elementary, Staffel 3 (TV-Serie)

Nach ganz viel Gilmore Girls und ein bisschen Expanse sind wir jetzt wieder bei alten Bekannten: Sherlock Holmes und Joan Watson, die in New York Verstärkung erhalten haben. Holmes hat aus London eine neue Protegé mitgebracht, die er – wie Watson – zur Ermittlerin ausbilden will.

Die Zweierdynamik wird damit zur „Menage a Trois“, ein cleverer Schachzug, um zu verhindern, dass die Serie irgendwann langweilig wird. Gleichzeitig aber nicht so revolutionär, dass sie ihren unvergleichlichen Charakter verliert. Aber auch die bekannten Figuren haben sich weiterentwickelt: Watson hat sich endgültig von Holmes emanzipiert und dieser entdeckt seine „weichere“ Seite.

Gefühlt werden auch die Mordfälle immer vertrackter und cleverer, aber ansonsten wären Holmes, Watson und Kitty ja auch maßlos unterfordert.

Gesehen: Die Simulanten im Schauspiel Dortmund (Theaterstück)

„Die Simulanten“ im Schauspiel Dortmund

Theater war mal das Erzählen von Geschichten, heute wird es immer mehr zur „Auseinandersetzung mit Themen“. Letzteres gilt auf jeden Fall für Die Simulanten, ein Stück des jungen Schweizer Autors Philippe Heule, das aktuell noch im Schauspiel Dortmund gezeigt wird.

Die „Geschichte“ „handelt“ von fünf Personen, die sich plötzlich in einem Raum eingesperrt wiederfinden und dann „miteinander“ reden, bis sie irgendwann den Weltklimagipfel simulieren. Das „hä?“, das diese Beschreibung auslösen könnte, zieht sich durch das ganze kafkaesk inszenierte Stück, das sich irgendwie mit der Auflösung von Beziehungen und deren ständiger Simulation auseinandersetzen soll.

Wenn man das vorab weiß, dann lassen sich einige interessante Denkanstöße aus dem Stück ablesen. Als Science-Fiction-Leser weiß ich aber, dass sich Denkanstöße auch in gute und spannende Geschichten verpacken lassen. Abstraktion und wirre Effekte erscheinen mir dann wie kreative Faulheit.

Angespielt: NHL 16 (PS4-Spiel)

Es ist eine Weile her, dass ich mich das letzte Mal auf das virtuelle Eis begeben habe (ich glaube, es war NHL94), aber mit meiner neuen PS4 musste ich das einfach mal wieder probieren. Daher habe ich mir – gebraucht – NHL 16 besorgt und festgestellt, dass die alten Routinen durchaus noch greifen – zumindest nachdem ich die Steuerung von diesem komischen Skill Stick umgestellt hatte.

Das Spiel ist zwar gerade in der Defensive wesentlich komplexer geworden, aber einige nur knappe Niederlagen auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad wecken dann doch Hoffnung, dass ich da wieder reinkomme …

Ganz viel Weltall [Medienmenü 2/2017]

Da sich so langsam die Routine für das neue Jahr einstellt, werde ich so langsam wieder etwas bescheidener, was meinen Medienkonsum angeht. Daher gibt es heute „nur“ einen Roman, zwei TV-Serien und ein PS4-Spiel.

Angefangen: Seveneves von Neil Stephenson (Roman)

Ich habe es mal wieder getan und mich an einen Roman von Neal Stephenson gewagt. Wenn es um ein Generationenschiff geht, kann ich doch einfach nicht widerstehen. Und nachdem ich jetzt einige Romane von Kim Stanley Robinson gelesen und für sehr gut befunden habe, gehe ich einfach “nur” einen Schritt weiter.

Bislang hat mich Stephenson auch nicht enttäuscht. Ja, seine Erzählweise ist behäbig und an vielen Stellen technisch extrem detailliert, aber er kann das halt. Zumindest in diesem Roman. Trotz Erläuterungen zur Funktionsweise eines Kühlsystems oder eines strukturellen Gerüsts für eine Raumstation schafft er es, die Geschichte voranzutreiben und seine Figuren zu entwickeln.

Das Setting ist aber auch eindrucksvoll: Eines Tages zerbirst ohne Vorwarnung der Mond und kurz darauf steht fest, dass seine Teile in knapp zwei Jahren auf die Erde stürzen werden. Das Leben auf der Oberfläche wird dann unmöglich sein. Es bleibt also wenig Zeit, möglichst vielen Menschen ein Zuhause im All zu geben.

Angefangen: Star Trek. The Next Generation, Staffel 1 (TV-Serie)

Nach meiner Reise mit der ersten Enterprise mache ich mich jetzt mit Picard, Riker und Co auf in eine neue Generation. Und es ist eine komplett neue Generation, der man den technischen, sozialen und erzählerischen Fortschritt glücklicherweise anmerkt. Ich weiß nicht, wie viele verführerisch-böse Frauenfiguren in knappen Glitzeroberteilen ich noch ertragen hätte…

Die Figuren wachsen mir so langsam ans Herz und in einer der Folgen habe ich dann auch verstanden, warum Sheldon Cooper eine so große Faszination für Wesley Crusher, bzw. Wil Wheaton, hegt. Auch Data als Sherlock Holmes war einfach nur ein großartiges Detail. Es wird einige Zeit brauchen, bis ich mich durch die mehr als 170 Folgen geschaut habe, aber ich habe ja Zeit…

Abgeschlossen: The Expanse, Staffel 1 (TV-Serie)

Kurz bevor am 1. Februar die zweite Staffel erscheint, sind wir dann auch mit der ersten Staffel der Serie The Expanse durch, die auf dem Roman Leviathan erwacht von James S.A. Corey basiert. Genauer gesagt, erzählt sie die erste Hälfte dieses Romans. Die Geschichte hält sich dabei – soweit ich mich erinnere – nah am Buch und ist technisch aufwändig, wenn auch nicht überragend, umgesetzt.

Es ist besonders spannend zu sehen, wie die Figuren am Anfang ihrer mittlerweile über sechs Bücher andauernden Reise aufgestellt sind, da ich mittlerweile zumindest fünf dieser Bücher gelesen habe. Und es würde mich doch sehr freuen, wenn die Geschichte auch auf dem Bildschirm über den ersten Roman hinaus erzählt wird, auch wenn ihr vermutlich kein so gigantischer Erfolg wie Game of Thrones beschieden ist.

Gespielt: Uncharted 4 (PS4-Spiel)

Mittlerweile bin ich immerhin im neunten Kapitel (von wohl 21) angekommen und das Spiel macht mir immer noch großen Spaß. Wobei es mir oft dann doch eher als interaktiver Film erscheint, bei dem ich halt die Figuren bewege, Gegner ausschalte und Rätsel löse. Wirkliche Freiheit habe ich da nicht und die Level bieten bislang auch eher die Illusion einer offenen Welt – wobei ich mir nicht so sicher bin, dass ich das wirklich schlimm finde. Spiele sind dann halt doch auch irgendwo Entspannung.

Immerhin komme ich ganz langsam immer besser mit dem Controller zurecht. Da fehlte mir ja vorab jede Erfahrung und am PC bin ich damit außer bei Rocket League nie richtig warm geworden. An der PS4 fühlt sich das allerdings wesentlich natürlicher an.

Ende eines Klassikers und weiter mit einem modernen Klassiker [Medienmenü 1/2017]

Auch im neuen Jahr gibt es immer wieder fleißig mein Medienmenü. Diesmal mit ein paar kürzeren Büchern und zwei Ikonen unter den TV-Serien. Eine etwas älter, die andere eher neu.

Abgeschlossen: Central Station von Lavie Tidhar (Roman)

Ok, wenn ich vorher gewusst hätte, dass das Buch kein Roman ist, sondern eine Sammlung von zusammenhängenden Kurzgeschichten, hätte ich im ersten Teil des Buches nicht so lange nach einer verbindenden Handlung gesucht. Das Ganze ist also eher ein Panorama, ein Blick auf die vielfältigen Facetten einer möglichen Zukunft, die sich an dem Raumhafen kristallisieren.

Wenn ich das Buch so verstehe, gewinnt es doch deutlich, denn das fehlen einer Geschichte im engeren Sinne ist mir schon recht übel aufgestoßen. Die Kurzgeschichtensammlung Central Station macht demnach einiges richtig, denn die Verbindung zwischen den Geschichten ist durch die zahlreichen Figuren extrem gut gemacht.

Gelesen: Ms. Marvel Vol. 3 (Comic)

Auch der dritte Band der Marvel-Reihe hat wieder sehr viel Spaß gemacht und die Superheldin muss sich weiter mit allem Unbill der Pubertät herumschlagen. Diesmal mit der ersten Verliebtheit, wie schon dem schönen Titel des Bandes Crushed zu entnehmen ist. Doch der Sohn von Freunden ihrer Eltern ist nicht derjenige, als der er ihr zu Beginn erscheint. Eine schöne kleine Geschichte, die auch wieder intelligent mit dem Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne spielt.

Das abschließende Cross-Over zwischen Ms. Marvel und S.H.I.E.L.D. habe ich allerdings nicht verstanden. Als Geschichte ist es durchaus ok, wie es in die Storyline von Ms. Marvel passt, ist mir aber nicht klar geworden.

Gelesen: Ego is the Enemy von Ryan Holiday (Sachbuch)

Vor einiger Zeit habe ich angefangen, mich konkreter für die Frage zu interessieren, wie denn ein “gutes Leben” aussieht. Neben den Klassikern – insbesondere den antiken römischen Stoikern – bin ich dabei auch über dieses Buch von Ryan Holiday gestolpert, der viele der klassischen Ideen in die Moderne überträgt.

In diesem Buch geht es um den schädlichen Einfluss des Egos auf unser Leben. Diese kleine Stimme, die uns zuflüstert: “Das hast du nicht verdient!” oder “Ich kann das besser als alle anderen”. Sie sorgt dafür, dass wir das, was wir tun, ganz eng damit verbinden, wer wir sind. Holiday plädiert – wie viele andere vor ihm – dafür, bescheiden zu bleiben und sich dieser mehr oder weniger lauten inneren Stimme entgegen zu stellen.

Das Buch erinnert mich in vielem an Steven Pressfields War of Art, auch wenn es sich stärker auf philosophische Tradition bezieht. Es ist aber auch typisch amerikanisch, indem es viele Zitate nutzt und “Erfolgsgeschichten” mehr oder weniger bekannter Persönlichkeiten schildert. Trotz – oder gerade wegen – einer gewissen Portion Pathos kann jedoch durchaus Wirkung entfalten und zum Denken anregen.

Abgeschlossen: Star Trek. The Original Series, Staffel 3 (Serie)

Es hat dann doch ein wenig gedauert, doch diese Woche habe ich endlich die 3. Staffel der alten Star Trek-Serie abgeschlossen und damit alle 79 Folgen gesehen. Auch die dritte Staffel zeigt wieder sehr eindrucksvoll, warum Star Trek so einen Kultstatus genießt, ist es doch gerade thematisch seiner Zeit weit voraus gewesen und wirkt hier selbst heute nur leicht gealtert. Erzählerisch und filmisch ist es wesentlich stärker in seiner Zeit verankert und dadurch heute manchmal etwas schwer zu ertragen.

Als nächstes mache ich mich dann wohl mit Jean-Luc Picard und William Riker auf die Reise in die nächste Generation.

Angefangen: The Big Bang Theory, Staffel 9 (Serie)

Alle Jahre wieder kommt eine neue Staffel der Nerd-Comedy-Serie zu Netflix, die wir dann meist in wenigen Tagen durch-bingen. Trotz aller berechtigter Kontroverse um die Darstellung der Nerd-Kultur mag ich die Serie als Ganze und die neunte Staffel gerade ganz besonders.

Alle Figuren – ja, selbst Sheldon – wirken irgendwie reifer und erwachsener, aber ohne ihren Humor und ihre Quirks verloren zu haben. Und mit einigen Handlungselementen bringen die Autoren die Saat für die folgenden Staffeln aus. Ich bin sehr gespannt, wie sich das entwickeln wird…